Die „Rückkehr“ der Treppe war die größte Herausforderung.
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Die „Rückkehr“ der Treppe war die größte Herausforderung.

Marktgemeinde Indersdorf hat den Kindergarten in Niederroth erweitert

50 weitere Plätze in der Kita

Niederroth/Indersdorf – Als im März die Anmeldungen für die Kinderbetreuung 2021/2022 eingingen, war man einerseits über den „Kindersegen“ sehr erfreut, andererseits stellte es die Marktgemeinde erneut vor große Probleme. Bereits 2018 war klar, dass die Kommune mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten benötigte. Eine weitere Gruppe für 25 Kindern war vorausgesagt.

Sicherheitshalber stampfte die Gemeinde seinerzeit einen Kindergarten in Modulbauweise mit zwei Gruppen, also 50 Kinder, in Rekordzeit aus dem Boden.

Kaum drei Jahre später ist dieser Kindergarten belegt, es musste erneut Platz geschaffen werden. Deshalb wurde der Kindergarten Niederroth nun in großem Maße erweitert. Es entstanden so weitere 50 Betreuungsplätze. Die Gesamtkosten liegen bei rund 180 000 Euro.

Die Kita ist in der ehemaligen Schule untergebracht, im Erdgeschoss der Kindergarten, im ersten Obergeschoss die Krippe. Das zweite Geschoss nutzten die Volkshochschule, eine Eltern-Kind-Gruppe sowie Rotes Kreuz, Feuerwehr und Senioren.

Das Gebäude war in den vergangenen Jahren umfangreich saniert worden, unter anderem wurde eine zusätzliche Fluchttreppe angebaut und der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht.

Als nun neue Räume für die Kinderbetreuung gesucht wurden, fiel das Augenmerk auf das zweite Geschoss des Kindergartens. Die große Haupttreppe der Schule wurde in den 90er Jahren im zweiten Obergeschoss verschlossen, damit die Bereiche für den Allgemeinbedarf von der Kita abgetrennt waren. Nachdem das Geschoss nun aber wieder der Kinderbetreuung angegliedert werden sollte, war es notwendig, diese Treppe zu ergänzen, damit das Haus wieder eine Einheit bildet.

Die Bauzeit war durch die Ankündigung im März, dass zum Schuljahr 2021/2022, also bereits im September, neue Gruppenräume benötigt werden, ausgesprochen eng kalkuliert. Zwar konnten viele Arbeiten bereits während des Kindergartenbetriebs angefangen werden, jedoch war die umfangreichste Arbeit, die Öffnung des Treppenauges und die Wiedererrichtung einer Treppe, nur in den Schließzeiten möglich.

Die Eltern hatten sich dankenswerterweise bereit erklärt, die Woche Schließzeit der Pfingstferien in die Sommerferien zu verlegen, sodass für diese Arbeiten immerhin vier Wochen blieben. Trotz der kurzen Zeit ist es gelungen, ortsansässige Firmen sowie aus dem näheren Umkreis zu bekommen, die die Arbeiten ausführten.

Bereits vor den Ferien wurde im zweiten Obergeschoss die Wasser- und Elektroinstallation erneuert. Zwei Wände mussten abgebrochen werden, um größere Gruppenräume zu schaffen, neue Wände wurden eingezogen, und so entstand ein weiterer Nebenraum im ehemaligen Foyer. Die abgehängten Decken wurden erneuert, um den Schallschutz in den Räumen zu verbessern. Die Sanitärräume wurden neu gefliest und mit neuer Sanitäreinrichtung versehen.

Mit Beginn der Sommerferien schritt man zur aufwendigsten Arbeit: das große Treppenhaus. Nach nur einer Woche war es wieder bis ins zweite Obergeschoss geöffnet, und der Stahlbauer konnte die neue Treppe einbauen.

Gleichzeitig wurden neue Vinylböden verlegt. Im großen Flur des ersten Obergeschosses wurde die abgehängte Decke erneuert. Und weil man gerade dabei war, wurden in zwei Fluren Wände abgebrochen, um schöne Spielflure und Raum für Garderoben zu schaffen.

„Ein Kraftakt für Handwerker und Verwaltung hat sich ausgezahlt“, schreibt die Gemeindeverwaltung Indersdorf in einer Pressemitteilung. Pünktlich zum 1. September konnten die Kinder die Räume beziehen. „Ohne die Flexibilität der Handwerker, ihre Unterstützung und ihren Einsatz wäre das Vorhaben nicht geglückt“, so die Verwaltung.  dn

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