Gerichtsurteil

Verlorener Hausschlüssel kann teuer werden

Karlsruhe - Verliert ein Mieter seinen zu einer Schließanlage gehörenden Wohnungsschlüssel, kann das sehr teuer werden. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs hat das entschieden.

Mieter, die ihren Wohnungsschlüssel verloren haben, müssen nur dann die Kosten für eine neue Schließanlage bezahlen, wenn die ganze Anlage tatsächlich ausgetauscht wurde. Das hat der Bundesgerichtshof in einem am Mittwoch verkündeten Urteil entschieden. Ein Mieter, der seinen Schlüssel verliert, muss demnach grundsätzlich Schadenersatz leisten. Das kann den Austausch der Schließanlage umfassen, wenn es aus Sicherheitsgründen erforderlich ist. Ein ersatzfähiger Schaden liege aber erst vor, wenn die Schließanlage tatsächlich ausgetauscht wurde (Az.: VIII ZR 205/13).

Die Richter gaben damit der Revision eines Mieters statt. Der Vermieter eines Hauses in der Nähe von Heidelberg wollte einen Kostenvorschuss für den Austausch der gesamten Schließanlage, nachdem der Mieter beim Auszug nur einen von zwei Schlüsseln zurückgegeben hatte. Das hätte knapp 1500 Euro gekostet. Die Anlage wurde aber bislang nicht ausgetauscht.

Das Landgericht Heidelberg hatte in der Vorinstanz noch entschieden, dass es nicht darauf ankomme, ob die Schließanlage bereits ausgetauscht oder dies auch nur beabsichtigt sei. Das entspricht den grundsätzlichen Regeln: Wer eine Sache kaputtmacht, soll so viel zahlen, wie es kosten würde, den Schaden auszugleichen - was der Geschädigte dann mit dem Geld macht, ist seine Sache. Der BGH ändert an diesem Prinzip nichts - er umgeht das Problem, indem er einen Vermögensschaden an der gesamten Schließanlage erst anerkennt, wenn die Anlage auch wirklich ausgetauscht wurde.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) kritisierte die Entscheidung. Sie bedeute ein „weiteres finanzielles Risiko für den Vermieter“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. „Nach dieser Entscheidung müssen Vermieter offenbar für Schäden, die vom Mieter verursacht und zu bezahlen sind, zunächst in Vorleistung treten, ohne aber zu wissen, ob sie das Geld vom Mieter wieder zurückbekommen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schadet der Zimmerpflanze zu viel Gießwasser?
Viele machen es Pi mal Daumen - und dann noch ein bisschen Wasser obendrauf. Doch das könnte beim Blumengießen schon zu viel sein. Staunässe droht und die mögen …
Schadet der Zimmerpflanze zu viel Gießwasser?
Braune Ränder an Teetassen vermeiden
Teetrinker ärgern sich über die braunen Ränder am Porzellan. Besonders kleine Kratzer und abgeplatzte Stellen werden besonders schnell dunkel. Dagegen hilft nur schnell …
Braune Ränder an Teetassen vermeiden
Sonnenauge verlängert den Sommer
Die trüben Herbsttage kommen, ob man will oder nicht. Abfinden muss man sich mit dem Grau nicht. Für leuchtende Strahlen kann das Sonnenauge sorgen - sowohl im Garten …
Sonnenauge verlängert den Sommer
Vitaminbombe aus dem eigenen Garten: Grünkohl anbauen
Seine Zeit naht: Der Grünkohl ist wieder da. Er gilt als Spezialität des Nordens. Doch wenn das Klima stimmt, lässt sich der Winterkohl auch in weiteren Regionen …
Vitaminbombe aus dem eigenen Garten: Grünkohl anbauen

Kommentare