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Heute undenkbar: Früher fand die Körperpflege in der Küche statt.

Die Zwei-Zimmer-Wohnung ist und bleibt ein Klassiker

Wohn(t)räume für zwei

Sie sind heiß begehrt am Münchner Immobilienmarkt: 2-Zimmer-Wohnungen. Dabei machen sie nicht einmal 22 Prozent des Wohnungsbestands aus. Andernorts dürften es noch weniger sein.

Man möchte der Statistik kaum trauen: Aber fast die Hälfte (49 Prozent) der rund 770.000 Münchner Wohnungen hat vier oder mehr Zimmer. Von der anderen Hälfte haben 22 Prozent ein oder zwei Zimmer. So wenig! Möchte man meinen. Denn in immerhin 83 Prozent der Haushalte leben keine Kinder, 55 Prozent sind gar Single-Haushalte. Die leben anscheinend auf großem Fuß, sprich großer Fläche.

Begehrt wie eh und je

Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass der Wohnungsklassiker 2-Zimmer-Küche-Bad so begehrt ist: Weil‘s halt wenig davon gibt. Vor allem für die relevante Zielgruppe der 18 bis 44-Jährigen, die ziemlich exakt die Hälfte aller Single-Haushalte ausmacht. Zu denen gesellen sich dann noch rund 25 Prozent Zwei-Personen-Haushalte, die als Zielgruppe in Frage kommen. Wer auf diesem Teilmarkt auf Wohnungssuche geht, hat es also mit allerhand Konkurrenz zu tun. Die Nachfrage nach Wohnraum von kinderlosen, berufstätigen Paaren ist auf dem Mietmarkt am höchsten, auf dem Kaufmarkt wird sie nur von Familien mit mindestens zwei Kindern leicht übertroffen. Keine einfache Situation für junge Paare in der Familiengründungsphase.

Ideal auch noch für drei

Der Wohnungsklassiker, der von Sozialpolitikern in den Zeiten der Industrialisierung als Norm entwickelt wurde, um dem Wohnungselend Herr zu werden, ist eine ideale Basis für angehende Familien. Denn bis zur Einschulung kommt man meist auch noch zu dritt ganz gut auf den klassischen 50 bis 60 Quadratmetern zurecht, die sogar in der teuren Landeshauptstadt noch bezahlbar bleiben.

Definitionssache

Die heutige Zwei-Zimmer-Wohnung war in den Ursprüngen des sozialen Wohnungsbaus eine Drei-Raum-Wohnung: abgeschlossene Küche mit fließend Wasser (auch zur Körperhygiene), zwei Schlafräume und eine Toilette innerhalb der Wohnung, die mit 60 Quadratmetern für sechs Personen konzipiert war. Beliebt im genossenschaftlichen Wohnungsbau war auch die Wohnküche, die Küche, Wohnzimmer und Bad (mit einer mittels Vorhang abgetrennter Wanne) in einem war. 

Heute versteht man unter einer Zwei-Zimmer-Wohnung üblicherweise eine Küche (die im offenen Grundriss auch mit dem Wohnbereich verbunden sein kann), ein Bad mit Toilette und eben zwei Zimmer (Wohnen und Schlafen). Ein Zimmer sollte dabei wenigstens 12 Quadratmeter haben. Natürlich gehört noch ein Flur dazu, der wie alle anderen Räume auch zur Wohnfläche gerechnet wird. Bis auf das Bad braucht jedes Zimmer ein Fenster zur Belichtung und Beleuchtung, wenn es als solches gelten soll. Im Idealfall ist der Grundriss quadratisch, dann sind die Bewohner am flexibelsten und zufriedensten, denn das althochdeutsche wonên bedeutet „zufrieden sein, bleiben“.


Gottfried Moeckl

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