„Was ist, wenn meinem Kind etwas zustößt?“ Diesen Gedanken hatte schon jeder, der Kinder hat. Gegen Unfall oder schwere Erkrankung gibt es keinen absoluten Schutz, doch eine Kinderinvaliditätsversicherung kann helfen, die finanziellen Folgen erträglich zu machen.

VERSICHERUNGS-CHECK

Schutz für Familie und Heim

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Haben Sie den richtigen Versicherungsschutz? Nicht jeder braucht jede Police zu jeder Zeit. In unserem Versicherungs-Check klären wir heute, welche Versicherungen für Familien, Immobilienbesitzer und Tierhalter unverzichtbar sind.

Versichern kann man beinah alles. Doch wer braucht welche Police? Entscheidend ist, dass man seine eigenen Risiken kennt und sich mit ihnen auseinandersetzt. Der richtige Versicherungsschutz hängt immer auch von der individuellen Lebenssituation ab.

Im letzten Teil unseres Versicherungschecks ging es um den Schutz bei Krankheit und Pflege - nun geht es um Policen rund um die Familie und das Zuhause.

Kinderinvalidität

Mit einer privaten Kinderinvaliditätsversicherung können Eltern dafür sorgen, dass genügend Geld zur Verfügung steht, falls ihr Kind schwerbehindert werden sollte. Ob eine Krankheit oder ein Unfall die Ursache ist, spielt keine Rolle. „Kinder sind bei Invalidität viel umfassender versichert als bei der häufiger abgeschlossenen Kinderunfallversicherung“, erklärt Susanne Arndt vom VerbraucherService Bayern. Da es sehr viel wahrscheinlicher ist, dass der Nachwuchs durch Krankheiten invalide werde als durch einen Unfall, sei eine Invaliditätsversicherung einer Unfallversicherung vorzuziehen. Eine zusätzliche Kinderunfallversicherung ist unnötig.

Versicherer bieten Kinderinvaliditätsversicherungen in der Regel ab dem ersten Geburtstag an. Vertragsabschlüsse sind nur bis zum einem bestimmten Alter möglich – zum Teil bis zum 14., manchmal bis zum 16. Lebensjahr. Bestehende Verträge laufen je nach Versicherung bis zur Vollendung des 18., teilweise bis zum 21. Lebensjahr. Die meisten Verträge bieten eine lebenslange monatliche Rente, manche eine zusätzliche Einmalzahlung. Bei den Kosten für eine gute Police muss man mit rund 400 Euro im Jahr rechnen.

Lebensversicherung

Während die meisten Experten vom Abschluss einer Kapitallebensversicherung mittlerweile abraten, sind sich alle einig: Eine Risikolebensversicherung braucht jeder, der Hinterbliebene hat. Auf jeden Fall sollte der Ernährer der Familie abgesichert sein. Für Singles ist eine solche Police dagegen verzichtbar. Das System der Risikolebensversicherung ist simpel: Stirbt der Versicherte, wird die Versicherungssumme ausgezahlt. Begünstigen kann man dabei jeden: Angehörige, Freunde oder den Partner. „Der Richtwert für die Höhe der Versicherungssumme entspricht drei Jahresnettogehältern plus eventuellen Restschulden – wie zum Beispiel einer Hypothek“, sagt Timo Voß, der beim Bund der Versicherten die Verbraucherberatung leitet. Sinnvoll ist zudem der Einschluss einer Erhöhungsoption: Dann kann man nach Ereignissen wie Heirat oder der Geburt eines Kindes den Versicherungsschutz ohne neuerliche Gesundheitsprüfung erhöhen. Besonders wichtig: „Antragsteller müssen unbedingt darauf achten, Gesundheitsfragen korrekt zu beantworten, damit der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung nicht verweigern kann“, betont Verbraucherberaterin Arndt. Das gilt grundsätzlich – nicht nur beim Abschluss einer Risikolebensversicherung.

Immobilien

Eine Wohngebäudeversicherung ist nicht Pflicht, dennoch sollte jeder Immobilienbesitzer eine solche Police abschließen. Weil die Folgen des Klimawandels immer deutlicher werden, rät der Bund der Versicherten zudem, eine Elementarschadenversicherung zusätzlich zu wählen – zumindest wenn man in einem hochwassergefährdeten Gebiet wohnt. „Die Elementarschadenversicherung wird in der Regel als Zusatzversicherung zur Wohngebäudeversicherung angeboten“, erklärt Voß. Der Haken: Versicherer teilen Deutschland in Risiko-Zonen ein; wer in einer Region mit besonders hoher Gefährdung wohnt, bekommt unter Umständen gar keinen Versicherungsschutz. Die Wohngebäudeversicherung versichert das Zuhause, wenn ein Brand ausbricht, Sturm an der Fassade rüttelt, Hagelkörner gegen die Rollläden prasseln, der Blitz einschlägt oder nach einem Rohrbruch Wasser durch die Flure schießt. Sie hilft auch bei Schäden am Haus durch Explosion oder nach einem Flugzeugabsturz. Die Elementarschadenversicherung tritt dagegen bei Naturkatastrophen wie etwa Überschwemmungen durch Flüsse oder Seen oder nach sintflutartigen Regenfällen ein – ebenfalls nach Erdbeben oder Erdrutschen, nach Vulkanausbrüchen sowie nach Lawinen, Rückstau oder Schneedruck.

Für die Beitragshöhe entscheidend sind der Wohnort, Alter sowie Bauart des Hauses und ob die Wohnung ständig bewohnt wird. Auch die Nutzungsart (privat oder geschäftlich) spielt eine Rolle. Ganz entscheidend ist zudem der Wert der Immobilie. Wichtig ist vor dem Abschluss der Blick ins Kleingedruckte: Es sollten eine ganze Reihe von Klauseln enthalten sein – unter anderem sollte der Versicherer auf den Einwand der „groben Fahrlässigkeit“ verzichten. Beispiele: Werden Kerzen unbeaufsichtigt brennen gelassen oder die Spülmaschine beim Verlassen des Hauses nicht abgeschaltet, darf der Versicherer ohne den Verzicht seine Leistungen je nach Schwere der Schuld des Versicherten kürzen.

Hausrat

Grundsätzlich gilt: Man versichert da, wo ein Risiko besteht, das man nicht selbst abdecken kann. Das gilt auch im Fall von Hausrat. Wer besonders teure Möbel zu Hause hat, die er nicht ohne Weiteres ersetzen könnte, für den lohnt eine Hausrat-Versicherung. Zum Hab und Gut zählen auch Kleidung, Schmuck, Bargeld und Elektrogeräte. „Versicherungsort“ ist das Zuhause samt Balkon, Terrasse, Loggia, Garage und Nebengebäuden. Zum Hausrat zählt zudem alles, was man von zu Hause aus mitnimmt, wenn man verreist. Deshalb ist sogar das aus dem Hotelzimmer auf Mallorca gestohlene Notebook versichert. Die Tarife der Versicherer variieren stark – je nach Leistung und Wohnort werden gut 100 oder mehr als 500 Euro für eine 120-Quadratmeter-Wohnung fällig. Das hat die Stiftung Warentest in einem Tarif-Vergleich ermittelt. Wichtig: Wer sich für eine Hausratversicherung entscheidet, sollte auf die Höhe der Versicherungssumme achten. Sie wird pauschal vereinbart – oder der Kunde gibt einen Betrag vor, nachdem er den Wert seines Hausrats geschätzt hat. Die übliche Pauschale beträgt 650 Euro pro Quadratmeter – bei 120 Quadratmetern also 78 000 Euro.

Tierhaftpflicht

Selbst liebe Hunde und Pferde können Schäden verursachen. Nach Paragraph 833 BGB haften Tierhalter grundsätzlich für diese Schäden – egal ob sie etwas falsch gemacht haben oder nicht. Halter von Kleintieren wie Hamster oder Katzen sind durch ihre private Haftpflichtversicherung geschützt. Schäden durch Hunde und Pferde deckt diese aber nicht ab. Halter sollten deshalb eine Tierhaftpflichtversicherung abschließen.

Stiftung Warentest hat erst kürzlich entsprechende Tarife unter die Lupe genommen. Bei den Testsiegern gilt eine Versicherungssumme von fünf Millionen Euro, der Schutz gilt auch für Welpen und Fohlen und bei Verstößen gegen die Halterpflichten; außerdem sind Deckschäden mitversichert. Bei der Hundehaftpflicht empfiehlt Stiftung Warentest die NV-Versicherung (Tarif: Premium) für 58 Euro jährlich. Testsieger unter den Pferdehaftpflichtversicherungen ist die GVO Versicherung mit dem Tarif „Smart and easy“ für 91 Euro im Jahr.

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