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Alpamare muss schließen: Abriss geplant

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Bad Tölz - Seit 44 Jahren ist es ein Markenzeichen von Bad Tölz. Nun aber steht fest: Die Tage des alteingesessenen Spaßbads Alpamare sind gezählt. Das Bad soll abgerissen werden.

Dass die Glanzzeiten des Alpamare vorbei waren, das blieb schon seit Jahren keinem mehr verborgen. Das Spaßbad, 1970 noch eine sensationelle Neuheit, konnte zuletzt kaum mehr mit der Konkurrenz mithalten. Die Besucherzahlen sanken auf 200.000 im Jahr – ein Drittel des Zustroms etwa in den 1990er-Jahren.

Überraschend kommt es also nicht, wenn Anton Hoefter, Chef des Alpamare-Betreibers Jodquellen AG, nun die Schließung bestätigt: „Wir reden gerade mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan“, erklärt der 45-Jährige. „Der Schließungstermin hängt von den Verhandlungsergebnissen und der wirtschaftlichen Entwicklung ab.“ Voraussichtlich in neun bis 15 Monaten werde zugesperrt. Betroffen seien 40 Festangestellte und 80 Teilzeitkräfte.

Aus seit Anfang des Jahres besiegelt

Besiegelt ist das Aus des Alpamare offenbar bereits seit Anfang des Jahres. Da scheiterten Verhandlungen zwischen der Jodquellen AG und der Stadt Bad Tölz über die Weiterführung der Einrichtung unter veränderten Vorzeichen.

Die Stadt entschied sich, an anderer Stelle, nämlich am Stadtrand, eine kleinere Wellness- und Spa-Einrichung zu errichten. Dort soll auch ein neues Hotel entstehen. Hoefters Kommentar: „Mit dieser Entscheidung verlagert die Stadt den Tourismus weg vom historisch gewachsenen Badeteil hinaus auf die grüne Wiese. Somit ist eine touristische Aktivität auf unseren Grundstücken nicht mehr sinnvoll.“ Er reagierte zunächst im Juli mit der Ankündigung, das 1870 eröffnete Hotel Jodquellenhof zum 30. November zu schließen.

Dessen Gäste konnten auch das benachbarte Alpamare nutzen – da beides zusammengehört, war von da an auch das Ende des Alpamare nur eine Frage der Zeit. Hotel und Spaßbad will Hoefter abreißen, plant stattdessen Wohnbebauung – und setzt damit ein weiteres markantes Zeichen für den Wandel der ehemaligen Kurstadt.

Andreas Steppan

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