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München ist gefragt, doch die Wohnungen werden immer knapper.

Der Bau hinkt hinterher

Wohn-Explosion in München: Nun muss die Stadt handeln

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München ist für jedermann ein begehrter Wohnort, doch der Platz wird immer knapper. Eine Studie zeigt nun: Das sollte die Stadt gegen die Wohn-Explosion tun.

München - Massiver Zuzug und ein Mangel an passendem Wohnraum – ein explosives Gemisch in Deutschlands Großstädten! Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Immobilienspezialisten Deutsche Invest Immobilien zeigt jetzt, dass in Deutschland am tatsächlichen Bedarf vorbeigebaut wird. Dadurch steigt der Druck auf den Wohnungsmarkt immer weiter. Für München, wo eh schon Riesendruck auf dem Kessel ist, gilt das ganz besonders. Die tz fasst die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen:

Der Sog der Großstadt: Der Trend der vergangenen Jahre hält an – es zieht die Menschen in die Großstadt. Nicht nur München wächst, auch die anderen deutschen Großstädte verzeichnen mehr Zu- als Fortzüge. Damit steigt auch der Wohnungsbedarf: Bis zum Jahr 2020 müssten allein in München jedes Jahr 17 180 Wohnungen entstehen, um den Bedarf zu decken. Zusätzlich 86 100 Wohnungen müssten in ganz Deutschland jährlich gebaut werden, um die bis 2020 erwarteten Asylsuchenden unterzubringen.

Zu wenig Neubau: Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Wohnungsbau dem Bedarf deutlich hinterhinkt. So wurden in München in der Zeit zwischen 2011 und 2015 insgesamt nur 33 Prozent der benötigten Wohnungen auch tatsächlich gebaut. Sollte sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen, fehlen bis 2020 gut 45 000 Wohnungen!

Am Bedarf vorbei: Besonders aufschlussreich: In der bayerischen Landeshauptstadt werden – entgegen dem Bundestrend – zu wenig große Wohnungen mit fünf Zimmern oder mehr gebaut. Hier liegt die Quote bei nur 23 Prozent – also wurden rund drei Viertel zu wenig gebaut. Bei Ein-Zimmer-Wohnungen werden immerhin 36 Prozent der benötigten Wohnungen fertiggestellt, bei Zwei-Zimmer-Wohnungen sind es 39 Prozent und bei Drei- bis Vier-Zimmer Wohnungen 33 Prozent.

RTL-Video: So kann die Wohnungsnot in Großstädten aufgehalten werden

Die Folgen: In München fehlen besonders größere Wohnungen, in die Familien mit Kindern einziehen könnten. Dieses Defizit schlägt sich im sogenannten Wanderungssaldo der Stadt nieder. Ganz konkret: In der Altergruppe der 30- bis 50-Jährigen verlassen mehr Menschen die Stadt als herziehen. „Dies liegt speziell daran, dass in diesem Alter die Haushalte Familien gründen, was mit einem steigenden Wohnungsbedarf einhergeht, der leichter und besser in Vorstädten mit niedrigerem Preis- und Mietniveau als auch einem höheren Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern befriedigt werden kann“, erklärt Prof. Michael Voigtländer, Immobilienexperte am IW. Dadurch wächst wiederum der Druck auf die umliegenden Gemeinden – auch hier steigen Mieten und Kaufpreise.

Die Zukunft: „Die Nachfrage wird allen demografischen Prognosen nach hoch bleiben“, so Voigtländer. Er rät den Städten zur raschen Nachverdichtung der bestehenden Bebauung und zur Ausweisung von Bauland auf bisher nicht effizient genutzten Flächen.

Mehr Wohnraum: So kann es klappen

Straßen unter Häusern

Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Anwohner würden vielbefahrene Straßen wie etwa die Landshuter Allee gerne im Tunnel verschwinden lassen. Der neugeschaffene Platz könnte dann überbaut werden. Wie das aussehen könnte, zeigt dieses Modell des Münchner Bauträgers Rolf Rossius.

Auf Stelzen

Wie es aussehen kann, wenn bisher nicht effizient genutzter Raum nachverdichtet wird, lässt sich am Dantebad begutachten. Hier sind über dem Parkplatz 100 Wohnungen auf Stelzen und in Holzsystembauweise entstanden – besonders für einkommensschwache Mieter. Die ersten Bewohner freut’s!

Parkplätze überbauen

Was für ein Luxus: In Städten mit Wohnraum-Mangel gibt es immer noch freie Flächen, die etwa als Parkplatz für Supermärkte genutzt werden. Architektur-Professor Henner Herrmanns zeigt mit seinem Modell, wie auf solchen Flächen Wohnraum entstehen kann.


Video: snacktv

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