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Asylbewerber ziehen in Lenggrieser Kaserne

Der Landkreis hat Fakten geschaffen: Am Mittwoch zog eine syrische Familie in die ehemalige Unteroffiziersunterkunft auf dem Lenggrieser Kasernenareal ein. Weitere Asylbewerber werden folgen. Sehr zum Unwillen der Gemeinde.

 Bürgermeister Werner Weindl habe ihm mitgeteilt, „dass er das als feindlichen Akt betrachtet“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Durch die Belegung des Gebäudes werde die Planung der Gemeinde „unterlaufen“. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat am Montag einen neuen Bebauungsplan für das Areal, das der Luitpolderhöfe GmbH gehört, beschlossen. Dort soll nach dem Willen des Gremiums ein Gewerbegebiet entstehen.

Mit dem Beschluss ging Weindl davon aus, dass eine Belegung mit Asylbewerbern nur nach einem Antrag auf Nutzungsänderung möglich ist. Doch praktisch zeitgleich mit dem Beschluss erfolgte die Belegung. In dieser sieht Niedermaier eine Wiederaufnahme der früheren Nutzung. Schließlich waren in dem Gebäude Soldaten untergebracht. „Und bisherige Nutzungen haben Bestandsschutz.“ Dabei gehe es nur um eine Unterbringung (Anlage für soziale Zwecke), nicht um Wohnen, betont Niedermaier. Eigentümer Peter Wasner könne daraus also nicht ableiten, dass das ein Wohngebiet ist. Genau das will Wasner aber seit jeher durchsetzen.

Und dabei spiele ihm der Landkreis jetzt in die Karten, sagt Weindl. Der Planungswille der Gemeinde sei seit drei Jahren bekannt. „Wir haben nichts gegen Asylbewerber, und uns ist allen bewusst, dass diesen Menschen geholfen werden muss.“ Aber hier müsse die langfristige Entwicklung von Lenggries im Auge behalten werden. „Daher sehen wir uns nicht in der Lage dem zuzustimmen.“

Beide Parteien werden sich nun vor dem Verwaltungsgericht treffen. Die Gemeinde hat einen Eilantrag gestellt. Entschieden werden muss, ob ein Genehmigungsverfahren für die Belegung notwendig ist oder nicht. „Für jede Lagerhalle musste ein Antrag auf Nutzungsänderung von militärischer in zivile Nutzung gestellt werden“, argumentiert Weindl. „Warum soll das nun hier nicht gelten?“ Aufschiebende Wirkung hat der Eilantrag nicht.

Niedermaier jedenfalls plant, das Haus nach und nach zu belegen. Im Erdgeschoss können etwa 20 Menschen wohnen, im ersten Stock etwa 25. „Natürlich macht man sowas nicht gerne gegen den Willen des Gemeinderats“, sagt der Landrat. Aber der Landkreis brauche das Gebäude.

Zumal die Miete für das Unteroffiziersheim deutlich unter der für einen Container liege. Zum Vergleich: Ein Asylbewerberplatz in der Containerunterkunft in Geretsried kostet rund 440 Euro pro Monat. In Lenggries liegt der Satz unter 200 Euro.

Und da der Zustrom an Flüchtlingen nicht abreißt – momentan leben 400 im Landkreis – brauche man größere Wohneinheiten. „Ansonsten müssen wir Turnhallen belegen, wie es andere Landkreise gemacht haben.“

Vorgesehen ist, dass in der Kaserne ein Büro des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ eingerichtet wird, der die Asyl-Sozialberatung übernimmt. Betreut wird die Einrichtung zudem von Mitarbeitern des Landratsamts „Aber ohne Ehrenamtliche geht es nicht“, sagt Abteilungsleiter Daniel Waidelich. Hier hat sich in Lenggries schon ein Kreis zusammengetan, der sich bislang engagiert um die afghanische Familie kümmert, die vor einigen Wochen im Brauneckdorf ankam. „Auf solche Ehrenamtlichen kann die Gemeinde stolz sein“, so Waidelich.

Weindl hofft immer noch auf eine andere Lösung. „Wir wollen uns nicht wegducken.“ Daher habe man dem Landkreis unter anderem auch gemeindeeigene Grundstücke angeboten, um dort Container für etwa 100 Asylbewerber aufzustellen. Niedermaier fragt sich, warum das erst jetzt möglich war, obwohl seit Monaten nach Flächen gesucht wird. „Wenn das früher gekommen wäre, hätte man den Ärger vermeiden können.“ Die Standorte werde man prüfen, aber an der Kaserne festhalten. Veronika Wenzel

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