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Jetzt ist die beste Zeit, um den Garten auf die warme Zeit vorzubereiten.

Rund um Balkon und Beet

Zehn Tipps für Ihren Frühjahrsputz im Garten

Gärtner haben viel vor bei dem Wetter. Was muss jetzt erledigt werden auf dem Balkon oder im Garten? Welche Pflanzen halten die Temperaturen jetzt schon aus?

Eine Expertin von der Gartenakademie gibt Antworten:

1. Kann ich meine Hecken und andere Pflanzen jetzt noch zurückschneiden?

Ein Formschnitt bei Hecken ist noch möglich, für einen starken Rückschnitt ist es schon zu spät – der sollte bis zum 1. März abgeschlossen sein. Der Grund ist Vogelschutz. Was jetzt zu schneiden ist, sind zum Beispiel Rosen, Lavendel, Bartblume, Rosmarin und andere Kräuter – eventuell auch noch der Hausweinstock.

2. Was kann ich jetzt schon pflanzen?

Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, können Gehölze gepflanzt werden, zum Beispiel Beerenobststräucher, Obstbäume, Rosen oder Heckenpflanzen. Bei Stauden sollte man noch zwei Wochen warten, bis der Boden etwas erwärmt ist, damit sich schneller Wurzeln bilden. Im Gemüsegarten kann mit den Salatpflanzen begonnen werden. Die Aussaat von Radieschen und Karotten ist möglich, genauso wie die von Puffbohnen. Auch Steckzwiebeln kommen jetzt in die Erde.

3. Muss ich die neuen Pflanzen mit einem Vlies schützen?

Gehölze und Stauden kommen ohne Schutz aus. Beim Gemüse fördert eine Vliesauflage die Erwärmung des Bodens und somit ein schnelleres Wurzelwachstum. Die Folge: Samen keimen schneller. Auf alle Fälle sollte ein Vlies als Kälteschutz parat liegen. Denn wenn die Temperaturen gegen den Nullpunkt gehen, sollten Sie die Beete auf alle Fälle abdecken.

4. Ich möchte keinen chemischen Dünger verwenden. Was sind Alternativen?

Im Garten ist eine Grunddüngung mit Kompost empfehlenswert. Hierzu verwendet man etwa drei Liter auf dem Quadratmeter jährlich (das ist nicht viel, reicht aber meist aus). Das kann auch unter Hecken, Obststräuchern, bei Stauden und so weiter angewendet werden. Je nach Bedarf der Pflanzen wird dann mit Hornmehl als Stickstoffdünger gedüngt. Sinnvoll ist eine Bodenprobe alle paar Jahre, damit man weiß, was im Boden an Nährstoffen ist – und je nach Ergebnis die Kompostmenge angeglichen werden kann.

Solange Sie noch nicht gedüngt haben, können Sie auch jetzt noch eine Bodenprobe machen. Ansonsten wäre eine Probe im Spätherbst besser. Ideal ist es, den Boden alle drei bis fünf Jahre untersuchen zu lassen. In Bayern gibt es mehrere Labore, die diese Leistung anbieten. Bei der Bayerischen Gartenakademie gibt es eine Liste.

5. Was muss ich mit dem Rasen machen?

Nach dem Winter ist der Rasen häufig mit Schneeschimmel befallen, einer Pilzkrankheit. Abhilfe schafft das Ausrechen abgestorbener Halme mit einem Eisenrechen. Eventuell hilft Aerifizieren und Sanden: Löcher in den Rasen und diese mit gewaschenem Sand verfüllen. Das belüftet den Boden, gleichzeitig werden leichte Unebenheiten auf der Fläche eingeebnet. Vertikutieren beseitigt Rasenfilz und der Rasen kann wieder atmen. Anschließend düngen – dafür ist der April ideal. Am besten mit Rasenlangzeitdünger, der die Nährstoffe in der richtigen Dosierung hat.

6. Ich möchte Gemüse anbauen, habe aber wenig Platz. Was empfehlen Sie?

Wer wenig Platz hat, kann Gemüse auch im Blumenkasten, großen Töpfen oder in Kisten anziehen. Es eignen sich Kräuter, Radies und kurze Möhren. Aber auch Salate, Balkontomate, Snackpaprika und Snackgurken. Bis in den Herbst hinein lässt sich Mangold beernten.

Auch wenn die Zucchini viel Platz benötigt, hat sie in einem Kistengarten durchaus eine Berechtigung, da stetig frisches Gemüse geerntet werden kann. Bis die Pflanze groß wird, können auch Salate im Umfeld gepflanzt werden. Die Salate sind abgeerntet, bis die Zucchini die Größe erreicht hat.

7. Soll ich Pflänzchen selber ziehen oder die Setzlinge besser kaufen?

Selbstanzucht ist nicht einfach, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Selbstanzucht ist sinnvoll, wenn Sie ganz spezielle Sorten oder Raritäten haben möchten. Gekaufte Pflanzen sind meist kompakter und kräftiger im Wuchs. Viele Gartenbaubetriebe und Gartencenter bieten mittlerweile ein sehr reichhaltiges und umfangreiches Sortiment an.

8. Welche Pflege brauchen meine überwinterten Kübelpflanzen?

Ihre Kübelpflanzen im Winterquartier brauchen eine Frühjahrskur: Durch Rückschnitt und Ausputzen verjüngt man die Pflanzen und schneidet gleichzeitig eventuell vorhandene Schädlinge und Krankheiten weg. Umtopfen ist ratsam, wenn die Pflanzen schon mehrere Jahre keine neue Erde bekommen haben. Verwenden Sie dafür Kübelpflanzenerde – diese ist nährstoffreich und strukturstabil.

An einem bedeckten Tag können robuste Kübelpflanzen dann auch ins Freie gebracht werden. Stellt man sie gleich in die Sonne, besteht die Gefahr von Sonnenbrand auf den Blättern. Im Freien wird auch kräftig gewässert. Wenn die Pflanzen nicht umgetopft wurden, kann mit einer leichten Düngung begonnen werden. Ein Platz in der Nähe des Hauses gibt Schutz. Dies ist besonders bei kalten Tagen und Nächten wichtig. Auch sollte stets ein Frost-/Kälteschutz parat liegen, wenn die Temperaturen sinken. Am besten eignet sich Vlies, aber auch alte Bettlaken oder Tücher können zum Überdecken eingesetzt werden. Kurzzeitig sind auch Folien, zum Beispiel eine Noppenfolie, möglich.

9. Was mache ich mit den braunen Blättern an Buchs und Kirschlorbeer?

Treten die braunen Blätter immergrüner Gehölze jetzt nach dem Winter auf, handelt es sich häufig um sogenannte Frosttrocknis. Aufgrund gefrorener Erde und Trockenheit konnte die Pflanze nicht genügend Wasser aufnehmen. Schließlich vertrocknen die Blätter und werden braun. Kalte Ostwinde und Wintersonne verstärken die Schädigung. Betroffene Blätter beziehungsweise Triebe können herausgeschnitten werden. Bei Trockenheit wässern.

10. Was mache ich mit Flechten an Obst- und Ziergehölzen?

Flechten kommen besonders im Winter zum Vorschein, weil das grüne Laub fehlt. Flechten schädigen eigentlich nicht. Allerdings können sich auch Schädlinge darunter aufhalten, wenn die Flechten sehr stark sind. In der Regel treten Flechten an älteren Trieben und Stämmen auf. Bei Sträuchern wird es Zeit zum Auslichten: Man schneidet die ältesten Triebe heraus. An Stämmen können die Flechten mit einer kräftigen Bürste entfernt werden.

Problematisch ist es, wenn Jungtriebe mit Flechten besetzt sind. Ein Zeichen dafür, dass die Pflanze nicht genügend Zuwachs hat. Dann muss das Wuchsverhalten der Pflanze verbessert werden, zum Beispiel durch Düngung.

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