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Einen ersten Vorgeschmack auf den drohenden Preisanstieg dürften die Stromkunden bereits zum Jahreswechsel erhalten.

Verbaucherschützer warnen

Preisexplosion bei Strom: 500 Euro mehr pro Jahr?

Düsseldorf - Durch die Energiewende droht in Deutschland eine Preisexplosion bei Strom. Mieterbund, Handwerkstag und Verbraucherzentrale schlagen Alarm.

Mieterbund, Handwerkstag und Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen warnten am Montag in einem offenen Brief, das Land steuere bis 2020 „womöglich auf einen Haushaltsstrompreis von 40 Cent je Kilowattstunde“ zu. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden würde das eine Mehrbelastung von 500 Euro im Jahr bedeuten.

Nicht ganz so dramatisch, aber immer noch teuer für die Stromkunden fällt eine Prognose des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) aus. Danach droht in den nächsten Jahren eine Verdoppelung der EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien. Bis 2022 werde die mit der Stromrechnung bezahlte Umlage voraussichtlich von 3,6 auf bis zu 7,5 Cent je Kilowattstunde steigen, sagte der vzbv-Energieexperte Holger Krawinkel am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Dies würde immer noch eine Mehrbelastung von rund 160 Euro jährlich bedeuten.

Einen ersten Vorgeschmack auf den drohenden Preisanstieg dürften die Stromkunden bereits zum Jahreswechsel erhalten. Dann rechnen die deutschen Netzbetreiber nach dapd-Informationen mit einem Anstieg der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von derzeit 3,6 auf über 5,0 Cent. Allein das bedeutet Mehrkosten von über 50 Euro für den Durchschnittsverbraucher. Der Hintergrund: Schon in den ersten neuen Monaten 2012 gab es bei der EEG-Umlage nach Angaben der Netzbetreiber ein Finanzloch von 2,6 Milliarden Euro.

Offshore-Windanlagen als Preistreiber

Bislang treibt vor allem der rasche Ausbau der Sonnenenergie die Kosten der EEG-Umlage in die Höhe. Doch werde in Zukunft der Ausbau der Offshore-Windenergie eine noch größere Rolle als Preistreiber spielen, sagte Krawinkel. Im ZDF-Wirtschaftsmagazin „WISO“ drängte der Verbraucherschützer die Regierung dazu, hier auf die Bremse zu treten. „Tut sie das nicht und wird der Ausbau der Offshore-Windenergie nicht verlangsamt, zahlt der Verbraucher die Zeche.“

Krawinkel steht nicht alleine da mit seinem Appell an die Politik. Mieterbund, Verbraucherschützer und Handwerkstag in Nordrhein-Westfalen forderten am Montag in einem offenen Brief an die Düsseldorfer Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), sich für eine Begrenzung weiterer Umlageerhöhungen einzusetzen. Als Alternative brachten sie eine mögliche Steuerfinanzierung anstehender Infrastrukturausgaben ins Gespräch.

Auf Kritik bei den Verbänden stieß vor allem „die ausufernde Erweiterung der Befreiungsregelung“ für energieintensive Betriebe. Eine solche Ausnahmeregelung müsse strikt auf Unternehmen begrenzt werden, die nachweislich im internationalen Wettbewerb stünden. Außerdem kritisierten sie die Überförderung der Photovoltaik und die überzogenen Haftungsregelungen für gescheiterte Netzanbindungen von Offshore-Windkraftanlagen.

dapd

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