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Tulpen sollte man eigentlich lieber nicht ohne Handschuhe anfassen. Denn Hautkontakt kann Jucken, Rötungen und Schwellungen auslösen. Foto: Andrea Warnecke

Tulpe, Rittersporn, Efeu: Viele Gartenpflanzen sind giftig

Man denkt oft, nur exotische Pflanzen seien giftig. Aber in unseren Gärten wächst eine Vielzahl von Pflanzen, die bei Verschlucken tödlich sein können. Vor allem kann der Kontakt mit manchen Gewächsen schmerzhaft sein - etwa mit Thuja und Petersilie.

Bonn (dpa/tmn) - Viele beliebte Gartenpflanzen sind giftig für den Menschen und für Haustiere. Das zählen unter anderem Tulpen, Rittersporn und Eibe.

Welche Pflanzen sind giftig?

Schon bei Hautkontakt mit Tulpen riskieren Hobbygärtner ohne Handschuhe Jucken, Rötungen und Schwellungen. Das Verschlucken löst Erbrechen, Bauchschmerzen, gegebenenfalls auch einen Abfall der Körpertemperatur, Schock, Apathie und bei sehr großen Mengen einen Atemstillstand aus.

Auch ein Öl der Heckenpflanze Thuja ruft bei Berührung Hautirritationen hervor. Nach dem Kontakt sollten sich Hobbygärtner die Hände waschen. Wird etwas davon verschluckt, drohen laut der Giftzentrale Bonn Brechreiz und Durchfall, in seltenen Fällen Leber- und Nierenschäden sowie Krampfanfälle. Sehr giftig sind auch Eiben, Goldregen, Rittersporn, blauer und gelber Eisenhut und die Engelstrompete. Bei Osterglocken ist sogar das Blumenwasser toxisch.

Wie macht sich eine Vergiftung bemerkbar?

Erbrechen und Durchfall sind typische Anzeichen. Manche Pflanzen führen auch zu Benommenheit und Krämpfen. Erweiterte Pupillen können ein weiterer Hinweis auf eine Vergiftung sein. Der Rittersporn zum Beispiel kann bei Verschlucken auch Taubheitsgefühle an Zunge, Händen und Zehen, Schweißausbrüche sowie Koliken und Atemlähmung auslösen. Würgereiz, stark rot gefärbte Lippen und Kreislaufversagen sind weitere mögliche Warnsignale bei Vergiftungen.

Wie reagiere ich?

Mit einem Anruf bei der örtlichen Giftnotrufzentrale. Dort geben Experten Ratschläge, was bei welcher Pflanze zu tun ist. Unter gizbonn.de findet sich auch eine Übersicht über Symptome und Handlungsanweisungen. Als Erstbehandlung trinkt der Betroffene am besten stilles Wasser, um das Gift zu verdünnen. Kohletabletten binden das Gift, sie sollten also im Medikamentenschrank vorrätig sein. Tabu ist Milch, sie kann die Aufnahme des schädlichen Stoffes durch den Darm beschleunigen.

Sobald sich Symptome wie Übelkeit oder Benommenheit zeigen, sollte der Notarzt gerufen werden. Im besten Fall nimmt man Teile der verschluckten Pflanze mit ins Krankenhaus, damit die Ärzte wissen, woher die Vergiftung stammt.

Wie schützen sich Hobbygärtner?

Richtige Vergiftungen treten auf, wenn man Pflanzenteile verschluckt. Aber Hobbygärtner können schon bei ihren normalen  Handgriffen bei der Gartenarbeit betroffen sein. Neben Narzissen, Hyazinthen und Primeln lösen auch viele Mitglieder der Familie der Korbblütler wie Arnika, Beifuß und Ringelblume Hautreizungen aus, erklärt die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA). Besonders schmerzhaft kann der Kontakt zu Wiesenraute, Bergamotte, Sellerie und Petersilie sein. Darin enthaltene Stoffe namens Furocumarine wirken bei Sonneneinstrahlung, es können auf der Haut starke Rötungen und schmerzhafte Blasen entstehen.

Was kann ich dagegen tun?

Die Haut unter fließendem, kaltem Wasser abwaschen, kühlende Umschläge lindern den Juckreiz. Ein Hautarzt oder Allergologe kann mit Hilfe eines Tests die Reizbarkeit bestätigen und sie behandeln. Salben oder Cremes mit Glukokortikoiden oder Antihistaminika lassen Entzündungen oder den Juckreiz dann verschwinden. Die DHA erklärt aber, dass die akuten Symptome auch ohne Behandlung innerhalb weniger Tage abklingen, wenn man von den Pflanzen fernbleibt. Und in Zukunft sollte man einfach mit Handschuhen gärtnern.

Kontaktliste der Giftnotrufzentralen

Liste giftiger Pflanzen und Symptome

Erste Maßnahmen bei Vergiftung

DHA zu Kontaktallergien im Garten (pdf)

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