+
Private Vermieter halten sich nach Verbandsangaben bei Mieterhöhungen zurück.

Das sagt der Mieterbund

Ist die Zeit der rasanten Mietsteigerungen vorbei?

Der Verband Haus und Grund sieht zwar ein Ende der Mieterhöhungen bei seinen Mitgliedern, den kleineren privaten Vermietern. Aber der Mieterbund ist nicht überzeugt.

Berlin – Für Mieter mit kleinem Geldbeutel bleibt die Wohnungssuche in vielen Städten schwierig. Im unteren Preissegment steigen die Mieten weiter, wie der Eigentümerverband Haus und Grund am Mittwoch mitteilte. Im Durchschnitt jedoch hätten die privaten Kleinvermieter die Mieten im vergangenen halben Jahr nicht mehr erhöht. „Die Mietsteigerungen der vergangenen drei Jahre sind – zumindest bei den privaten Vermietern – vorbei“, verwies Verbandspräsident Kai Warnecke auf eine Umfrage unter den Mitgliedern. Das liege jedoch weniger an der Mietpreisbremse als daran, „dass der normale Mieterhöhungszyklus endet“.

Nach der Umfrage haben die Vermieter durchschnittlich vor 2,9 Jahren die letzte Mieterhöhung ausgesprochen. Innerhalb des vergangenen Jahres hat jeder zehnte Mieter der Mitglieder eine Mieterhöhung erhalten. Vor einem Jahr traf das noch auf jeden vierten zu.

Deutscher Mieterbund meldet Zweifel an

Geschäftsführer Ulrich Ropertz verwies auf Untersuchungen des Hamburger Instituts F+B, nach denen die Mieten in bestehenden Verträgen im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent gestiegen sind. In Anzeigen würden Wohnungen im bundesweiten Durchschnitt 22 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete angeboten. „Irgendwer muss diese Mieterhöhungen ja durchführen“, sagte Ropertz. Die kommunalen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften hielten sich im Wesentlichen an die Mietpreisbremse.

Laut Haus-und-Grund-Umfrage liegen Privatvermieter in bestehenden Verträgen durchschnittlich 0,67 Prozent über der Vergleichsmiete. Vor einem Jahr lag der Wert bei 0,3 Prozent.

Vermieter dürfen in laufenden Verträgen die Miete innerhalb von drei Jahren um bis zu 20 Prozent erhöhen, höchstens jedoch bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, die im Mietspiegel steht. In Städten oder Stadtteilen mit angespanntem Wohnungsmarkt gilt teilweise eine Kappungsgrenze von 15 Prozent. Die sogenannte Mietpreisbremse, die bei Neuvermietungen gilt, war nach Experteneinschätzung bislang aber weitgehend wirkungslos.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sturz in Parkhaus: Verkehrssicherungspflicht hat Grenzen
"Kein Zutritt für Fußgänger" - Schilder mit solchen oder ähnlichen Aussagen sollten Passanten besser beachten. Der Grund: Tun sie das nicht und stürzen, können sie den …
Sturz in Parkhaus: Verkehrssicherungspflicht hat Grenzen
So stellen Sie fest, ob Ihr Gefrierfach einwandfrei funktioniert
Sie haben den Verdacht, dass Ihr Gefrierfach nicht mehr astrein funktioniert und hin und wieder ausfällt? Mit einem genialen Trick finden Sie es heraus.
So stellen Sie fest, ob Ihr Gefrierfach einwandfrei funktioniert
Erlaubnis zur Untervermietung ist nicht einfach widerrufbar
In Wohngemeinschaften geht es mitunter zu wie im Bienenstock: Eben erst eingezogen, verlassen Mitbewohner das traute Heim schon wieder. Die verbliebenen Mieter können …
Erlaubnis zur Untervermietung ist nicht einfach widerrufbar
Dieses Haus ist das teuerste auf der ganzen Welt
Bei dem Preis dieses Hauses müssen vielleicht sogar Superreiche schlucken: Die Villa "Les Cèdres" ist die Teuerste auf der Welt - doch was macht sie so wertvoll?
Dieses Haus ist das teuerste auf der ganzen Welt

Kommentare