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Beim Werkzeug sollten Sie nicht sparen.

Kleine Werkzeugkunde

Reicht auch billig? Diesen zehn Irrtümern über Werkzeuge unterliegen auch Sie

Geht es auch günstig beim Werkzeug? Ein Gummihammer gehört in jeden Haushalt? Gartenschere ist gleich Gartenschere? Wir erklären Ihnen die zehn häufigsten Irrtümer beim Werkzeug.

Die Wartezeit auf einen Handwerker beträgt oft mehrere Wochen. Da sind viele Menschen geneigt, selbst einmal Hand anzulegen und den Hammer zu schwingen. Doch ist es wirklich so einfach wie gedacht? Mitnichten.

Hobby-Heimwerker unterliegen oft vielen Irrtümern, was die Arbeit mit dem Werkzeug angeht. Mit diesem Thema hat sich auch Michael Allner in dem Buch "Werkzeug. Alles was man wissen muss - das Handbuch", erschienen im Verlag pietsch, beschäftigt. Wir haben die häufigsten Mythen für Sie zusammengefasst.

Irrtum Nummer 1: "Für gelegentliche Arbeiten kann man sich auch günstiges Werkzeug kaufen."

Wem unter Umständen mangelnde Leistung und ein unbefriedigendes Arbeitsergebnis nichts ausmacht und das Werkzeug mangels Ersatzteilversorgung nach einem Defekt wegwerfen muss, ist mit günstigem Werkzeug bestens bedient. Ein gängiger Werkzeugspruch lautet nicht umsonst: "Wer günstig kauft, kauft zweimal."

Beim Werkzeug sollten Sie nicht sparen.

Irrtum Nummer 2: "Akkupacks sind immer leer, wenn man sie braucht."

Eine ernüchternde Erkenntnis aus grauer Vorzeit: Die heutigen Lithium-Ionen-Akkupacks entladen sich bei Nichtbenutzung nur minimal.Nach einem halben Jahr verfügt der Akku immer noch über rund 70 Prozent seiner Ladung, wenn er anfangs voll war.

Irrtum Nummer 3: "Es gibt nur eine Sorte von Schraubendrehern mit Kreuzschlitz."

Falsch, es gibt zwei Ausführungen: Phillips-Recess ("PH" abgekürzt) und Phillips-Pozidriv (ausgesprochen "Posidraiv", Abkürzung "PZ"). PH-Schrauben werden meist im Metallbau eingesetzt, PZ-Schrauben eher im Holzbau.

Phillips-Recess

In Ergänzung mit einer Ziffer, also zum Beispiel PZ 2, wird auch die Größe ersichtlich. Ein Schraubendreher der Größe PZ 2 zum Beispiel passt zwar einigermaßen in den Kopf einer Schraube der Dimension PH 2 – aber eben nur einigermaßen, da das Profil leicht unterschiedlich ist.

Phillips-Pozidriv

Wie aber sieht man einer Kreuzschlitzschraube an, welcher Schraubendreher der richtige für sie ist? Ganz einfach: Im Kopf einer PH-Schraube ist nur das Kreuz zu sehen, bei einer PZ-Schraube ist das Kreuz zusätzlich mit vier dünnen Strahlen gekennzeichnet, sodass es wie ein Stern aussieht.

Übrigens: Warum "Schraubendreher" und nicht "Schraubenzieher"? Versuchen Sie doch mal, ob Sie mit Drehen oder Ziehen besser weiterkommen ...

Irrtum Nummer 4: "Gartenscheren kann man unbesehen kaufen, denn Schere ist Schere."

Es gibt Gartenscheren für Rechtshänder und für Linkshänder, Modelle für kleine, mittlere und große Hände, Bypass und Amboss-Scheren. Gehen Sie also am besten in ein Fachgeschäft und probieren Sie die Schere an. Mit einer zu kleinen Schere kann man sich die Hand quetschen, mit einer zu großen ist die Krafteinwirkung suboptimal. Und bei Qualitätsscheren ist sogar die Ersatzteilversorgung gesichert.

Gartenscheren müssen gut in der Hand liegen.

Irrtum Nummer 5: "Trennscheiben für einen Winkelschleifer sind unbegrenzt haltbar."

Auf der Vorder- oder Rückseite des Metallrings ist das Haltbarkeitsdatum vermerkt.

Falsch. Sogar ganz gefährlich falsch. Auf dem Metallring in der Mitte ist entweder auf der Vorder- oder Rückseite eine unscheinbare Zahl zu sehen. Diese Zahl bezeichnet das letzte Jahr und manchmal auch noch dessen Quartal, in dem die Scheibe noch genutzt werden darf. Trenn- und Schruppscheiben haben deshalb ein Verfallsdatum, weil die Bindungskraft des Trägermaterials im Laufe der Zeit nachlässt – vor allem in Verbindung mit Feuchtigkeit. Vorsicht: Herumfliegende Teile im Formel-1-Tempo stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Irrtum Nummer 6: "Maulschlüssel sind die universellsten und wichtigsten Schraubenschlüssel."

Wer noch überhaupt keine Schraubenschlüssel hat, sollte sich als Erstes einen Satz tiefgekröpfter Doppelringschlüssel zulegen, denn diese sind die Generalisten unter den Schraubenschlüsseln. Ihre Bauform umfasst Sechskante perfekt, sie sind länger als vergleichbare Maulschlüssel und haben einen handfreundlicheren, dickeren Griff. Außerdem kann man durch die Kröpfung auch tiefliegende Sechskante erreichen. Nur wenn beispielsweise oberhalb des Schraubenkopfes nicht genügend Platz vorhanden ist, um einen Ringschlüssel darüber zu schieben, kommt der Maulschlüssel ins Spiel, denn er kann den Kopf von der Seite angreifen.

Tiefgekröpfte Doppelringschlüssel.

Irrtum Nummer 7: "Ein Gummihammer gehört in jeden Haushalt."

Das war einmal, heute gilt dies für Kunststoffhämmer. Deren Schlagkappen gibt es in den unterschiedlichsten Gewichten, Härten, Formen und Farben – auch solchen, die im Gegensatz zu einem Gummihammer keine Spuren auf dem Werkstück hinterlassen. Besonders praktisch ist es, wenn an einem Kunststoffhammer zwei unterschiedlich harte Schlagkappen befestigt sind – die sich meist auch noch austauschen lassen.

Kusntstoffhämmer gehören in jeden Haushalt.

Auch interessant: So lange müssen Verbraucher mittlerweile auf einen Handwerker warten.

Irrtum Nummer 8: "Der Akkupack für ein Elektro-Werkzeug kann gar nicht groß genug sein."

Nicht unbedingt. Mit einem Monster-Akkupack mit etwa acht Ah Kapazität kann man lange arbeiten, ohne nachzuladen. Doch während man zum Beispiel eine Kreissäge nur schieben muss, sieht das beim Bohren über Kopf ganz anders aus, denn hier macht sich das Gewicht schnell muskelermüdend bemerkbar. Oft sind zwei kleinere Akkus die bessere Wahl – zumal dann immer ein geladener Akkupack zur Verfügung steht:

Irrtum Nummer 9: "Holzstaub beim Schleifen ist lästig, aber ungefährlich."

Stimmt nicht, denn die Stäube von Eichen- und Buchenholz gelten als krebserregend. Daher sollte man sich für häufige Schleifarbeiten einen Industriestaubsauger mit passendem Anschluss zulegen. Für den Hobbybereich reicht ein Sauger der Staubklasse L:

Irrtum Nummer 10: "Mit einer Schlagbohrmaschine ist man für alle Fälle gerüstet."

Na ja, fast – sie kann bohren, schlagbohren und in Grenzen sogar schrauben. Beim Schlagbohren in Beton stößt sie jedoch schnell an ihre Grenzen. Da die Schlagbewegung nur durch das Übereinanderrattern von zwei Rastenscheiben erzeugt wird, muss der Anwender kräftig drücken – und weitet dabei ungewollt meist das Bohrloch aus. Für das lässige Bohren in Beton nimmt man einen Bohrhammer:

Lesen Sie auch: Bewohner beschweren sich über Baulärm - die Antwort des Bauunternehmens hat sich gewaschen.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

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