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Immer ein paar Autos, ansonsten Leere: Der Blick vom Rathaus auf das Heilbrunner Zentrum, wo einst Kurhotel und Wandelhalle standen. Für 10,7 Millionen Euro kaufte die Gemeinde im August 2015 das Areal von Max Hoefter.

Realisierungswettbewerb

15 Architektenbüros konkurrieren im Rennen ums Heilbrunner Zentrum

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15 Architekturbüros konkurrieren um die Gestaltung der Heilbrunner Ortsmitte. Ein echtes Dorfzentrum, wo man wohnen, Gewerbe treiben und einen Maibaum aufstellen kann, soll dort entstehen. Am 19. Januar entscheidet eine neunköpfige Jury, wer die Nase im Realisierungswettbewerb vorne hat.

Bad Heilbrunn – Über 30 Jahre lang standen Kurhotel und Wandelhalle in der Bad Heilbrunner Ortsmitte leer. Seit dem Abriss zwischen 2015 und 2016 stellt sich die Frage: Was geschieht auf dem acht Hektar großen Areal, das die Gemeinde im August 2015 für 10,7 Millionen Euro von Max Hoefters Kurfürstin GmbH erworben hat?

Der grobe Plan ist schon länger bekannt: Die Gemeinde hat einen Realisierungswettbewerb in Auftrag gegeben. Sie will viele verschiedene Ideen sammeln, wie man ein echtes Dorfzentrum hinbekommen könnte, in dem Menschen wohnen, arbeiten, aber sich auch mal auf ein Eis treffen können.

Nachfragen bei Bürgermeister Thomas Gründl, Geschäftsleiter Andreas Mascher und der Firma Lars Consult, die den städtebaulichen Wettbewerb durchführt, ergeben nun einen konkreten Fahrplan: 15 Architekturbüros feilen derzeit an ihren Entwürfen für die Heilbrunner Ortsmitte. „Fünf davon haben wir ausgewählt“, sagt Gründl. Die restlichen zehn habe Lars Consult ins Spiel gebracht. Am Freitag, 19. Januar, legen dann neun Preisrichter die ersten drei Plätze fest. In der Jury sitzen fünf Stadtplaner und Architekten, drei Gemeinderäte (jeweils einer aus den Fraktionen CSU, Freie Wähler und Grüne) sowie der Bürgermeister. „Die Experten sollen die Kommunalpolitiker im Zweifelsfall überstimmen können“, erklärt Stefan Hofer von Lars Consult das 5:4-Verhältnis. Zu einem solch engen Abstimmungsergebnis solle es aber möglichst nicht kommen. Darauf müsse der Vorsitzende des Gremiums, der am selben Tag gewählt werde, achten.

Bürgermeister: „Die Gemeinde und der Bürger haben das letzte Wort“

Die drei favorisierten, auch finanziell prämierten Modelle – die bayerische Städtebauförderung übernimmt die Wettbewerbskosten zu 60 Prozent – sollen entweder im Rathaus oder im Kursaal ausgestellt werden. Gründl schwebt im Anschluss eine Art Bürgerversammlung vor, damit die Heilbrunner Kritik und Wünsche einbringen können. „Die Gemeinde und der Bürger haben das letzte Wort“, sagt der Bürgermeister. Das Architektenbüro, das letztlich zum Sieger des Realisierungswettbewerbs gekürt wird, erhält das Auftragsversprechen und darf einen Bebauungsplan aufstellen. „Aber das Ergebnis ist nicht genau so umzusetzen“, betont Gründl.

Das erklärt auch Gemeinderat Norbert Deppisch, der für die Grünen in der Jury sitzen wird: „Man könnte zum Beispiel auch eine Kleinigkeit aus dem 15. Vorschlag einbauen.“ Was die Gemeinde ganz grundsätzlich in der Ortsmitte haben möchte, hat sie im März in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen. Deppisch hätte es im Nachhinein besser gefunden, man hätte die Vergabekriterien öffentlich diskutiert. „Der Bürger muss doch mitbekommen, über was wir reden“, sagt Deppisch, dem bezahlbare Wohnungen im Rahmen eines Einheimischenmodells gefallen würden. Laut Gründl sollen neben erschwinglichen Wohnungen auch Gewerbebetriebe entstehen: ein Hotel, Platz für Geschäfte, Arztpraxen oder Anwaltskanzleien. Und eben einen zentralen Dorfplatz, der wie das gesamte Areal barrierefrei gestaltet werden soll. Außerdem möchte man die bestehende Baumallee in die Planungen integrieren.

Wie eine „lebenswerte Dorfmitte“ aussehen könnte, möchte Konrad Specker, Vorsitzender der Freien Wähler Heilbrunns, am Donnerstag um 19.30 Uhr in der Parkvilla mit Mitgliedern und Interessierten diskutieren. „Wir dürfen die Gestaltung nicht aus der Hand geben“, sagt Specker. Man müsse im Ortszentrum Wohneigentum für die Bürger schaffen. „Wer sich finanziell beteiligt, identifiziert sich mehr.“

Interesse am Heilbrunner Zentrum haben übrigens auch auswärtige Investoren: „Wir kriegen zirka zehn Anfragen im Jahr“, sagt Gründl auf Nachfrage. „Aber die stellen wir wegen des Wettbewerbs zurück.“

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