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Die Aktivisten Lisa Rüffer, Magnus Hartl, Max Heisler und Max Brandl (an der Pilotystraße).

Rathaus plant Konkurrenz-Angebot

Übernimmt die Stadt den Leerstandsmelder?

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München - Leerstehende Wohnungen in München? Davon gibt es mehr als genug – und das ist ein Skandal. Die ehrenamtliche Initiative Leerstand089 beschäftigt sich seit 2013 mit dem Thema.

Wegen der Vielzahl der Fälle wünschten sich die Ehrenamtler eine Finanzierungshilfe der Stadt, um hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen zu können. Jetzt kommt es womöglich noch anders: Die Stadt will die Idee kopieren, Ehrenamtliche sollen dabei aber keine Rolle spielen.

Alarmiert von Leerständen in der Müllerstraße und der Pilotystraße waren die Journalistin Lisa Rüffer, Maximilian Heisler vom Bündnis Bezahlbares Wohnen und andere Aktivisten auf die Idee gekommen, Bürgern auf einer Internet-Seite die Möglichkeit zu geben, ungenutzten Wohnraum zu melden. Ehrenamtliche recherchierten die Meldungen dann. Doch die Flut der Meldungen war so groß, dass die Ehrenamtlichen sie nicht bewältigen konnten – sodass die Internet-Seite eingefroren wurde. Rüffer, Heisler und ihre Freunde sprachen bei den Rathaus-Parteien vor, ob die Stadt das Projekt nicht unterstützen könnte. Die SPD stellte einen entsprechenden Antrag.

Das Sozialreferat will nun die Idee übernehmen, indem es bereits bestehende Formulare im Internet modernisiert – zwei Mitarbeiter sollen für die Bearbeitung eingestellt werden. Warum man nicht einfach Leerstand089 bezuschusst? „Alle über den Hinweis an sich hinausgehenden Ermittlungstätigkeiten dürfen schon rein verfassungsrechtlich nur von Behörden selbst übernommen werden.“ Am Donnerstag befasst sich der Sozialausschuss mit der Sache.

Von einer Veröffentlichung der Leerstände auf einem Stadtplan wie bei Leerstand089 ist übrigens nicht mehr die Rede. Heisler enttäuscht: „Damit ist das bürgerschaftliche Engagement, getragene von Leerstand 089, gestorben.“ 

Einige Beispiele

Ein Beispielfall: Seit 2005 steht das Döner-Haus an der Schwanthalerstraße leer Fotos: Oliver Bodmer, Klaus Haag

Es gibt hunderte Immobilien in München, in denen man wohnen könnte, doch sie werden nicht genutzt. An der Schwanthalerstraße ist das ehemalige Döner-Haus seit 2005 eine Dauerärgernis. Es dauerte Jahre, bis sich der Besitzer und die Stadt über einen geplanten Neubau einig waren, der 2013 genehmigt wurde. Offenbar hat sich der Besitzer dabei überhoben, es sollte vorige Woche zwangsversteigert werden. Die Stadt hätte das Haus gerne ersteigert, die Zwangsversteigerung wurde von den Gläubigern gestoppt. Ein Bußgeld wurde bislang nicht verhängt, da für das Haus ein „Negativattest“ vorliegt. Das heißt: Wenn eine Sanierung mehr kosten würde als man in zehn Jahren an Mieteinnahmen hätte, ist man von den Geldbußen von bis zu 50 000 Euro befreit. Gleiches gilt für ein Wohnanwesen in der Geyerstraße, das seit über 30 Jahren mit seinen Wohnungen leer steht. In der Holzapfelstraße steht gegenüber dem „Dönerhaus“ der ehemalige „Schnitzelwirt“ mit seinen Wohnungen seit drei Jahren leer.

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