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Bisher galt eine Kündigungszeit von mindestens vier Wochen zum Monatsende. Mit der neuen Zwei-Wochen-Frist können Kunden ihren Vertrag beim örtlichen Grundversorger zu jedem x-beliebigen Tag aufkündigen.

Stromanbieter leichter wechseln und Geld sparen

München - Bei Strom und Gas jagt eine Verteuerung die nächste. Millionen Bundesbürger ärgert das sehr. Ab April wird der Anbieterwechsel erleichtert, eine kürzere Kündigungsfrist soll zum Umstieg motivieren.

Es trauen sich längst noch nicht alle, ihrem Energieversorger die Rote Karte zu zeigen und zu einem billigeren umzusteigen. Etwa 50 Prozent aller Haushalte hätten noch nie die Sparchance ergriffen und den Anbieter gewechselt, sagt Fabian Fehrenbach, Energierechtsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Ab 1. April soll eine Neuerung mehr Anreiz schaffen: Wer noch im teuren Grundversorgungstarif steckt, darf dann mit einer verkürzten Frist von zwei Wochen aus seinem Vertrag raus.

Bisher galt eine Kündigungszeit von mindestens vier Wochen zum Monatsende. Mit der neuen Zwei-Wochen-Frist können Kunden ihren Vertrag beim örtlichen Grundversorger zu jedem x-beliebigen Tag aufkündigen. Ein Umstieg sei damit deutlich flexibler möglich, ist Jutta Gelbrich, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen, überzeugt. Lohnen dürfte es sich allemal. Wer sich aus dem teuren gesetzlichen Tarif verabschiedet, spart locker einige Hundert Euro im Jahr - bei Gas oft noch mehr als bei Strom.

Ob die billigere Energie aber künftig tatsächlich schneller als bisher ins Haus kommt, sei fraglich, sagt Roland Pause von der Verbraucherzentrale Sachsen. Zwar darf ein Wechsel laut Energiewirtschaftsgesetz insgesamt nicht länger als drei Wochen dauern. Die Uhr fängt aber nicht mit Antragseingang beim neuen Versorger an zu laufen, sondern erst ab dem Zeitpunkt, ab dem der neue Lieferant den Wechsel beim Netzbetreiber angekündigt hat. Sprich: Schludert der Neue, kann sich der Umstieg auch in Zukunft ziemlich in die Länge ziehen, wie Fehrenbach befürchtet. Daran ändere auch die verkürzte Kündigungsfrist nichts.

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Wer den immer neuen Preisrunden aber endlich einmal ein Schnippchen schlagen will, dem bleibt keine Alternative zum Wechsel. Für Sparfüchse ist ein regelmäßiges, oft jährliches “Anbieter-Hopping“ längst zur Routine geworden. Die meisten steigen wegen eines günstigeren Tarifs oder einer attraktiven Wechselprämie um. Viele Anbieter locken neue Kunden mit bis zu 200 Euro und mehr.

Die Prämie gibt es in der Regel nach einem Jahr. Sparfüchse warten diese Zeit ab und wechseln dann wieder. Für sie gilt die neue Kündigungsfrist aber nicht. Sie müssen sich nach den Ausstiegsfristen in ihren Verträgen richten, die meist vier oder acht Wochen betragen, oft auch bis zu drei Monate.

Eine Ausnahme ist, wenn das Unternehmen die Preise ändert. Dann besteht ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht von einem Monat. Weil viele Gas- und Strom-Anbieter die Verteuerung allerdings jeweils “auf den letzten Drücker“ bekanntgäben, hätten Kunden zunehmend Schwierigkeiten, fristgerecht zu kündigen, ist die Erfahrungen Fehrenbachs. Die Folge: Der Vertrag läuft noch ein Jahr zum erhöhten Preis weiter.

Vorsicht vor Lockangeboten

Wer nach einem billigeren Anbieter Ausschau hält, sollte stets auf der Hut sein vor allzu attraktiven Lockangeboten, warnt Fehrenbach. Verlangt der Neue Vorauskasse oder Kaution, offeriert er großzügige Willkommens-Boni, Paketangebote oder hohe Frei-Kilowattstunden, sei immer Vorsicht angebracht. Beispiel Neukundenbonus: Damit wird der Preis in der Regel erst einmal schöngerechnet. Der Anbieter sei in der Regel nicht der günstigste, betont der Jurist. Im zweiten Vertragsjahr ohne Bonus komme dann das “böse Erwachen“.

Ob Wechsel-Neuling oder alter Hase: Wer mit seinem Versorger Probleme bekommt, hat neuerdings die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstelle Energie, Friedrichstraße 133, in 10117 Berlin, Telefon 030/27 57 24 00 zu wenden (E-Mail: info@schlichtungsstelle-energie.de). Verbraucher müssen sich zuvor bei ihrem Lieferanten beschwert und dessen Antwort vier Wochen abgewartet haben. Dann kann die Schlichtungsstelle weiterhelfen.

dapd

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