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Werben für ihren Aktionstag (v. li.): Claudia Harrasser (Frau & Beruf), Lilli Merz (Projektleiterin Servicestelle Frau & Beruf), Nicole Hawig (Agentur für Arbeit) und Ursula Menke (Kreisbildungswerk).

Aktionstag von Arbeitsagentur, Kreisbildungswerk und „Frau & Beruf“

Hilfe beim beruflichen Wiedereinstieg

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70 Prozent der Frauen, die derzeit nicht arbeiten, sollen beruflich wieder aktiviert werden – so will es der Freistaat Bayern mit Hinblick auf den Fachkräftemangel. Ein „hohes Ziel“, sagte Lilli Merz bei einem Pressegespräch.

Bad Tölz– Sie ist Projektleiterin der Servicestelle „Frau und Beruf“, die vom Freistaat gefördert wird und den Auftrag hat, möglichst viele Frauen zu einem Wiedereinstieg zu motivieren.

Um das zu erreichen, findet am Donnerstag, 23. Februar, ein Aktionstag statt. Von 9 bis 12.30 Uhr haben Frauen – aber auch Männer –, die den beruflichen Wiedereinstieg suchen, in der Franzmühle die Möglichkeit, sich zu informieren. Es gibt Informationsvorträge, Zeit zum Netzwerken und einen kostenlosen Bewerbungsunterlagen-Check. Daneben beraten wie bei einer Messe verschiedene Arbeitgeber an Ständen die Besucher. „Frauen, die wiedereinsteigen wollen, sind oft zögerlich“, sagte Merz. Da biete sich ein ungezwungenes Beisammensein an.

„Es gibt viele Unternehmen in der Region, die Teilzeitanstellungen anbieten“, sagt Merz. Ziel ist es nun, Interessenten und Unternehmen zusammenzubringen.

„Wir finden den Aktionstag eine gute Idee, um zu zeigen, wie man sich vernetzen kann“, sagte Nicole Hawig von der Arbeitsagentur. „Wir wollen diese sogenannte stille Reserve aktivieren.“ Sie berate häufig Frauen in den Fragen, wo Qualifizierungsbedarf ist, ob sie in dem Bereich bleiben kann, wie die Chancen sind. Hawig zeigt auch neue Möglichkeiten auf: „Eine medizinische Fachangestellte, die zu lange aus ihrem Job raus ist, kann auch eine Verwaltungstätigkeit übernehmen. Wir überlegen dann: Wie können wir sie dabei unterstützen?“ Oft seien sich die Frauen unsicher: „Soll ich wirklich jetzt schon wieder arbeiten gehen? Hier müssen wir Hemmungen abbauen.“

Mut machen soll auch der Aktionstag, sagte Ursula Menke vom Kreisbildungswerk. „Ein unverbindliches Angebot ohne Anmeldung an einem Vormittag.“ Männer übrigens sind eher nicht zu erwarten: „Die Zahl ist verschwindend gering. Ich habe letztes Jahr nur zwei männliche Wiedereinsteiger beraten“, sagte Hawig.

Ein weiteres Thema sei der Wiedereinstieg nach Pflegepause. Häufig hören Frauen zunächst wegen der Kinder auf zu arbeiten und müssen sich im Anschluss um pflegebedürftige Angehörige kümmern. „Dadurch verlängert sich oft die Zeit, die diese Frauen aus ihrem Beruf raus sind“, sagte Claudia Harrasser von „Frau und Beruf“. „Nach der geplanten Familienzeit folgt die ungeplante Pflegezeit.“

Diese Frauen seien dann meist schon im fortgeschrittenen Alter, sagte Hawig. „Die müssen wir dann gezielt beraten, ihnen die Angst nehmen und ihnen zeigen, wie man sich vernetzt.“ Der Vorteil sei, dass der Besuch auf dem Aktionstag keinen „Behördencharakter“ habe.

Die ersten Erfolge haben sich bei „Frau und Beruf“ schon eingestellt, erzählte Lilli Merz. „Wir laufen landkreisübergreifend gut seit eineinhalb Jahren.“ Die bisherigen Aktionstage, etwa in Landsberg, seien gut angenommen worden. Etwa 100 Frauen waren da. Auf eine ähnliche Resonanz hoffen die Organisatoren auch in Bad Tölz.

Der Aktionstag findet am Donnerstag, 23. Februar, von 9 bis 12.30 Uhr in der Franzmühle Bad Tölz statt. Neben Vorträgen gibt es die Möglichkeit, mit Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen.

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