Eine Wohnung sollte besenrein an den Vermieter übergeben werden.
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Eine Wohnung sollte besenrein an den Vermieter übergeben werden.

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Wohnungsübergabe: Was genau ist mit "besenrein" gemeint?

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Beim Auszug sollte der Mieter dem Vermieter die Wohnung "besenrein" übergeben. Aber was genau beinhaltet eine besenreine Übergabe? Hier finden Sie die Antwort.

  • Jeder hat schon einmal von der "besenreinen" Wohnungsübergabe gehört.
  • Oft herrscht bei Mietern allerdings Unsicherheit, was das genau miteinschließt.
  • Der Bundesgerichtshof hat dazu einige Anhaltspunkte gegeben.

Wenn das Mietverhältnis beendet wird, muss der Mieter dem Vermieter* die Wohnung nach allgemeinem Verständnis in besenreinem Zustand übergeben. Darüber wie aber der Begriff "besenrein" auszulegen ist, kriegen sich beide Parteien regelmäßig in die Haare. Das Problem: Im Gesetz gibt es dieses Wort nicht.

Wohnung "besenrein" übergeben: Was bedeutet das eigentlich?

Im § 546 BGB Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) steht lediglich, dass der Mieter verpflichtet ist, die Mietsache nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückzugeben. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass diese sich in ordnungsgemäßen Zustand befinden soll. In einem Grundsatzurteil (Az.: VIII ZR 124/05) hat der Bundesgerichtshof jedoch einige Rahmenbedingungen dazu festgelegt, wie eine besenreine Übergabe auszusehen hat. Dort heißt es: "Die Verpflichtung zur 'besenreinen' Rückgabe der Mietwohnung beschränkt sich auf die Beseitigung grober Verschmutzungen". Demnach seien nur grobe Verschmutzungen wie Spinnenweben oder Essenreste zu entfernen.

Nicht einmal die Fenster müssten laut Auffassung des Bundesgerichtshofes bei einer besenreinen Übergabe gereinigt werden. Das Online-Portal Immowelt fügt jedoch hinzu, dass Klebereste von Aufklebern an Fenstern dennoch entfernt werden müssten. Auch grober Dreck auf dem Teppich sollte vom Mieter beseitigt werden. Ansonsten würde es genügen, den Teppich zu saugen. Beim Boden reiche es hingegen, einfach mit einem Besen durchzukehren.

Auch interessant: Darf mein Vermieter einen Zweitschlüssel zur Wohnung haben?

Müssen Dübellöcher bei einer besenreinen Übergabe verschlossen werden?

Es kommt nicht selten vor, dass Mieter Dübellöcher bohren, um Spiegel, Handtuchhaken und Co. anzubringen. Dübel müssen beim Auszug allerdings nur entfernt und Dübellöcher verschlossen werden, wenn sich im Mietvertrag eine wirksame Klausel zu Schönheitsreparaturen* befindet. Ist diese nicht vorhanden oder unwirksam, reicht es aus, wenn der Mieter die Dübel entfernt. Die Dübellöcher brauchen allerdings nicht verschlossen werden - und es reicht die besenreine Übergabe.

Lesen Sie auch: Mieter verwüsten Haus - und Besitzerin muss ihnen auch noch Geld zahlen.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

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