+
Wer sein Testament verfasst, sollte die Seiten nummerieren. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Erbrechts-Tipp

Zettelwirtschaft: Entwurf oder neues Testament?

Einem Testament gehen ein paar Aufzeichnungen voraus. Bewahrt der Erblasser diese Zettel auf, verwirrt das die Angehörigen. Eine Familie stritt sich sogar. Ein Gericht klärte schließlich, ob die Aufzeichnungen wirklich als letzter Wille anzuerkennen sind.

Berlin (dpa/tmn) - Der letzte Wille will gut überlegt sein. Viele machen sich handschriftliche Notizen zur Frage der Verteilung ihres Nachlasses. Solche Entwürfe müssen später von der eigentlichen Verfügung von Todes wegen abgegrenzt werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet über einen Beschluss des Kammergerichtes Berlin (KG) (Az.: 6 W 100/16), in dem solche Aufzeichnungen als Entwürfe erkannt wurden.

In dem verhandelten Fall hatte der Erblasser drei lose Blätter Papier ohne Blattzahlen hinterlassen. Die dritte Seite zeigt als Abschluss eine Datumsangabe und die Unterschrift des Erblassers. Darunter finden sich die handschriftlichen Worte der Ehefrau des Erblassers "einverstanden E".

Die Beteiligten streiten sich, ob es sich um ein gemeinschaftliches Testament, einen bloßen Entwurf oder ein Einzeltestament des Erblassers handelt. Dieser hatte mit seiner Ehefrau bereits früher ein gemeinschaftliches Testament in handschriftlicher Form mit sogenannten wechselbezüglichen Verfügungen errichtet.

Das Kammergericht wertet die drei losen Blätter nicht als gültige Verfügung von Todes wegen. Damit die Unterschriften beider Ehegatten die Haupterklärung auch umfassen, müsse die Zusammengehörigkeit der losen Blätter durch fortlaufenden Text, Seitenangaben oder andere Umstände feststehen. Eine nicht dauerhafte Verbindung oder die gemeinsame Aufbewahrung reiche in der Regel nicht aus.

Arbeitsgemeinschaft Erbrecht

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Warum Sie Nudelwasser nie wieder ins Spülbecken schütten sollten
Wenn Sie das nächste Mal Nudeln kochen, denken Sie daran: Schütten Sie nie mehr das Nudelwasser in den Abfluss. Köche nennen es nicht umsonst "flüssiges Gold".
Warum Sie Nudelwasser nie wieder ins Spülbecken schütten sollten
Familien durch Kita-Beiträge ungleich belastet
Wieviel Eltern für die Kita zahlen, hängt stark vom Wohnort ab. Einkommensschwache Haushalte belastet die Gebühr übermäßig, lautet das Fazit einer Bertelsmann-Studie. …
Familien durch Kita-Beiträge ungleich belastet
Hitzefrei im Büro: Ab wie viel Grad darf ich heimgehen?
"Hitzefrei" kennen wir noch aus Schulzeiten, als wir an besonders heißen Tagen früher nach Hause gehen durften. Aber gilt das auch für schwitzende Arbeitnehmer? 
Hitzefrei im Büro: Ab wie viel Grad darf ich heimgehen?
Dieses simple Hausmittel reinigt jede Toilette lupenrein
Sie benutzen für die Reinigung Ihrer Toilette teure, chemische Putzmittel? Das können Sie ab sofort lassen - denn es gibt ein Hausmittel, das genauso gut wirkt.
Dieses simple Hausmittel reinigt jede Toilette lupenrein

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.