Baumesse zeigt High Tech fürs Eigenheim

So wehren Sie am besten Einbrecher ab

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München - Mit diesem Thema „Einbruch“ befassen sich seit Montag bis Samstag auch viele Aussteller der Messe „Bau“ auf dem Messegelände. Wir haben uns die interessantesten Neuerungen in Sachen Einbruchs-Schutz angesehen und stellt sie hier vor. 

Immer mehr Münchner haben Angst vor Einbrechern. Nicht ohne Grund: Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt rasant, ist deutschlandweit auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren: 167.000 Haushalte waren 2015 betroffen, ein Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zu 2014. Wie mache ich mein Haus oder meine Wohnung möglichst sicher vor ungebetenen Gästen? Mit diesem Thema befassen sich seit Montag bis Samstag auch viele Aussteller der Messe „Bau“ auf dem Messegelände. Die tz hat sich die interessantesten Neuerungen in Sachen Einbruchs-Schutz angesehen und stellt sie hier vor. 

Fingerscan-Türen

➊ Die Zahl der Einbrüche steigt – aber auch die Zahl der abgebrochenen Versuche steigt an, erklärt Frank Horhäuser vom Beschläge-Hersteller „Hoppe“ tz-Redakteurin Ramona Weise (Foto oben). Denn: Die Deutschen rüsten auf. Die Täter würden immer rabiater, hätten keine Skrupel Glas zu zerschlagen, um etwa an einen Fenstergriff zu kommen, so Horhäuser. Deswegen bietet die Firma Fenstergriffe an, die verschließbar sind. In der höchsten Sicherheitsstufe fällt der Griff sogar ab, wenn der Täter mit einem Werkzeug und viel Krafteinwirkung versucht, ihn umzudrehen. Außerdem bietet die Firma ein System an, bei dem Türen per Fingerscan geöffnet werden. Bis zu 150 Personen kann ein Hauseigentümer hier einspeichern. Zu hacken sei das System nicht, weil es verkabelt sei, so Horhäuser. „Insgesamt ist diese Konstruktion sehr sicher gegen Einbrüche.“ Das hat seinen Preis – ab 1000 Euro ohne Tür.

Funksensor am Fenster

➋ Auch an alten Fenstern nachrüstbar ist der neue Funksensor der Firma „Maco“ (ab ca. 90 Euro). Der Sensor schlägt Alarm, wenn Einbrecher etwa versuchen, ein Fenster aufzuhebeln, erklärt Expertin Petra Janßen-Wahl. Normale Bewegungen – wie das Fenster kippen oder zum Lüften öffnen – kennt der Sensor und alarmiert den Bewohner deswegen nicht. Bei jeder ungewohnten Bewegung aber bekommt der Kunde beispielsweise eine Nachricht aufs Smartphone – und kann dann sofort Nachbarn oder die Polizei anrufen.

Automatische Verriegelung

➌ Für Mehrfamilienhäuser entwickelt hat die Firma „GU“ eine spezielle Eingangstüre. Sie ist durch drei extrem lange Riegel besonders fest verschlossen. Und: Das Schließen selbst funktioniert automatisch. Der Bewohner bewegt den Schlüssel nur ein kleines Stück, schon piepst die Tür und ist verriegelt. Jeder Hausbewohner kann sich sicher fühlen, dennoch ist eine sogenannte „Panikfunktion“ eingebaut: Die Tür geht von innen, obwohl sie verschlossen ist, immer auf. Sollte es also im Haus etwa brennen, braucht keiner der Bewohner einen Schlüssel, um nach draußen zu kommen. 

Sicherheit auch im Schlaf

➍ Viele Menschen schlafen gerne bei gekipptem Fenster — haben aber ein mulmiges Gefühl wegen Einbrechern. Für sie hat die Firma „Gayko“ nun ein Fenster entwickelt, dass auch gekippt einbruchssicher ist. Funktionieren soll das durch vier Verriegelungen im unteren Fensterbereich und „Kippscheren“ an den seitlichen, gekippten Bereichen. „Mit einem Schraubenzieher etwa haben hier Diebe keine Chance“, sagt Kundenbetreuer Thomas Diesler. Das hat seinen Preis: Etwa 400 Euro mehr als normale Fenster kostet die Neuheit.

Überwachung per Handy

➎ Wer sein komplettes Zuhause überwachen möchte, kann über die Anschaffung eines Smart-Home-Systems nachdenken (etwa 5000 Euro, je nach Hausgröße). Durch eine digitale Steuerung können die Rollläden oder das Garagentor bewegt und das Licht an- und ausgemacht werden, ohne dass jemand zuhause ist. „Anwesenheitssimulation“ wird das in der Fachsprache genannt, so Dirk Geigis von der Firma „Somfy“. Außerdem wird der Bewohner über eine Handy-App alarmiert, wenn zum Beispiel eine Tür nicht verriegelt ist. Zusätzlich im Angebot: Bewegungs- und Öffnungsmelder sowie Überwachungskameras.

Software schlägt Alarm

➏ Auch öffentliche Einrichtungen wie Einkaufszentren rüsten in Sachen Einbruchsschutz auf. Schiebetüren mit schwer zu öffnenden Riegelschlössern bietet zum Beispiel die Firma „Geze“ an. Die ganze Tür wird über eine Software beim Kunden gesteuert. „Wenn jemand versuchen würde, die Türe zu beschädigen, gibt es sofort einen Alarm“, sagt Sprecherin Gabi Bauer. Neben Einkaufszentren sind die Türen etwa in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder großen Bürokomplexen stark gefragt. „Im Moment spüren wir den Trend, dass die ganze Sicherheitsfrage immer mehr vom gewerblichen Bereich auch in das private Bauen reinkommt“, so Bauer.

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