Eine Ampelanlage mit Sensor regelt noch bis Ende des Monats den Verkehr am Sylvensteindamm. Foto: arp/Archiv

Ampel von Wanderern überfordert

Lenggries - Sylvenstein: Staus an schönen Tagen, freie Fahrt ab Ende Oktober.

Es war an einem der jüngsten strahlenden Herbsttage, als der Geretsriederin Anne-Marie von Hassel eine Idee kam. „In der Eng könnten die Laubfarben schon toll sein“, sagt sie - da wollte sie hinfahren. Diese Eingebung hatte sie allerdings nicht exklusiv. Vor allem am Tag der Deutschen Einheit, aber auch am Samstag bildeten sich am Sylvenstein lange Staus. Die Ampelanlage, die wegen der Bauarbeiten zur Damm-Ertüchtigung den einspurigen Verkehr regelt, stieß an ihre Grenzen.

„Eine Stunde und zehn Minuten standen wir im Stau“, beklagt von Hassel. „Und aus der Gegenrichtung kamen uns immer nur drei Autos entgegen.“ Sie fragt sich, ob sich die Ampel nicht besser schalten lässt. „Nein“, sagt dazu Roland Kriegsch, Chef des Wasserrwirtschaftsamts Weilheim, das die Arbeiten durchführt. „Die Ampel war die ganze Zeit über bedarfsgerecht optimiert.“ Ein Sensor an der Ampel habe erfasst, wie viele Autos in welcher Richtung warteten. „Aber am Feiertag und am Samstag war so viel Verkehr, da war das System überlastet“, so Kriegsch. „Egal, wo man im Alpenraum unterwegs war, da stand man überall im Stau.“ Gestern habe wieder alles reibungslos funktioniert - obwohl auch nicht wenige Wanderer unterwegs waren.

„Bei 500 Autos ist selbst die beste Technik ausgeschöpft“, meint auch Lars Werner, Verkehrsexperte der Tölzer Polizei. Allgemein habe die Sensortechnik während der Bauarbeiten aber „nicht so funktioniert, wie wir es uns gewünscht hätten“. Denn der Sensor sei immer wieder von der Ampel heruntergefallen oder habe sich verdreht - „sei es wegen Stürmen oder weil Fahrradfahrer daran hängen blieben“.

Lange ist die Geduld der Autofahrer ohnehin nicht mehr gefordert. Laut Kriegsch ist die Dammkrone wohl ab Ende Oktober wieder voll befahrbar. Bis dahin stünden Restarbeiten an, etwa der Abbau der Behelfsbrücke, die Straßenentwässerung und die Asphaltierung. Wie schnell es vorangeht, liege am Wetter. Vielleicht hat von Hassel im November mehr Spaß an ihrer Tour in die Eng. Diesmal waren die Blätter ohnehin nicht so bunt, wie sie es sich vorgestellt hatte.

(ast)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Demo am Walchensee: Vereinschef wirft das Handtuch
Diese Nachricht hat wie eine Bombe eingeschlagen: Martin Sperr legt sein Amt als Vorsitzender des „Verkehrsvereins für das Walchenseegebiet“ nieder. 
Nach Demo am Walchensee: Vereinschef wirft das Handtuch
Archivare und Hobby-Forscher wollen sich besser vernetzen 
In Ortsarchiven, im Historischen Verein für das Oberland, im Verein für Heimatgeschichte und von engagierten Einzelpersonen wird viel für die Bewahrung des …
Archivare und Hobby-Forscher wollen sich besser vernetzen 
Jachenauerin liefert wieder Hochglanz-Inspiration für die Gastro-Branche
Sie hat es wieder getan: Die Jachenauerin Johanna Warham hat im dritten Jahr in Folge ein neues Buch veröffentlicht, das Inspirationen für die Gastro-Branche bieten soll.
Jachenauerin liefert wieder Hochglanz-Inspiration für die Gastro-Branche
Bodenbelag für Tölzer Gries abgesegnet
Im Tölzer Gries wird seit Monaten gearbeitet, weil der Kanal erneuert werden muss. Laut Andrea Bacher von den Stadtwerken dauert es noch etwa fünf Wochen, bis die …
Bodenbelag für Tölzer Gries abgesegnet

Kommentare