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Die Natur bietet im Winter was fürs Auge: Bizarre Eisgebilde an Sträuchern. Foto: Michael Reichel

Wenn's weiß wird: Wissenswertes über Schnee

Der Wintereinbruch freut die einen, anderen wird die Kälte zum Verhängnis. Spiegelglatte Straßen können zu Unfällen führen. Dagegen lädt die weiße Pracht zu Spaziergängen ein. Was man sonst noch so über Schnee wissen sollte.

Berlin (dpa) - Schnee ist faszinierend, macht Spaß, kann aber auch gefährlich werden. Wissenswertes rund um die weiße Pracht:

Schneeflocken: Sie bestehen aus Eiskristallen. Am Anfang steht oft ein Staubkorn oder ein gefrorenes Wassertröpfchen als Keim, an den in den Wolken Wasserdampf andockt. Nach und nach entstehen Prismen, Säulen, Plättchen, Nadeln oder Schneesterne. Weil sich die Wassermoleküle in bestimmten Winkeln aneinanderlagern, sind Schneekristalle in der Regel sechseckig. Wegen der unzähligen Möglichkeiten, wie sich Moleküle zusammenfinden können, geht man davon aus, dass jeder Kristall einzigartig ist. Mehrere Kristalle zusammen bilden eine Schneeflocke.

Schneeflockengröße: Typischerweise haben Schneeflocken einen Durchmesser von einigen Millimetern, erklärt das Schweizer WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF). Im Guinness-Buch der Rekorde sei aber auch eine 38 Zentimetern breite Flocke aufgeführt. Tendenziell gilt: Je milder die Minustemperatur, desto leichter kleben Kristalle zu größeren Flocken zusammen.

Schneegewicht:Schnee enthält viel Luft in den Zwischenräumen in und zwischen den Flocken. Eine fünf Millimeter breite Flocke hat darum nur etwa vier Tausendstel Gramm Gewicht, wie Andreas Friedrich, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagt. Doch ein Kubikmeter vereister oder feuchter Schnee kann eine halbe Tonne wiegen. Unter dem Gewicht können Äste oder ganze Bäume abknicken und Dächer von Gebäuden einbrechen.

Schneeweiß: Wenn Licht auf Schnee fällt, wird es an den vielen Oberflächen der Kristalle in alle Richtungen reflektiert. Zudem wird es an den Grenzflächen zwischen dem Eis und der Luft in den Hohlräumen abgelenkt. Spiegelung und Lichtbrechung bewirken, dass Schnee milchig weiß wirkt und im Sonnenlicht glitzert.

Schneewehen: Wird lockerer trockener Schnee von Wind aufgewirbelt und weitergetragen, können sich im Windschatten Schneewehen ablagern. Bei einem Schneesturm kann sich der Niederschlag zu meterhohen Verwehungen auftürmen. Toben tagelange Schneestürme, kann im Extremfall das Verkehrs-, Versorgungs- und Kommunikationsnetz zusammenbrechen - wie bei der Schneekatastrophe 1978 in Norddeutschland.

Schneekultur: Einige der bekanntesten deutschsprachigen Volkslieder drehen sich um die weiße Pracht: der "Schneewalzer" zum Beispiel oder "Leise rieselt der Schnee". Bücher gibt es unzählige: etwa die "Schneekönigin" von Hans Christian Andersen und Peter Høegs Bestseller "Fräulein Smillas Gespür für Schnee". Einen Gedenktag für Schnee gibt es trotz aller Flockenliebe nicht, wohl aber für ein daraus geformtes Gebilde: Am 18. Januar ist der Welttag des Schneemanns.

Deutscher Wetterdienst zu Schnee

Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung

Welt der Physik

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