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Kfz-Mechatroniker ist einer der beliebtesten Ausbildungsberufe. Mittelschul-Absolventen im Landkreis haben derzeit gute Chancen, in ihrem Wunschberuf unterzukommen. 

Ausbildungsplätze

Schulabgänger  im Tölzer Land heiß begehrt

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Bad Tölz - Die meisten Mittelschul-Absolventen haben eine Lehrstelle in der Tasche. Manche sogar schon seit der 8. Klasse.

Mittelschüler, die in den kommenden Tagen ihr Abschlusszeugnis entgegennehmen, haben in der Regel wirklich allen Grund zu feiern. Denn der allergrößte Teil braucht sich keine Sorgen über eine Lehrstelle zu machen. Die Schulabgänger sind bei den heimischen Unternehmen mittlerweile so begehrt, dass die ersten schon in der achten Klasse eine Zusage für eine Ausbildung in der Tasche haben.

Ute Hübner geht zufrieden die Liste durch. „Kinderpflegerin, Zahnarzthelferin, Elektriker, Zimmerer, Kfz-Mechatroniker, Fliesenleger, Gerüstbauer, Kosmetikerin, Krankenschwester, Glaser, Metzger, Sozialversicherungsfachangestellter, Bundeswehr.“ Die Palette der Berufe, die die 51 Entlassschüler der Mittelschule Gaißach ergreifen, sei groß, stellt die Rektorin fest. Alle von ihnen seien – sofern sie ihre Schullaufbahn nicht noch fortsetzen – bereits mit Lehrstellen versorgt. Meist sei der weitere Werdegang gesichert, noch bevor die Mädchen und Buben zur Abschlussprüfung antreten. „Auch in den vergangenen Jahren war es für sie relativ einfach, etwas zu finden“, sagt Hübner. „Der Arbeitsmarkt ist entspannt.“

Das gilt zumindest aus Sicht der Ausbildungssuchenden. Die Betriebe hingegen müssen sich mittlerweile oft regelrecht anstrengen, ihre Lehrstellen besetzt zu bekommen. „Wir erhalten immer wieder die Bitte von Unternehmen, bei uns einen Aushang zu machen, dass Azubis gesucht werden“, sagt Hübner.

Auch bei Bernd Kraft, dem Rektor der Mittelschule Lenggries, fragen regelmäßig Handwerksbetriebe oder Arztpraxen nach, ob er ihnen geeignete Ausbildungskandidaten nennen könne. „Dann muss ich oft sagen: Tut mir leid“, erklärt Kraft. Denn viele Schüler bekämen schon nach ihrem Praktikum in der achten Klasse die mündliche Zusage, dass sie im jeweiligen Betrieb später eine Ausbildung anfangen können.

Von den 43 Absolventen seiner Schule sei bei 41 der weitere Werdegang klar, so Kraft: Sie haben eine Ausbildungsstelle oder besuchen noch eine weiterführende Schule. Die übrigen zwei hätten ihre persönliche Entscheidung noch nicht getroffen.

Ganz enthusiastisch ist die Tölzer Südschul-Lehrerin Tina Schröder, wenn sie auf ihre neunte Klasse blickt. Von den 15 jungen Leuten haben 13 den Quali bestanden, sechs wollen weiter zur Schule gehen, sechs haben eine Lehrstelle – auch die beiden ohne Quali –, und nur zwei seien noch auf der Suche. „Bei denen bin ich eigentlich überrascht, denn es sind tolle Jungs“, sagt die Lehrerin. Sie sieht die Chancen der Mittelschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt seit Jahren gleichbleibend gut. „Man muss sich natürlich bemühen, und es geht nicht immer von heute auf morgen. Aber häufig können unsere Schüler überzeugen.“ 47 Schüler verlassen laut Schröder heuer die Südschule. Von den Neuntklässlern haben 64 Prozent den Quali geschafft.

Sogar bei 86 Prozent liegt die Quote der Jugendlichen, die den Quali in der Tasche haben, an der Mittelschule Benediktbeuren. Von den 38 Schülern hätten drei nicht an den Prüfungen teilgenommen, erklärt Lehrer Florian Ehrle. „Etwa 20 gehen jetzt in eine Ausbildung, sieben oder acht nach Penzberg auf die M 10, und etliche machen ein Freiwilliges Soziales Jahr“, so der Pädagoge.

Leichter geworden ist die Arbeit der Tölzer Coaches, die Schülern Hilfestellung bei der Berufsorientierung und Lehrstellensuche geben. Chancen täten sich auch für junge Flüchtlinge auf, erklärt Hans Raasch, einer der Ehrenamtlichen. Junge Asylbewerber hätten zuletzt etwa die Hälfte seiner „Schützlinge“ ausgemacht, so der Lenggrieser. „Zwei junge Eritreer habe ich in Betrieben der Metallbranche in Reichersbeuern und Lenggries untergebracht“, freut er sich. Bei anderen gebe es Probleme – etwa dann, wenn die Deutsch-Kenntnisse nicht ausreichen. „Ein Somali würde eine Lehrstelle bekommen – aber sein Aufenthaltsstatus ist nicht geklärt“, nennt der Lenggrieser einen anderen Fall. Einer Gruppe von jungen Afghanen gab Raasch Mathe-Unterricht – doch sie brachen ab, weil es bei den Grundrechenarten haperte.

Jugendliche, die Schützenhilfe von den Coaches benötigen – ob Flüchtlinge oder Einheimische – gibt es weiterhin. Ihre Erfolgsaussichten seien aber „viel, viel besser“ geworden, sagt Raasch.

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