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Auch wenn das neue Domizil groß und günstig ist: Ein echter Stadtmensch findet sein Wohnglück nicht auf dem Land.

Wohnungssuche

Welcher Wohntyp sind Sie?

Stadt oder Land? Haus oder Wohnung? Bevor Sie sich für den Kauf einer Immobilie entscheiden, sollten Sie sich ein paar grundsätzliche Frage stellen:

Früher zählte nur die Nähe zum Arbeitsplatz

Früher suchten sich die Menschen eine Arbeitsstelle und zogen dann mit Sack und Pack in deren Nähe, denn es gibt doch nichts Schöneres als einen kurzen Arbeitsweg: Morgens muss man nicht so früh raus und abends ist man schneller bei seinen Lieben. Und wer zu Fuß oder mit dem Rad ins Büro kam, wurde als Umweltschützer angesehen. Doch die Arbeitswelt ist flexibler geworden und erwartet Flexibilität auch von den Mitarbeitern. Da ziehen Abteilungen aus der teuren Stadtmitte an den Stadtrand oder ganze Headquarter vom Flughafennahen Standort nach München. Die Adresse ist halt bekannter als Unterschleißheim, das jetzt Microsoft verliert. Arbeitsplatz-Nähe ist daher kein besonderes Kriterium für Immobiliensuchende. Denn aus den eigenen vier Wänden zieht man wegen eines anderen Arbeitsplatzes nicht so schnell aus. Worauf es in allen Lagen ankommt, ist die Anbindung an schnelle öffentliche Verkehrsmittel.

Wichtige Fragen

Stadt oder Land? Haus oder Wohnung? Erdgeschoss oder Etage? Alt- oder Neubau? Citytrubel oder Siedlungsruhe? Riesenloft oder Kuschelnest? Diese Fragenliste gilt es vor dem Beginn der Suche abzuarbeiten. Die Antworten sollten dabei nicht vom Budget abhängen, sondern vom Wohntyp. Denn ein echter Stadtmensch findet sein Wohnglück nicht auf dem Land – da kann das neue Domizil noch so groß und günstig sein.

Keine Kompromisse

Bei der Wahl der passenden Lage und des richtigen Objekttyp sollten erst einmal keine Kompromisse eingegangen werden. Wer also beschlossen hat, künftig einen Garten sein Eigen zu nennen, sollte auch konsequent nach nichts anderem Ausschau halten. Und wer seit Jahren den Trubel rund um den Münchner Gärtnerplatz schätzt, wird in der Reihenhaussiedlung am Stadtrand garantiert unglücklich. Prinzipiell ist zu bedenken, dass beim Wohnen jede Entscheidung für etwas immer auch eine Entscheidung gegen etwas ist. Die allerbesten Verkehrsanbindungen sind nun mal laute Ausfallstraßen. Und am ruhigsten wohnt man da, wo nach der Tagesschau die Gehwege hochgeklappt werden.

Haus oder Wohnung?

Die entscheidendste Frage auf dem Weg in die eigenen vier Wände ist, ob diese in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus liegen sollen. Denn die Antwort bestimmt wesentlich den Wohntyp. Ist man gern unter Nachbarn, organisiert gern ein Hoffest und will seine Zeit nicht mit Verwaltungskram und Hausmeisterarbeiten vertun? Dann ist man im ordentlich verwalteten Mehrfamilienhaus genau richtig. Hier sollte man allerdings mehrheitsfähig sein. Denn fast alles am Gebäude – außer dem Leerraum zwischen den Wohnungswänden – steht im Eigentum der Gemeinschaft, die darüber per Abstimmung entscheidet. Ganz anders sieht es im Einfamilienhaus aus. Hier fahren die Eigentümer – wenn ihnen danach ist – am Samstagvormittag spontan in den Baumarkt und legen mittags schon los. Denn hier gibt es immer was zu tun: neuer Fassadenanstrich, schönerer Briefkasten, ein offener Kamin, eine Pergola, ein Grillplatz, ein Wasserspiel im Garten oder gar ein Pool? Alles kein Problem für die Selbstverwirklicher, die hier oft zu geschickten Heimwerkern werden. Dabei geht es gar nicht ums Geldsparen. Es geht darum, Werte selber zu schaffen. Die Baumarkt- Branche lebt von diesem Trend prächtig.

Die Kehrseite der Medaille ist freilich: Hier gibt es wirklich immer was zu tun. Heizöl muss rechtzeitig bestellt werden, für Versicherungen muss gesorgt sein, die Mülltonnen müssen selbst bewegt werden, die Treppenhausbeleuchtung muss funktionieren, der Rasen gemäht werden, der Kaminkehrer muss ins Haus, Schnee ist zu räumen, die Heizung zu warten – und, und, und...

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