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Hatten drei Lieder mitgebracht: Die Mädchen und Buben des Kochler Plattler-Kinderchors. 

Benefizkonzert „Zwischen den Jahren“ 

Regionale Musik für einen guten Zweck 

Jährlich stellen sich Musikgruppen aus der Region in den Dienst der guten Sache. Zu Gunsten unserer Spendenaktion „Leser helfen helfen“ verzichten sie beim Benefizkonzert in Ascholding auf ihre Gage und verzaubern die Zuhörer. 

Ascholding – Das Benefiz-Konzert „Zwischen den Jahren“ ist längst zu einer festen kulturellen Einrichtung in den ersten Januartagen geworden. Am Samstag gaben sich wieder eine Reihe von Musik- und Gesangsgruppen im Ascholdinger „Holzwirt“ unentgeltlich ein klingendes Stelldichein, um mit dem Erlös der Veranstaltung die Weihnachtsaktion „Leser helfen helfen“ zu unterstützen. Es war also eigentlich wie immer, aber trotzdem ganz anders. Denn der Dreh- und Angelpunkt des Konzerts, Georg Kapfer, fehlte.

Georg Kapfer fehlte 

Der langjährige Organisator des Musikantentreffens ist im August im Alter von 78 Jahren gestorben. Dass ihm der Benefiz-Abend auch nach fast 30 Jahren noch sehr wichtig war, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er die mitwirkenden Gruppen für die diesjährige Auflage schon zeitig ausgewählt und ihre Zusage eingeholt hatte. Seiner Frau Renate und seinem Bruder Max habe er dann das Versprechen abgenommen, sich um die weiteren organisatorischen Dinge zu kümmern, damit „Zwischen den Jahren“ auch 2020 stattfinden könne, erinnerte Veronika Ahn-Tauchnitz, Redaktionsleiterin des Tölzer Kuriers, in ihrer Begrüßung an den Verstorbenen. „Wenn er uns heute zuschauen könnte, ich glaube, er wäre zufrieden mit uns.“

Hatten die Organisation übernommen: Georg Kapfers Witwe Renate und sein Bruder Max.

Auf der Suche nach Musikanten für „seine“ Konzerte hat sich der Schorsch stets weitum bei Volksmusik-Veranstaltungen und Hoagarten umgeschaut, immer auch darauf bedacht, Nachwuchsgruppen ein Podium zu geben. Diese Handschrift trug auch das aktuelle Programm, das wieder einmal Monika Steinbacher aus Reichersbeuern unterhaltsam und launig moderierte.

Führte wunderbar durchs Programm: Monika Steinbacher aus Reichersbeuern.

Von der quirligen Art zeigten sich die Stückl des Münsinger Klarinetten-Quartetts, wobei insgesamt fröhliche und beschauliche Melodien einen Bogen über die zu Ende gehende Weihnachtszeit spannten. Genussvoll zuhören konnte das Publikum überdies dem Kirschenhofer Trio aus Otterfing, das in perfekter Abstimmung und Aufbereitung mit steirischer Harmonika, Harfe und Kontrabass aufspielte.

Das Kirschenhofer-Trio mit den Geschwistern Andreas (Steirische Harmonika), Veronika (Harfe) und Peter (Kontrabass) spielt seit acht Jahren zusammen.

Improvisationstalent war dagegen gefragt bei der Saitenmusik der Kirchseedirndl aus Sachsenkam, die kurzfristig auf ihre Hackbrettspielerin verzichten mussten – doch Veronika Berghammer, Elisabeth und Theresa Baumgartner mit Harfe, Gitarre und Kontrabass gaben sich gelassen und brachten nun eben zu dritt ihre schönen Weisen zum Klingen.

Kirchseedirndl spielten mussten auf Hackbrettspielerin verzichten 

Besonders viel Applaus bekamen die jüngsten Mitwirkenden: Das war zum einen der Kochler Plattler-Kinderchor mit 19 couragiert auftretenden Buam und Madln im Alter zwischen 3 und 13 Jahren unter Leitung und Unterstützung von Elisabeth Mangold und Monika Loipolder. Und zum anderen staunten die Zuhörer über das schon versierte Können der Geschwister Pongratz aus Partenkirchen: Der zehnjährige Xaver und seine elfjährige Schwester Johanna präsentierten sich als geübter und vielseitiger Zweigesang, wobei Johanna selbst an der Harfe begleitete.

Die Geschwister Johanna und Xaver Pongratz aus Garmisch-Partenkirchen haben gerade den Traunsteiner Lindl gewonnen.

Gewohnt präzise waren die Früah-Musi und die Früah-Dirndln aus Brunnthal. Von ihren früheren Auftritten kennt man den Familienverbund je nach Altersstufe der Kinder in anderen Zusammenstellungen. Auch der stimmkräftige Brunnthaler Männergsang war nicht zum ersten Mal dabei.

Musikalische Unterstützung aus Brunnthal 

Zum gemütvollen Abschluss mit dem Lied „Kimmt schee hoamli de Nacht...“ vereinten sich die Akteure auf der Bühne und das Publikum mühelos zu einem großen Chor. Der Schorsch wäre bestimmt zufrieden gewesen.

(Rosi Bauer)

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