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Spechte bauen ihre Bruthöhlen nicht nur in Bäumen, sondern auch in Hausfassaden. Dies kann massive Schäden für das Mauerwerk bedeuten. Foto: Soeren Stache

Schäden drohen

Spechte bauen Höhlen in Häuserfassaden

Spechte verwechseln Hauswände manchmal mit Bäumen und zimmern sich darin ihre Bruthöhlen. Das sollten Hausbesitzer nicht einfach hinnehmen, denn im Winter drohen schlimme Folgen für das Mauerwerk.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Der Herbst ist eine gute Jahreszeit, um die Bruthöhlen von Spechte in der Hausfassade zu schließen. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist das erst nach der Brutzeit von allen Vögeln möglich, die teils bis August dauert.

Spechte bauen ihre Höhlen nicht nur in Bäume, sondern auch in Hausfassaden: Tiefe Löcher und Schäden in Putz und Wärmedämmung können die Folge sein. Dadurch kann Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen, was sogar zu Schimmelbildung führen kann.

"Spechte klopfen sich über Monate eine Nest-Höhle", erklärt Dagmar Stiefel, Leiterin der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. "Wenn sie bei einer Fassade das Gefühl haben, die klingt hohl oder geeignet, um sie mit dem Schnabel bearbeiten zu lassen, nehmen sie auch die."

Das Dämmmaterial mancher Hausfassade hat eine ähnliche Konsistenz wie weiches Holz - klopft das Tier zum Beispiel auf Styropor, klingt das wie hohles Holz. Und auch die Oberfläche der Fassade erinnert das Tier manchmal an die raue Baumrinde. Die Vogelschutzwarte hat an ihrem Sitz in Frankfurt selbst Erfahrungen gesammelt: "Ein Specht hat in unserer Fassade eine 70 Zentimeter tiefe Höhle gebaut und dabei ganz viel Zellulose raus geholt", berichtet Stiefel.

Schon etwa im Januar fangen die Vögel - in den Städten zumeist Buntspechte - mit dem Bau ihrer Nester an. "Das hängt etwas von der Witterung ab." Aber auch von August bis Oktober klopfen Spechte noch in Bäume und Fassaden. "Das sind dann die Männchen, die sich eine Schlafhöhle bauen, die sie ganzjährig nutzen - eine Art Junggesellenbude." Und nicht nur Spechte nutzen Hauswände - es kann sein, dass nach dem Specht Sperlinge, Meisen, Kleiber, Stare und Mauersegler die Höhle übernehmen und darin brüten, erklärt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern.

Was kann man vorsorglich tun? Blinkende CDs aufhängen oder ganz enge Drähte ziehen, empfiehlt Stiefel. Das kann die Tiere von den Fassaden abhalten. Beides sei bei Hausbesitzern aber nicht sehr beliebt. Größere Löcher sollten vorsichtshalber mit Bau-Schaum aufgefüllt werden. "Aber bitte vorher schauen, dass kein Specht mehr drin ist", betont Stiefel.

Homepage Vogelschutzwarte

Hinweise des Landesbundes für Vogelschutz

Broschüre "Wer klopft denn da? Spechte als Fassadenhacker"

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