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Mängel bei Solaranlagen aufdecken – mit diesen drei Schritten

Solaranlagen gewinnen nach wie vor an Interesse. Doch woran erkennen Nutzer mögliche Mängel? Diese drei Schritte helfen Ihnen, sie zu entdecken.

Verschmutzungen und kleine Defekte können den Ertrag von Solarmodulen erheblich einschränken. Die Komponenten einer Solarstromanlage sind zwar generell langlebig und fordern auch hinsichtlich des Wartungsaufkommens nur geringen Aufwand, dennoch ist die regelmäßige Kontrolle der Anlage sinnvoll. Die Anlagenprüfung kann zum Teil vom Betreiber selbst durchgeführt werden, zum Teil muss der Fachbetrieb ran.

Diese drei Schritte decken Solaranlagen-Mängel auf

Mit den ersten warmen Tagen des Jahres ist es an der Zeit, die häusliche Solaranlage frühlingsfit* zu machen. „Gerade ab dem Frühling ist es wichtig, dass Solaranlagen gut funktionieren“, erklärt Benjamin Merle, Chief Product Officer bei Enpal. „Rund 80 Prozent ihres Jahresertrags erzeugen sie zwischen März und September. Und die maximalen Erträge werden nur erzielt, wenn die Anlage einwandfrei läuft.“ Beim frühjährlichen Check-up muss jedoch einiges beachtet werden. Dabei sind die folgenden drei Schritte ein guter Leitfaden, an dem es sich Solaranlagen-Besitzer orientieren sollten: 

1. Schritt – Profis an die Anlage lassen: Die augenscheinliche Überprüfung und Reinigung der Anlage kann von den Eigentümern selbst durchgeführt werden. Sobald jedoch die Dachfläche bestiegen werden muss, ist einerseits die Unfallgefahr zu hoch. Andererseits riskiert man mit unsachgemäßem Reinigen oder Betreten der Kollektoren kostspielige Beschädigungen. Deshalb muss für technische Eingriffe und Kletteraktionen ein Fachbetrieb zurate gezogen werden. Die regelmäßige Kontrolle ist oft vertraglich festgelegt. Wichtig: Wer bei der Wartung spart, zahlt im Schadensfall. Viele Versicherungen setzen eine regelmäßige Kontrolle durch Fachpersonal voraus, auch wenn diese nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. 

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2. Schritt – Auf dem Dach nachschauen: Schnee und Kälte hinterlassen ihre Spuren. Es gilt also die Sauberkeit der Kollektorfläche zu überprüfen und Verschmutzungen mit milden Reinigungsmitteln vorsichtig zu entfernen. Beschädigungen sind auf Kollektoren häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Einfacher ist das Visualisieren mit einer einfachen Digitalkamera: Beim Vergrößern der aufgenommenen Bilder fallen Risse und Sprünge deutlich eher auf als mit dem bloßen Auge. Weitaus einfacher ist es, sicherzustellen, dass die Anlage auf dem Dach fest verankert ist: Wackeln sollte hier nichts. Auch die Verkabelung kann vom Laien in den Blick genommen werden. Sämtliche Steckverbindungen müssen fest verbunden sein, sonst kann es zum Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz in die Verbinder führen. Die Übergangswiderstände nehmen dadurch zu. Solche Fehler führen immer wieder zu Ausfällen und im Extremfall sogar zum Brand in der Anlage. Isolierungen müssen zudem auf Wildspuren überprüft werden, denn Marder machen auch vor der Solaranlage nicht Halt. Zu guter Letzt will der Referenzsensor genauer unter die Lupe genommen werden. Auch hier ist auf Sauberkeit und eine gute Zugänglichkeit zu achten. Ein Energie-Dieb, der gerne mal übersehen wird, kann die Verschattung der Anlage sein. Das Grün, das rund ums Haus sprießt, sollte zumindest soweit in Zaum gehalten werden, dass es keine harten Schatten auf die Kollektorflächen wirft. 

Mit diesen drei Schritten können Besitzer mögliche Mängel an der Solaranlage aufdecken. (Symbolbild)

3. Schritt –  im Keller checken: Die technische Prüfung endet nicht nach der Begutachtung der Dachfläche. Die Stromproduktion sollte der Anlagenbesitzer mit den Vorjahreswerten vergleichen. Das ist über die Abrechnung, aber auch mithilfe von speziellen Softwarelösungen oder durch den Blick auf die Aufzeichnungen des Wechselrichters möglich. Die Erträge der Enpal Solaranlage können per App eingesehen werden, Unregelmäßigkeiten fallen so schnell ins Auge. Um die reibungslose Funktionsweise der Anlage zu garantieren, sollte neben Wechselrichter und Sicherungen - wenn vorhanden - auch der Batteriespeicher überprüft werden. Wer erst seit Kurzem eine PV-Anlage besitzt und somit auf keine Vergleichswerte aus dem Vorjahr zurückgreifen kann, findet im Internet Übersichten zur bundesweiten Erfassung von Stromerträgen aus PV-Anlagen. Jeder Betreiber einer PV-Anlage, Solar-Installateur oder an Photovoltaik Interessierte kann sich dort einen Überblick über die eingespeisten durchschnittlichen Stromerträge von PV-Anlagen verschaffen.

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Solaranlagen-Mängel: Wie oft muss eine Wartung durchgeführt werden?

Doch nicht jedes Jahr muss kontrolliert werden. „Wenn die Erträge der Anlage gleichbleibend sind und keine Schäden ersichtlich, reicht es die professionelle Wartung alle vier bis fünf Jahre durchzuführen“, sagt Solar-Experte Benjamin Merle. Idealerweise kann die Anlage bei diesem Termin auch auf versteckte Mängel kontrolliert werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn ohne ersichtliche Schäden zu wenig Strom generiert wird. Feinste Risse in den Modulen, lose Steckverbindungen, poröse Kabelteile oder Kabelbruch können mitunter zu deutlichen Stromverlusten führen. Die Fachkraft erkennt diese Mängel, zum Beispiel mittels Elektrothermografie und kann für zügige Abhilfe schaffen. So können Solaranlanlagenbesitzer entspannt in die sonnige Zeit des Jahres starten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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2021 enden Förderungen für Solaranlagen

Solarmodule für Photovoltaik auf einem Hausdach - im kommenden Jahr bekommen Betreiber mit 20 Jahre alten Anlagen für ihren Strom keine erhöhte Einspeisevergütung mehr. Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn
Ob sich der Weiterbetrieb ihrer Solaranlagen noch lohnt, müssen 2021 Betreiber entscheiden, deren Anlagen 20 Jahre alt sind - dann fällt die erste Generation von Photovoltaikanlagen aus der staatlichen Förderung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Andreas Kuhlmann ist Geschäftsführungsvorsitzender der Deutschen Energie-Agentur in Berlin. Foto: Christian Schlüter/Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)/dpa-tmn
Carsten Körnig ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft in Berlin. Foto: BSW-Solar/dpa-tmn
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Quelle: Enpal Pressemitteilung

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