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Philippe Bourbon.

Polizei ermittelt in fünf Fällen

Vertrag ohne Wohnung: Falscher Makler hat mich abgezockt

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München - Ein Mietvertrag ohne Wohnung: Der Münchner Student Philippe Bourbon (21) ist auf einen falschen Makler reingefallen, der ihn und einen Spezl um 4200 Euro betrogen hat. 

Das Geld hatten die zwei Studenten, die eine Wohngemeinschaft gründen wollten, als Kaution für eine angeblich zu vermietende Wohnung überwiesen. Auf ein Konto bei einer Münchner Bank, das, wie sich nun herausstellt, unter falschem Namen eröffnet wurde. Phi­lippe geht davon aus, dass es noch mehr Opfer gibt. 

Die Münchner Polizei bestätigt seinen Verdacht: Bei ihr sind inzwischen fünf Anzeigen eingegangen, die genau den falschen Makler, der auch Philippe betrogen hat, und genau dieselbe angeblich zu vermietende Wohnung betreffen! Die Besichtigungstermine für die Wohnung in der Isartalstraße (Isarvorstadt) waren rappelvoll. Und: Es bekamen wohl Dutzende – wenn nicht sogar noch mehr – Interessenten die Zusage für die Wohnung und den Mietvertrag zugeschickt. Wie viele genau betroffen sind, weiß bislang niemand. 

Eine Mitarbeiterin der Hausverwaltung sagt: „Bei uns rufen seit Mitte Dezember misstrauisch gewordene Mietinteressenten an – und ich fürchte, dass es noch mehr werden, denn der Mietvertrag sollte ja ab 1. März laufen. Manche haben den Betrug vielleicht noch gar nicht bemerkt.“ Dabei ist die angebotene Wohnung fest vermietet, sagt die Hausverwalterin. Sie habe die aktuellen Mieter angeschrieben, bislang aber keine Antwort bekommen. „Ich verstehe nicht, wie es kommen kann, dass die Wohnung annonciert wird und sogar mehrere Massenbesichtigungstermine stattfinden konnten – aber ich will hier niemanden verdächtigen. Das ist ein Fall für die Kriminalpolizei“, sagt sie. 

101-Quadratmeter-Wohnung in perfekter Lage hatte einen gewaltigen Haken

Eine Freundin von Phi­lippe hatte die 101-Quadratmeter-Wohnung Anfang Dezember auf einem Immobilienportal im Internet entdeckt – reich bebildert. „Die Lage war perfekt, die Miete mit 1400 Euro realistisch, wir hatten keinen Verdacht“, sagt Philippe. Beim Besichtigungstermin waren mit ihm gemeinsam rund 20 andere Interessenten da – zudem erfuhr er, dass an mindestens drei Tagen Besichtigungen abgehalten wurden. „Umso glücklicher waren wir, als man uns mitteilte, dass wir die Wohnung bekommen“, sagt Philippe. 

Der Makler schien ihm völlig normal: gebügelte Baumwollhose, rosa Hemd. Ein guter Verkäufer, der viel redet. Philippe fotografierte sich seine Visitenkarte ab – als Büroanschrift war eine Adresse in Neuhausen angegeben. Dann ging alles schnell. Bourbon: „Der angebliche Makler rief an und sagte, wir sollten den Mietvertrag schnell unterschreiben und mit dem Nachweis, dass wir die Kaution überwiesen haben, zurückschicken – denn sein Auftraggeber sei ein alter Mann, der alles schnell unter Dach und Fach haben will.“ Am 5. Januar überwiesen er und sein Spezl die Kaution. 

Erst als sie bei der Polizei Anzeige erstatteten, erfuhren sie, dass es den als Kontoinhaber genannten Vermieter in München gar nicht gibt und das Konto offenbar mit gefälschten oder gestohlenen Papieren eröffnet wurde. Das erste Mal misstrauisch geworden waren die Studenten, als sie am vergangenen Mittwoch bei dem angeblichen Makler anriefen, um einen Termin zum genauen Ausmessen zu vereinbaren. „Eine Frau ging ans Telefon und vertröstete uns. Danach war das Telefon tot“, sagt Philippe. Die zwei fuhren zu der Büroadresse des angeblichen Maklers – aber ein Maklerbüro gab es dort keines. Das bestätigt auch die Polizei. 

Betrogene Studenten erstatten Anzeige

Als die Studenten bei der Hausverwaltung anriefen, deren Nummer sie im Haus an der Isartalstraße fanden, erfuhren sie, dass sie betrogen worden waren und erstatteten Anzeige. Viel Hoffnung, sein Geld wieder zurückzubekommen, hat Philippe ­Bourbon nicht. „Das ist ein so perfider und gut aufgezogener Betrug, dass unser hart erarbeitetes Geld wohl weg ist“, sagt er. Beim nächsten Mal wird er kein Geld vor der Wohnungsübergabe mehr überweisen, sagt er. Und: „Nachher ist man immer schlauer.“

Susanne Sasse

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