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In Zeiten hoher Mietpreise ziehen nicht nur Studenten in einer WG zusammen.

Teilen und sparen

WG nicht nur für Studenten salonfähig

München. Sie sind nicht mehr nur etwas für Studenten: In Zeiten hoher Mieten und vieler Singles sind WGs für jedes Alter interessant. Neben der Miete lässt sich vieles mehr teilen.

Die Vielfalt ist groß: In Senioren-WGs können sich die Bewohner gegenseitig helfen und so ein selbstständigeres Leben führen. Die Bewohner einer Alleinerziehenden-WG passen gegenseitig auf die Kinder auf und beim „Wohnen für Hilfe“ überlässt beispielsweise eine Hausbesitzerin ein Zimmer einem Studenten, der sich dafür um den Garten kümmert. Andere ziehen in eine WG, weil ihnen alleine die Decke auf den Kopf fällt oder sie sich eine eigene Wohnung kaum leisten können.

Teilen spart Geld

Der Quadratmeterpreis für eine kleine Wohnung liegt normalerweise erheblich über dem einer großen. Zudem teilen sich WG-Bewohner Küche und Bad. Für das gleiche Geld lässt sich in einer WG entsprechend großzügiger residieren als in einer Single-Wohnung. Doch nicht nur bei der Miete lässt sich Geld sparen. Auch die Kosten für Telefonanschluss, Internet, Hausratversicherung und das Zeitschriftenabo können WG-Mitglieder teilen. Dabei gilt es zu beachten: Wer die Verträge abschließt, ist dafür verantwortlich, dass das Geld an den Telefonanbieter, die Versicherung und den Verlag fließt – auch wenn der Anteil der Zimmernachbarn auf sich warten lässt.

Rundfunkbeitrag

Außerdem sparen WG-Bewohner kräftig beim Rundfunkbeitrag. Wohngemeinschaften profitieren von der Umwandlung der Rundfunkgebühr in den Rundfunkbeitrag. Während bis Ende 2012 jedes WG-Mitglied einzeln für seine Geräte zahlen musste, gilt mittlerweile: eine Wohnung – ein Betrag. Die WG-Bewohner zahlen gemeinsam 17,98 Euro pro Monat – egal wie viele Fernseh- und Radiogeräte sich in der Wohnung befinden. Der Beitrag deckt auch die Kosten für die Autoradios aller WG-Bewohner. Praktisch sieht das so aus: Ein WG-Mitglied muss angemeldet sein und den Betrag bezahlen. Alle anderen können sich abmelden.

Mietverhältnis

Das Mietverhältnis einer WG kann sich unterschiedlich gestalten:

- Alle WG-Mitglieder unterschreiben gemeinsam den Mietvertrag. Auch eine Kündigung ist dann nur gemeinsam oder mit Zustimmung aller möglich. Zahlt ein Bewohner nicht, haften die anderen gesamtschuldnerisch für ihn. „Der Vermieter hat Anspruch auf die volle Miete und kann jeden einzelnen Mieter auf die volle Miete in Anspruch nehmen“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund.

- Ein WG-Mitglied ist Hauptmieter. Er schließt den Mietvertrag mit dem Vermieter ab. Alle anderen Mitbewohner sind Untermieter. In diesem Fall ist der Hauptmieter für die Mietzahlung verantwortlich. Die Untermieter sind im Gegenzug davon abhängig, dass das Mietverhältnis zwischen Vermieter und Untermieter weiter besteht. Der Vermieter muss über die Wohngemeinschaft informiert werden und einer Untervermietung zustimmen.

- Jeder Mitbewohner schließt einen eigenen Vertrag mit dem Vermieter ab. So ist jeder vertraglich nur für sich selbst verantwortlich. Für den Vermieter bedeutet diese Variante allerdings mehr Aufwand. Er entscheidet auch, wer als neuer Mitbewohner einzieht.

Kaution

Wer den Mietvertrag unterschreibt, muss auch die Kaution bezahlen – bei einem gemeinsamen Vertrag also alle. Wie die WG-Mitglieder die Kautionszahlung untereinander regeln, ist ihre Sache. Bei Kündigung des Mietverhältnisses zahlt der Vermieter die Kaution an den Mieter zurück. „Ob zwischenzeitlich Mieter ausziehen oder WG-Mitglieder ausgetauscht werden, spielt keine Rolle. Für diesen Fall muss die WG untereinander eine Ausgleichsregelung finden“, sagt Ropertz.

Mietvertrag

Es gibt keine speziellen Mietverträge für Wohngemeinschaften. Vertraglich sollte jedoch festgehalten sein, dass an eine Gemeinschaft vermietet wird. „Wichtig ist hier auch, darauf zu achten, dass die Möglichkeit einer Nachmieterstellung beziehungsweise der Austausch von WG-Mitgliedern vereinbart wird“, sagt Ropertz. Möchte der Hauptmieter ausziehen, sollte einer der Untermieter als Hauptmieter nachrutschen können. Bei einem gemeinsamen Mietvertrag sollte geregelt sein, dass ausziehende WG-Mitglieder im Vertrag durch neue ersetzt werden können. Tipp: Wer etwas Erspartes auf der hohen Kante hat, kann auch eine WG-geeignete Wohnung kaufen. Der Eigentümer vermietet dann einzelne Zimmer unter und die WG-Bewohner zahlen so monatlich den Immobilienkredit mit ab.

Streitpunkte

Viele Konflikte lassen sich vermeiden, wenn WG-Bewohner vorab Vereinbarungen treffen – etwa zur Betriebskostenabrechnung und zum Rauchen. Besteht der Wunsch nach einer Zweck-WG oder soll es ein ausgeprägtes Sozialleben geben? Wer gemeinsam wohnt, sollte auch gemeinsame Vorstellungen haben.

Sabina Hoerder

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