Teurer Schmuck: „Sie muss sehr geliebt worden sein“

"Ascholdinger Mädchen": Die Faszination der 2000 Jahre alten Keltin

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die rund 2000 Jahre alten Überreste der jungen Keltin, die unter einem Bauernhaus gefunden wurden, sind ein Glanzstück des neu gestalteten Tölzer Stadtmuseums.

„Es muss schon ein seltsames Gefühl gewesen sein, zu entdecken, dass man unter der Erde eine Mitbewohnerin hatte, von der man gar nichts wusste“, sagt Peter Syr. Der eigentlich schon pensionierte Ausstellungsmacher berät die Stadt bei der Neukonzeption des Stadtmuseums. Ein Exponat hat es dem 65-Jährigen besonders angetan: Die Knochen einer jungen Frau, die im 1. Jahrhundert nach Christus gelebt haben muss, sind nicht nur archäologisch bedeutsam - auch die Geschichten rund um das „Ascholdinger Mädchen“ üben eine große Faszination aus. Wenn am Sonntag, 15. Mai, die ersten 14 umgestalteten Räume des Stadtmuseums festlich eröffnet werden, ist der Aufsehen erregende Fund erstmals für die Öffentlichkeit zu besichtigen.

Außergewöhnlich ist schon, wie die sterblichen Überreste der Keltin nach zwei Jahrtausenden wieder ans Tageslicht kamen. Weil der Holzboden in der Stube morsch geworden war, begann ein Ascholdinger Bauer im Sommer 2000, mit Pickel, Schaufel und Schubkarre den Boden unter dem Haus abzutragen. Er wollte bis zu einer trockenen Kiesschicht gelangen. Was er im Boden fand, waren die Zeugnisse vergangener Zeiten, Scherben etwa und Brandspuren. Etwa 70 Zentimeter unter den Fußbodenniveau traf der Bauer mit der Spitzhacke einen harten Gegenstand - es handelte sich um einen menschlichen Schädelknochen. (Andreas Steppan)

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