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Monika Schmucker im unordentlichen Hof.

Doch den Aufstand macht nicht die Vermieterin

Frau kürzte eigene Miete wegen Mängeln und hat nun Ärger

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München - Das Haus, in dem Monika Schmucker eine Wohnung bewohnt, strotzt vor Mängeln. Beseitigt wurden sie bisher nicht - woraufhin Schmucker selbst ihre Miete kürzte. Nun gibt es Ärger.

Zweieinhalb Jahre lang wohnt tz-Leserin Monika Schmucker (48) jetzt in einem Fünf-Parteien-Haus in Hofolding (Kreis München) – mittlerweile bereut sie es, eingezogen zu sein … Sie beschwert sich über jede Menge Mängel, die nicht beseitigt worden seien. In den ersten Monaten hatte sich Schmucker noch sehr wohl gefühlt – auch weil sie zu der Vermieterin, die im selben Haus wohnt, ein gutes Verhältnis aufbaute: „Vertragsabschluss freute ich mich, so eine nette Vermieterin gefunden zu haben.“ Dann aber bekam die Vermieterin (50), die an multipler Sklerose erkrankt ist, eine Betreuerin – das habe deren Sohn veranlasst und vor Gericht durchgesetzt. Mit dieser Betreuerin kommt Mieterin Monika Schmucker nicht zurecht …

Eines von Schmuckers Fenstern mit in die Jahre gekommenem Anstrich.

„Ich habe in der Wohnung einige Mängel – zum Beispiel waren die Rollläden kaputt, die Fenster wurden undicht, und auch die Heizung fiel immer wieder aus, um nur ein paar Dinge zu nennen“, sagt sie. An die Vermieterin konnte sie sich nicht mehr wenden, da nicht diese, sondern die Betreuerin zuständig war. „Ich habe um Mängelbeseitigung gebeten, Fristen gesetzt und so weiter. Vergebens! Die Betreuerin hat mir nie geantwortet und keine Mängel beheben lassen“, sagt Schmucker. Auch die Wohnungen der anderen Mieter hätten Mängel aufgewiesen – von außen ist das dem Haus allerdings nicht anzusehen.

Der Eingangsbereich: Die Bodenplatten haben Risse und sind locker, die Haustür schließt nicht richtig.

„Nachdem nichts passiert ist, habe ich die Miete nach Ankündigung um zehn Prozent gekürzt“, sagt Monika Schmucker. Vereinbart sind 660 Euro monatlich für die Zweizimmer-Wohnung mit 64 Quadratmetern. Ebenso zog Schmucker die Reparaturkosten für die Rollläden von der Miete ab. Nun hat sie einen Brief der Betreuerin bekommen, dass sie alles – also Mietminderung und abgezogene Reparaturkosten sowie eine Nebenkostennachzahlung, insgesamt rund 2300 Euro – sofort nachzuzahlen habe, sonst werde ihr gekündigt.

Wurde Vermieterin jahrelang übers Ohr gehauen?

Die tz setzte sich mit der Betreuerin in Verbindung, die sagt: „In dem Haus sind keine Mängel vorhanden, auch nicht in der Wohnung von Monika Schmucker – deshalb werde ich die ausstehenden Beträge gerichtlich geltend machen.“ Allerdings zeigen Fotos aus dem Haus markante Probleme, etwa Fenster mit abgeblätterter Farbe und Risse in Bodenplatten.

Die Betreuerin sagt allerdings, die Mieter hätten die Vermieterin jahrelang „übers Ohr gehauen und ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, für mich ist das ein Unding, es ist ja eine alte kranke Frau.“ Ein Mieter habe die Miete angeblich immer bar bezahlt und quittieren lassen, „mir aber hat die Vermieterin gesagt, sie habe nie Geld erhalten“. Die Vermieterin wehrt sich gegen diese Aussagen. Sie habe bei Gericht beantragt, eine andere Betreuerin zu bekommen. Sie sagt unter anderem: „Ich bin mit meinen 50 Jahren nicht alt und wurde von meinen Mietern nicht ausgenommen.“ Die Betreuung habe ihr Sohn veranlasst, der „Angst um sein Erbe“ habe. Sie sei mit der Arbeit der Betreuerin nicht zufrieden.

Was Monika Schmucker vorerst nicht hilft …

Wann Sie übrigens die Miete kürzen dürfen, lesen Sie hier.

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