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Warum uns und dem Zuhause ein Frühjahrsputz gut tut

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Entkalken
Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Armaturen entkalkt? Wie wär's damit im Rahmen eines Frühjahrsputzes? © Christin Klose/dpa-tmn/dpa/Illustrationen

Vieles Spricht gegen einen Frühjahrsputz: die nötige Zeit, die Arbeit in anstrengenden Zeiten und auch das Warum. Wir putzen doch eh wöchentlich, oder? Warum sich der Frühjahrsputz dennoch lohnt.

Berlin - Reden wir offen: Die wenigsten schaffen es, den eigenen Lebensraum staubkörnchenrein zu bekommen. Und wer will das auch? Wer hat schon wöchentlich die Zeit und Energie, den letzten Krümel aus der hintersten Ecke zu fischen?

Dann ist da auch noch das Leben: Irgendwas - die Kinder, das eigene Missgeschick, der fiese Kalk - hinterlässt immer dort einen Fleck, wo man gerade gewischt hat. Es mag für viele von uns besser sein, ein wenig Alltagsdreck in den Nischen zu akzeptieren als sich ständig mit Hausarbeit zu stressen.

Aber ab und an fühlt es sich richtig gut an, auch die versteckten Ecken in Haus oder Wohnung in Angriff zu nehmen. Meist kommt die Muße dafür mit dem Ende des Winters - beim Frühjahrsputz. Hier sind Ideen und Tipps für das Großreinemachen einiger besonderer Stellen:

Fenster nicht nur putzen, sondern auch ölen

Hauptangriffspunkt könnten Ihre Fenster sein. Warum, sehen Sie, wenn Sie eigentlich in die Frühlingssonne draußen sehen wollen: Ihre Strahlen beleuchten gnadenlos den Dreck, der vom Herbst und Winter auf der Scheibe übrig geblieben ist.

Es gehört aber mindestens einmal im Jahr mehr zur Fensterpflege, als nur Scheibe und Rahmen zu reinigen. Der Verband Fenster + Fassade empfiehlt, die Beschläge von Staub und Schmutz zu befreien und alle beweglichen Teile mit ein paar Tropfen Öl zu versehen.

Außerdem ist es nach jedem Fensterputzen gut, die Dichtungen mit einer Pflegemilch zu versorgen. So werden sie nicht spröde. Die Entwässerungsöffnungen im unteren Rahmenbereich sollten mit einem sehr kleinen Schraubenzieher gereinigt werden. Sie dürfen nicht verstopfen, denn darüber wird Regenwasser abgeleitet.

Auf den Schränken wischen

Die hohen Schränke sind dankbar, wenn es um Dreck geht: Man sieht ihn darauf nicht. Und doch sammelt sich dort über das Jahr hinweg Staub an, in der Küche auch Kochfett, das irgendwann zu einer ekligen, klebrigen Masse wird. Daher braucht man oft mehr als nur etwas Wasser zum Wegwischen: Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel rät bei Küchenschränken zu Küchenreinigern mit fettlösender Wirkung.

Lebensmittel
Auch das kann ein Punkt des Frühjahrsputzes sein: Lebensmittel auf ihre Haltbarkeit prüfen und Abgelaufenes wegwerfen. © Christin Klose/dpa-tmn/dpa/Illustration

Außerdem lohnt es sich, Schränke innen zu putzen: Alles herausräumen, ausmisten, was nicht mehr gebraucht wird oder abgelaufen ist, alles auswischen und wieder einräumen. Schon allein die neue Übersichtlichkeit kann ein gutes Gefühl geben.

Bei der Gelegenheit könnten Sie übrigens auch überprüfen, ob alle Schrauben am Regal oder Schrank noch fest sitzen. Gleiches gilt für Stühle, Tische und Betten.

Kühlschrank und Gefrierschrank reinigen

Im frühen Frühling ist es morgens oft noch frostig. Das ist eine gute Gelegenheit, Kühl- und Gefrierschränke abzutauen und zu reinigen. Die Lebensmittel lagern zwischenzeitlich einfach draußen oder an kühleren Stellen im Haus, etwa im unbeheizten Flur.

Ledersofas eincremen

Sessel und Sofas aus Leder brauchen zweimal im Jahr, etwa im Herbst und eben jetzt im Frühjahr, extra Pflege. So vermeidet man, dass das Material spröde wird und reißt.

Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel empfiehlt daher, eine Ledercreme oder -milch für glattes Leder oder ein fettfreies Spray bei Rau- oder Nubukleder. Vorher wird das Polstermöbel abgesaugt und mit einem Ledertuch geputzt, das nur leicht mit einem Gemisch aus destilliertem Wasser und neutraler Seife befeuchtet wird.

Auch Stoffbezüge sollten hin und wieder in der Waschmaschine gereinigt werden. Wenn das nicht geht, wischt man in Strichrichtung mit einem Fensterleder darüber, das ebenfalls mit Destillierwasser leicht angefeuchtet wurde. Falls nötig, kann man auch ein wenig Neutralseife oder den Schaum von Feinwaschmittel hinzufügen.

Machen, was dem Werterhalt Ihres Eigentums dient

Das sind nur ein paar Vorschläge. Es gibt beim Frühjahrsputz kein Muss: Gehen Sie das an, was Sie stört. Und: Reinigen und warten Sie, was dem Werterhalt Ihres Eigentums dient.

Der Frühjahrsputz kann also eine Gelegenheit sein, die Armaturen zu entkalken, die Wasch- und Spülmaschine zu putzen, Gardinen zu waschen oder Rollos abzustauben. Sie können den Filter des Staubsaugers leeren, Leuchten sowie die Türen im Haus und am Eingangsbereich putzen und warten. Apropos Eingang: Wann haben Sie das letzte Mal den Fußabtreter vom Dreck befreit?

Frühjahrsputz
Wenn die Frühlingssonne auf die Fenster scheint: Dreckige Scheiben fallen jetzt besonders auf. © Christin Klose/dpa-tmn/dpa/Illustration

Noch eine Idee: Die Winterkleidung, wenn die Temperaturen es denn mitmachen, verräumen. Mancher mag die Gelegenheit nutzen, nicht mehr Gebrauchtes auszumisten und zu spenden.

Sich verabreden - mit dem Zuhause und mit Freunden

Aber all das fühlt sich nur in Maßen gut an. Dauert der Frühjahrsputz zu lange, ist man genervt. Es mag manchem helfen, die Aufgaben zu sammeln und über einige Zeit in kleinen Dosen anzugehen. Aber lassen Sie in dieser Liste alles weg, was Sie regelmäßig putzen, etwa Toilette, Badewanne, Regale. Das gehört nicht zum Frühjahrsputz.

Dieses Reinemachen ist etwas Besonderes, ein Date mit Ihrem Zuhause. Daher rät der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel auch, die Musik beim Putzen laut aufzudrehen. Wer Gesellschaft schätzt, sollte Freunde oder Familie einladen, mitzumachen - mit anschließender Belohnung.

Reinigen
Sie ist zum Reinigen da - aber ab und an sollte auch die Waschmaschine mal geputzt werden. © Christin Klose/dpa-tmn/dpa/Illustration

Und bei nächster Gelegenheit hilft man dem anderen bei so einer Putzparty. Denn zusammen macht der Frühjahrsputz sogar Spaß. dpa

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