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Was sollte eine Personenwaage heute können – und was kostet das?

Tipps beim Kauf einer Waage

Was sollte eine Personenwaage können – und was kostet das?

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Für eine Personenwaage kann man unter 10 Euro zahlen – oder 200. Dabei bedeutet teuer nicht auch zwangsläufig gut. Was kann und sollte eine Waage heute leisten?

Eine Personenwaage kaufen – wie schwierig kann das sein? Das denkt sich mancher und sieht sich dann im Handel mit einer unüberschaubaren Vielzahl an Modellen konfrontiert, die neben dem Gewicht viele weitere Werte wie Körperfett, Muskelmasse oder Grundumsatz ermitteln. Braucht man das alles überhaupt?

Grundsätzliches: Soll ich mich überhaupt wiegen?

Klar: Wer abnehmen möchte, sollte sich auch regelmäßig wiegen, um den Erfolg seiner Diät im Auge zu behalten. Doch auch wenn Sie einfach auf Ihre Gesundheit achten möchten, ist eine Waage eine sinnvolle Anschaffung. Übertreiben Sie es dabei nicht: Sich einmal in der Woche zu wiegen ist besser, als jeden Tag auf die Waage zu steigen, da das Gewicht im Laufe der Woche schwankt.

Der Handel hält eine breite Auswahl an Modellen bereit, die sich in ihren Funktionen stark unterscheiden. (Partnerlink)

Einfache Personenwaage oder Körperfettwaage?

Eine Körperanalyse-Waage kann deutlich mehr, als nur das Gewicht anzuzeigen. Sinnvoll ist mindestens ein weiterer Wert: der Körperfettanteil. Beide Werte zusammen sind aussagekräftiger als das Gewicht allein, da ein durchtrainierter Sportler den gleichen oder sogar einen höheren Body-Mass-Index haben kann, wie ein Untrainierter mit Übergewicht. Moderne Waagen haben oft Speicherfunktionen oder können die Daten per App aufs Handy übertragen. Letzteres kann für Sportler sinnvoll sein, erspart einem aber auch eine lästige Zettelwirtschaft.

Mechanische Waagen nur für Nostalgiker zu empfehlen

Fast alle Waagen, die heute im Handel angeboten werden, funktionieren digital. Eine mechanische Waage muss man gezielt suchen. Sie sind auch nicht unbedingt empfehlenswert, da die Messwerte in der Regel ungenauer sind und die Nadel stecken bleiben kann. Digitale Modelle messen auf 100 Gramm genau und das zuverlässig. Das befand die Stiftung Warentest 2014 in einem umfangreichen Test.

Folgende Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf einer Personenwaage stellen:

Was möchten Sie wissen?

Genügt Ihnen das Gewicht oder möchten Sie weitere Daten wie den Köperfettanteil, Ihren Grundumsatz oder Ihre Muskelmasse ermitteln? Vielleicht denken Sie spontan: "Das Gewicht reicht mir." Doch Achtung: eine Körperanalyse-Waage ist oft sinnvoll.

Wenn Sie eine Diät oder Ernährungsumstellung mit Sport oder gar intensivem Muskeltraining kombinieren, kann es sein, dass sich Ihr Gewicht nicht groß verändert oder sogar steigt. Das liegt daran, dass Muskelmasse mehr wiegt als Fett. Eine solche Veränderung würde eine normale Waage nicht registrieren, was demotivierend sein kann. Dabei haben sich Ihre Fitness und Ihr Aussehen trotz des gestiegenen Gewichts verbessert.

Wer soll sich auf der Waage wiegen?

Nutzen Sie die Waage alleine oder werden mehrere Personen in Ihrem Haushalt die Waage nutzen? Im letzten Fall macht eine Speicherfunktion mit genügend Speicherplätzen für jedes Familienmitglied Sinn. Achtung: Bei Kindern gelten für die Berechnung der Werte andere Maßstäbe als für Erwachsene. Daher sollte Ihre Personenwaage mit Analysefunktionen für Kinder ausdrücklich geeignet sein.

Wie schwer sind Sie?

Wenn Sie sehr stattlich sind, ist auch die Tragkraft ein Faktor - manche Waagen sind nur bis 130 kg belastbar.

Wo soll die Waage stehen?

Ist die Waage spritzwassergeschützt? Wenn sie im Bad steht, ist das wichtig. Steht sie dagegen im Schlafzimmer auf Teppichboden, entscheiden Sie sich für ein Modell mit Teppichstandfüßen, die auch auf weichem Belag für Präzision sorgen, wie etwa die WITHINGS WBS05.

Ist die Anzeige groß und deutlich?

Können Sie die Anzeige auch ohne Brille problemlos lesen? Sollten Sie stark kurzsichtig sein, gibt es auch Waagen mit Sprachfunktion.

Wird die Waage mit konventionellen Batterien betrieben?

Einige Waagen müssen mit teuren Spezialbatterien betrieben werden – sparen Sie sich den Ärger und setzen Sie auf ein Modell, das mit normalen Batterien betrieben wird.

Was sind Sie bereit, auszugeben?

Für eine gute Waage eines Marken-Herstellers ohne Zusatzfunktionen sollten Sie rund 30 Euro kalkulieren. Schick, günstig und von Verbrauchern durchgehend gut bewertet ist etwa die SOEHNLE 63740 PWD Melody für unter 30 Euro. Wenn es ein echtes Schnäppchen sein soll, empfiehlt sich die CLATRONIC PW 3368 für nicht einmal 10 Euro. Zwar kann sie nur wiegen, das aber schnell und präzise.

Eine Körperfettwaage kostet heute wenig mehr als ein Marken-Produkt ohne Zusatzfunktionen – ab etwa 40 Euro sind Sie dabei. Ein empfehlenswertes Modell ist etwa die MEDISANA BS 430 Connect, die die Daten auch aufs Handy übertragen kann. Für ein Luxus-Modell kann man aber auch 200 Euro ausgeben. Am oberen Ende der Preisklasse ist die TANITA RD-901 angesiedelt. Dafür ermittelt die Waage umfassende Werte und stellt sie über eine kostenlose App dar: Gesunder Körperfettanteil für Erwachsene und Kinder, Eingeweidefettmessung und -bewertung, Grundumsatz, Stoffwechselalter, Körperbauwert und vieles mehr.

Auch die Optik der Waage spielt eine Rolle

Zu guter Letzt spielt natürlich auch die Optik eine Rolle. Die meisten Modelle bestehen heute aus einem Kunststoffgehäuse und einer Trittfläche aus bruchsicherem Glas. Achten Sie darauf, dass die Waage rutschfest ist. Wenn Sie etwas Besonderes suchen, ist Edelstahl (z.B. BEURER 748.17 BF Limited Edition) oder Bambus (z.B. GRUNDIG PS 4110, Personenwaage) eine Option.

Körperfettmessung oft ungenau

Der Haken an modernen Körperfettwaagen: Im Test der Stiftung Warentest zeigten die Waagen große Unterschiede an. So kam eine Waage auf einen Körperfettanteil von 17 Prozent, während eine andere ganze 35 Prozent errechnete. Auch im Vergleich mit den Messwerten einer medizinischen Körperfettanalyse kam es im Schnitt zu Abweichungen von 14 bis 23 Prozent. Grund dafür: die Messmethode.

Wie wird das Körperfett gemessen?

Zur Bestimmung des Fettanteils fließt ein schwacher Strom durch den Körper. Die Waage misst, wie gut dieser durch den Körper geleitet werden kann und errechnet daraus den Fettanteil. Das ist möglich, da Wasser ein guter Leiter ist und Fettgewebe weniger Wasser enthält als Muskeln. Der Computer in der Waage ermittelt dann aus den Messwerten und dem Körpergewicht die Ergebnisse.

Bei den im Handel erhältlichen Körperfettwagen fließt der Strom jedoch nur über zwei Fußelektroden durch die Beine. Fettgewebe oberhalb des Bauchnabels wird nicht in die Messung einbezogen. Daher sind bei medizinischen Messungen auch an den Armen Elektroden angebracht, um ein genaueres Ergebnis zu erhalten. Lassen Sie sich von dieser Tatsache aber nicht zu sehr beirren: Ob Ihre Waage einen Körperfettanteil von 20 oder 25 Prozent ermittelt, ist letztendlich nicht entscheidend. Wichtig ist, dass Sie im Laufe Ihrer Diät oder Ihres Trainings eine Entwicklung erkennen können - das gewährleisten moderne Körperfettwaagen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass Sie immer dasselbe Modell verwenden.

Von Julia Baaken

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