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Die "neuen" Totenköpfe haben nichts mehr mit der Biker-Kultur gemeinsam, sondern sind bunt, fröhlich und oft verziert.

Wohnen im Herbst

Deko-Trends: Folklore und fröhliche Totenköpfe

Frankfurt/Main - Dieser Einrichtungstrend ist ungewöhnlich: Auf Sofakissen und auf Tassen druckt die Einrichtungsbranche nun Totenköpfe. Diese sind allerdings kunterbunt, von Blüten umgeben und wirken sogar irgendwie richtig fröhlich.

Sogar im Regal kann so ein Schädel stehen. „Was mit Sicherheit ein großes Thema in der Herbstsaison sein wird, ist das Thema Folklore“, erklärt Trendexpertin Nicolette Naumann auf der Messe Tendence. „Und zwar ganz klar inspiriert einerseits von russischer Folklore, andererseits von mexikanischer.“ Aus letzterer stammen die fröhlichen Totenköpfe im Stil der magisch-religiösen Figur Santa Muerte.

Verzierte Totenköpfe

Aber Totenköpfe als Wohnungseinrichtung? Ja, sagt Naumann. „Wir hatten ja eine ganze Zeit lang den Totenkopf schon als Motiv, aber der stammt aus der Biker-Kultur und entspricht eher der westlichen Kultur.“ Was jetzt auf den Markt komme, sei neu und sogar einrichtungsfreundlicher. „Das Besondere an den mexikanischen Totenköpfen ist, dass sie sehr, sehr verziert sind, auch mit Blumen.“ Und grundsätzlich gebe es in Mexiko einen anderen Umgang mit dem Tod als hierzulande, wo den Totenköpfen immer etwas Erschreckendes anhaftet: „Der 1. November, der Tag des Todes, ist in Mexiko ein Volksfest“, erläutert Naumann. „Man geht auf den Friedhof, macht an den Gräbern Picknick und schmückt sie stark.“ Damit nicht genug: „In Mexiko schickt man sogar die Kinder zum Spielen auf den Friedhof, weil die Verstorbenen auf sie aufpassen.“

Trend Thema "Folklore"

Nicht nur im Wohnbereich, sondern auch auf Kleidung und Taschen finden sich ab sofort folkloristische Motive wieder.

Wem selbst ein bunt bemalter Schädel im Regal dann doch ein ungutes Gefühl gibt, findet im Themenfeld Folklore alternativ die russisch inspirierten Accessoires mit vielen und intensiv farbigen Blüten. „Das Thema Blüten - gestickt auf Kissen, auf Kleidung oder als Printmuster auf Geschirr, aber auch als persönliche Accessoires auf Schals, auf Taschen oder direkt im Haar - sind ein ganz großes Thema.“ Es handle sich dabei immer um große Blüten, keine filigranen mehr, die im Frühjahr noch als Trendmotiv galten. Und wieder verwirrt die Einrichtungsbranche mit diesem Trend: Blüten im Herbst und Winter? Ja, sagt Naumann, denn die „folkloristischen Blüten sind zwar bunt, aber darunter ist viel dunkles Rot, Braun und Violett“ - alles Winterfarben. Auch Schwarz finde sich oft in Verbindung mit Blumenmustern.

"Schmutzige" Farben sind im Kommen

Die alternative Farbwelt bildet sich aus sogenannten Winterpastellen. „Das sind die gewohnten Farben Blau, Rosé und die Minttöne, auch Orange oder sogar Gelb sind darunter“, erklärt die Messechefin. „Aber sie wirken wie mit einer Staubschicht bedeckt, es sind leicht schmutzige Farben.“ In diesen Farben werden sich vor allem Accessoires für den Weihnachtsbaum finden.

dpa

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