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Galja V. hatte Ärger mit einer Immobilienanzeige, Bürgeranwalt Dietmar Gaiser konnte helfen.

tz-Bürgeranwalt

Teurer Ärger mit Immo-Anzeige

München - Zwei Wochen gekauft, sechs Wochen bezahlt: Die Münchnerin Galja V. hat teuren ärger mit einer Anzeige auf einem Immobilienportal. Der tz-Bürgeranwalt hilft.

Galja V.(63), IT-Administratorin aus München. schildert ihr Problem: "Ich habe im Internet eine Anzeige bei Immobilienscout24 für die Laufzeit von zwei Wochen geschaltet. Als ich feststellte, dass der Preis für die Anzeige zum dritten Mal von meinem Konto abgebucht wurde, rief ich die Hotline von Immobilienscout24 an. Dort erklärte man mir, dass ich nicht eine Anzeige mit einer Frist von zwei Wochen gebucht hätte, sondern ein „Produkt“ gekauft habe, das sich automatisch verlängert, wenn die Anzeige nicht gelöscht wird. Ein entsprechender Hinweis sei deutlich im Internet sichtbar. Tatsächlich hatte ich einen solchen Hinweis nie gelesen. Die Wohnung war nach der ersten Anzeige vermietet, die weiteren Veröffentlichungen waren also völlig nutzlos. Natürlich versuchte ich, das verlorene Geld auf dem Wege der Kulanz wiederzubekommen. Aber Immobilienscout24 stellt sich stur. Können Sie mir helfen?"

Zuerst setzten wir uns mit der Pressestelle von Immobilienscout24 in Verbindung und schilderten den Fall. Dort teilte man uns mit, die Firma nehme an, dass bei Anzeigen, die nicht deaktiviert sind, auch die Wohnung noch nicht vermietet ist. Deswegen stelle man das Produkt automatisch wieder ins Netz. Aus Kulanzgründen verzichtet man im Fall von Galja V. allerdings auf die Forderungen und werde ihr die beiden Gebühren für die Verlängerungen der Anzeige zurück überweisen. Auf den angeblich „deutlichen Hinweis“ auf die automatische Verlängerung ging die Pressestelle nicht ein. Um herauszufinden, wie deutlich dieser Hinweis ist, arbeiteten wir mit der Verbraucherzentrale Bayern zusammen

Dort schaltete Esther Jontofsohn probeweise eine Anzeige bei Immobilienscout24 und kam zu folgendem Ergebnis: „Wir konnten den Hinweis auf das Weiterlaufen der Anzeige bei fehlender Kündigung zwar finden, allerdings ist dieser in einem Fließtext versteckt und nicht gesondert hervorgehoben. Unseres Erachtens handelt es sich möglicherweise um einen Verstoß gegen die Informationspflichten des Anbieters bei Vertragsabschluss. Wir werden die Internetseite weitergehend überprüfen und erwägen eine Abmahnung der Firma Immobilienscout24 in diesem Zusammenhang.“

Als wir das Ergebnis unserer Recherchen Galja V. mitteilten, war sie höchst erstaunt, was ihre Anfrage beim Bürgeranwalt ausgelöst hatte. Erstens bekommt sie ihr Geld zurück, zweitens befasst sich die Verbraucherzentrale Bayern mit dem Fall und kündigt Konsequenzen an.

tz

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