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Wenn die Sonne scheint, sollten Solaranlagen ihr volle Leistung abrufen können. Ist das über längere nicht Zeit so, sollte man die Anlagen vom Fachmann überprüfen lassen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Sonne satt, Erträge mau: Defekte der Solaranlage erkennen

Bei Sonnenschein schlägt das Herz von Solaranlagen-Besitzern höher. Die Paneele auf dem Dach liefern dann Energie satt. Was aber, wenn der Ertrag sinkt oder von vornherein geringer ausfällt als erwartet?

Berlin (dpa/tmn) - Solaranlagen bringen Hausbesitzern saubere Energie. Sie sparen außerdem Energiekosten und machen im Idealfall etwas Gewinn mit ihrer Anlage, wenn diese den nicht benötigten Strom ins Netz einspeist.

Maximalen Nutzen bringen die Solar-Module allerdings nur, wenn sie einwandfrei funktionieren. Produzieren sie weniger, verliert der Hausbesitzer letztlich Geld. Doch ab wie viel Leistungsverlust könnte ein Defekt die Ursache sein? Wo liegen Fehlerquellen? Und wie behebt man sie? Experten geben Antworten auf zentrale Fragen zu schwächelnden Solaranlagen:

Wie viel Leistungsverlust ist noch im Rahmen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Leistung ist von vielen Faktoren abhängig, darunter etwa dem Wetter oder bei Solarthermieanlagen den Gewohnheiten der Bewohner. Hausbesitzer sollten deshalb jeden Monat die Ertragswerte und bei Thermieanlagen auch die Verbrauchswerte aufschreiben, rät Hermann Michael Hell von der Verbraucherzentrale Hamburg. Diese Werte lassen sich mit den Wetterdaten und den Werten aus dem Vorjahr vergleichen. Ergeben sich erhebliche Unterschiede, sollte man seine Anlage prüfen lassen. Außerdem gibt es Ertragsprognosen der Anlagenplaner oder -installateure. Weichen die tatsächlichen Werte maßgeblich ab, sollte man nach technischen Ursachen suchen. Eine Alternative ist, die Erträge ähnlicher Anlagen in der Nachbarschaft zum Vergleich heranzuziehen oder Vergleichsportale mit den Daten zu füttern.

Wie findet man Fehler?

Viele Defekte erkennt man durch Sichtkontrolle. Besitzer sollten regelmäßig die Anzeigen prüfen: Moderne Anlagen sind mit Fehlermeldern ausgestattet. Auch die Module oder Kollektoren werden hin und wieder gecheckt, etwa nach Unwettern. Aber: "Inspektionen auf dem Dach oder Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur von Fachunternehmen durchgeführt werden", sagt Wedepohl. Aber auch Hausbesitzer haben selbst ein paar Möglichkeiten: Digitalfotos von der Straße oder mit dem Selfie-Stick vom Balkon aus am PC vergrößern.

Was sind typische, optisch erkennbare Mängel?

Hinweise sind Verfärbungen einzelner Module oder Kollektoren. Hagelkörner können das Glas der Paneele durchschlagen haben. Auch Staub oder Laubblätter mindern die Leistung. Mit einem langen Stiel und weichen Bürsten können Besitzer ihre Anlage vorsichtig säubern. Von Wasserschläuchen und Hochdruckreinigern rät Wedepohl ab. Und auch hier gilt wieder: Auf das Dach selbst sollten nur Fachleute gehen.

Was sind spezifische Fehlerquellen bei Photovoltaikanlagen?

Korrodierte oder wacklige Kontakte können die Leistung schmälern. Sie liegen aber unter den Paneelen und können von Laien nicht eingesehen werden, sagt Hell. Auch der Wechselrichter sei ein Verschleißteil mit nicht unbegrenzter Lebensdauer. Zu große Widerstände können Modulzellen zerstören. Das können Hausbesitzer mit einer Infrarotkamera erkennen: Die überhitzten Zellen sind wesentlich wärmer als die umliegenden Zellen.

Was sind spezifische Fehlerquellen bei Thermieanlagen?

Die Leitungsflüssigkeit kann zum Beispiel verkochen. Die Pumpe zwischen Pufferspeicher und Kollektoren kann festgefahren sein und gar nicht mehr pumpen. Oder der Heizregler ist falsch eingestellt. "Dann bedient sich die Heizung vom Heizkessel und nicht vom Pufferspeicher, obwohl der voll ist", erklärt Wagnitz.

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