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Das Heizmobil: Aus diesem Anhänger kommt das Warmwasser für Erika Csanyi und ihre Nachbarn.

"Bedauern die Beeinträchtigung der Mieter"

Gewofag-Wohnanlage: Warmwasser aus dem Anhänger

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München - Erika Csanyi (43) ist froh, dass es zurzeit so warm ist. In der Gewofag-Wohnanlage in Trudering, in der sie seit acht Jahren lebt, ist die Heizung ausgefallen. Deshalb gab es auch mehrere Tage lang kein Warmwasser.

 „Vor zwei Jahren hatten wir schon einmal große Probleme mit der Heizung. Da ist eine Reparatur nötig“, sagt die alleinerziehende Mutter. Sie fand es sehr unangenehm, dass sie an den heißen Tagen nur eiskalt duschen konnte.

Mit ihrem Sohn (15) wohnt sie in einer sozial geförderten 96-Quadratmeter-Wohnung, für die sie 870 Euro plus Nebenkosten bezahlt. Auch wenn die Miete günstig ist, fällt es ihr nicht immer leicht, sie zu bezahlen – Erika Csanyi ist selbstständig und betreibt ein Sonnenstudio. „Als ich einmal 30 Euro mit der Miete in Verzug war, drohte mir die Gewofag mit Rausschmiss und Räumungsklage. Aber es geht nicht, nur zu fordern – auch die Leistung der Gewofag muss dann korrekt sein“, sagt sie.

Erika Csanyi.

Die tz setzte sich mit der Gewofag in Verbindung. Konzernsprecher Peter Scheifele sagte, dass eine Fachfirma es zwar geschafft habe, die Heizung an einem Sonntag zu reparieren – dass dann die Anlage aber trotzdem wieder ausgefallen sei. Daher ließ die Gewofag am eine mobile Heizstation aufstellen. Dank dieser sei nun die Warmwasserversorgung wieder gesichert. „Wir bedauern die Beeinträchtigung der Mieter bei der Warmwasserversorgung“, sagt Scheifele, und sichert zu, damit sei nun bald Schluss: „In Kürze wird der defekte Heizkessel ausgewechselt. In der Zwischenzeit wird die Warmwasserversorgung über die mobile Heizzentrale gesichert.“

Rechtsexpertin Anja Franz vom Mieterverein München betont, dass Mieter einen Ausfall der Heizung dem Vermieter sofort melden sollten – am besten schriftlich. „In diesem Schreiben sollte man gleich auch betonen, dass man die Miete nur unter Vorbehalt bezahlt“, rät die Mieterschützerin. Dann müssen Mieter genau dokumentieren, wie oft das warme Wasser oder die Heizung ausgefallen ist und welche Temperatur erreicht wurde. Wenn alles repariert ist, kann man die Miete für die betreffenden Tage mindern.

Franz stellt klar, dass Vermieter verpflichtet sind, für eine funktionierende Heizung zu sorgen. In der kalten Jahreszeit ab 1. Oktober bis zum 1. April müssen die Wohnungen beheizbar sein – und auch in den Sommermonaten muss eine Heizmöglichkeit gegeben sein. Die Versorgung mit Warmwasser muss der Vermieter ganzjährig sicherstellen. Als Mindesttemperatur beim Warmwasser sehen Gerichte 40 bis 50 Grad an. Sprudelt das Wasser kälter aus dem Hahn (egal ob tagsüber oder nachts), kann der Mieter mindern.

Fällt die Warmwasserversorgung ganz aus, kann man die Miete um zehn Prozent kürzen. Zwar ist es dem Mieter zuzumuten, dass er kurze Zeit warten muss, bis warmes Wasser aus dem Hahn läuft – aber wenn die Wartezeit fürs 40-Grad-Wasser fünf Minuten beträgt, sind nach Meinung der Gerichte ebenfalls zehn Prozent Mietminderung angemessen. Anja Franz zitiert ein Urteil des Amtsgerichts Schöneberg. Da heißt es: Wenn das Wasser nur 36,5 Grad warm wird, kann man damit allenfalls putzen – aber zum Baden und Duschen reicht das nicht (Aktenzeichen 102 C 55/94). Und bei tz-Leserin Erika Csanyi war das Wasser noch viel kälter …

Susanne Sasse

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