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Traumhafte Bedingungen für Langläufer: Das genießt auch Paula (9), hier auf der Loipe bei Ellbach. 

Wintersport

Start in die Langlauf-Saison: Welche Loipen gespurt sind - und was die richtige Ausrüstung kostet

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Erst lag zu wenig Schnee, dann zu viel – jetzt aber kommt die Langlaufsaison im Landkreis richtig in Fahrt. „Wenn die Bedingungen passen, dann ist Langlauf bei uns der Volkssport Nummer eins“, sagt der Tölzer Sportfachhändler Peter von der Wippel.

Bad Tölz-Wolfratshausen– „Langlaufen ist etwas sehr Meditatives und Ganzheitliches“, meint der Geschäftsführer von Sport Peter. „Es ist schonend für die Gelenke, sämtliche Muskelgruppen werden beansprucht. Die Diagonal-Bewegung zwischen Armen und Beinen trainiert die kognitiven Fähigkeiten, auch der Gleichgewichtssinn wird geschult.“

Eine Grundsatzentscheidung lautet: Klassisch oder Skating? „Das sind zwei komplett unterschiedliche Sportarten“, sagt von der Wippel. „Skating ist die schnellere Variante.“ Dabei befinde man sich durchgängig „im höheren Pulsbereich“. Es sei freilich auch möglich, den klassischen Langlauf „hochaktiv“ zu betreiben – „zu Unrecht“ werde der Klassik-Stil als „gemütlich“ betrachtet, findet der 35-Jährige. Aber man könne dabei eben auch das Tempo bis auf Spaziergang-Modus herunterfahren.

Je nach dem Stil richtet sich auch die nötige Ausrüstung. „Beim Skating ist der Anspruch an das Material höher, weil größere Kräfte darauf einwirken“, erklärt der Sportfachhändler. Die Grundausrüstung, bestehend aus Ski mit Bindung, Schuhen und Stöcken, sei in einer guten Qualität ab ungefähr 230 bis 250 Euro zu haben. Fürs Skating müsse man 500 bis 550 Euro investieren. „Da hat man dann aber auch etwas, an dem man viele Jahre Freude hat.“

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Wichtig ist laut von der Wippel das Einwachsen der Skier. „Das macht sich beim Langlauf bei jedem Schritt bemerkbar.“ Daher sei anzuraten, die Skier nach jedem Lauf zu wachsen. Flüssigwachs gilt dem Sportfachhändler dabei bloß als „Kosmetik“ – nur das Heißwachsen habe den Effekt, dass man in der Loipe auch schön ins Gleiten kommt. Was man dazu braucht: ein Stück Universalwachs, eine Kunststoffklinge zum Wachs-Abziehen, eine Nylonbürste und – wenn man nicht lieber ein altes Bügeleisen aus dem Haushalt hernimmt – ein spezielles Wachsbügeleisen, alles zusammen erhältlich für 60 bis 70 Euro.

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Bleibt die Frage nach der passenden Kleidung. Spezielle Langlaufhosen und -jacken zeichnen sich laut von der Wippel dadurch aus, dass sie vorne den Wind stoppen und nach hinten luftdurchlässig sind. Beides zusammen koste ab zirka 120 bis 160 Euro. Für den Anfang könne man es freilich auch erst einmal mit einer Trainingshose probieren beziehungsweise allgemein „normale“ atmungsaktive Kleidung und eine Windweste tragen. In jedem Fall sei auf „gescheite Handschuhe“ zu achten. Und unter der Jacke solle man kein Baumwoll-T-Shirt tragen. „Das quillt durchs Schwitzen auf, leitet keine Flüssigkeit weiter und wird kalt und unangenehm.“ Bei einem Shirt aus Kunstfaser oder Merinowolle passiere das nicht – und man kann sich ganz dem Spaß am Sport hingeben.

Hier läuft’s mit dem Langlauf

Jachenau: Das neue Loipenspurgerät ist endlich eingeweiht worden. 40 Kilometer klassische und 35 Kilometer Skatingloipen sind gespurt, der Zustand ist sehr gut. 

Bad Tölz/Sachsenkam: Die 15 Kilometer lange Reutberg-Loipe zwischen Bad Tölz und Sachsenkam (klassisch; Einstieg am Freibad Eichmühle und am Kloster Reutberg) wurde frisch gespurt und ist in guten Zustand. Laut Internetseite der Stadt Bad Tölz können im Moorgebiet Wasserlöcher auftreten. Frei ist auch die Loipe südlich von Sachsenkam Richtung Reichersbeuern/Waakirchen (klassisch und Skating). 

Lenggries: Die vielen Anrufer, die sich bei der Lenggrieser Tourist-Info nach den Klassik- und Skating-Strecken im Schwarzenbachtal, nach Schlegldorf, Schlegldorf/Arzbach und Wegscheid sowie nach der Nachtloipe (Rundkurs Gilgenhöfe) erkundigen, bekommen die Auskunft: „Alles geöffnet.“ Nur die Loipen Fall-Vorderriß und Vorderriß-Wallgau sind aus Sicherheitsgründen noch nicht in Betrieb. 

Schlehdorf: Wie beim „Fischerwirt“ zu erfahren ist, wird die Schlehdorfer Loipe regelmäßig gespurt und ist in gutem Zustand. 

Wackersberg: Hier werden die Loipen an diesem Samstag ab 8 Uhr gespurt, heißt es aus dem Rathaus – heuer allerdings nur bis zur Waldherralm (nur klassisch).

Benediktbeuern/Bichl: Die 5 Kilometer lange Loipe mit Einstiegsmöglichkeiten in Gschwendt und Häusern, an der Schule und beim Schwimmbad Bichl wurde nach Auskunft von Erika Steger von der Gäste-Info diese Woche komplett gespurt (Nachtloipe mit Flutlicht von 17 bis 21 Uhr).

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Kochel am See/Walchensee: Die Loipen in Walchensee (3-Kilometer-Runde im Ort) und Kochel (8 Kilometer; Einstieg Ötzschlößl und Kalmbachstraße) sind frisch gespurt, so die Auskunft der Tourist-Info. 

Bad Heilbrunn: In der Heilbrunner Gäste-Information gehen laut Leiter Ulrich Glodowski „laufend Anrufe“ mit Anfragen zur Loipe ein, die mit allen Schleifen rund 12 Kilometer umfasst. Dank der ehrenamtlichen Arbeit des Sportvereins sei alles schon die ganze Woche gespurt. Einstiegsstellen: Friedhofs-Parkplatz, Ramsau, Reindlschmiede und Café in Schönau. 

Königsdorf/Geretsried: Ein Loipen-Rundkurs führt vom Geretsrieder Rathaus über die Böhmwiese bis zum Bibisee (14 Kilometer), weitere Runden gibt es in Königsdorf-Wiesen am Campingplatz und am Segelflugplatz. Alle Strecken sind gespurt. Nicht zur Verfügung stehen aktuell die Loipen in Kreuth und Osterhofen. „Dazu sind wir derzeit in Gesprächen mit den Grundeigentümern und gehen davon aus, dass sie nächstes Jahr wieder genutzt werden können“, erklärt Ute Raach, Geschäftsleiterin im Geretsrieder Rathaus. Vor wenigen Tagen wurden die Sammelbüchsen gestohlen, in die die Langläufer einen freiwilligen Obolus für die kostenlose Loipennutzung einwerfen können. Viel Geld dürfte nicht darin gewesen sein – die Saison beginnt erst. 

Dietramszell – Egling/Thanning: Laut Facebookseite des SC Moosham ist die Loipe „ein Traum“ – „allerdings sind von Humbach nach Dietramszell zwei Wasserstellen, die man umlaufen muss, aber nur kurz“. Die Strecke durch den Wald nach der Leonhardikirche ist noch nicht befahrbar. Die Nachtloipe in Moosham kann von Montag bis Donnerstag, 18 bis 20 Uhr, genutzt werden. 

Gaißach: Bereits den dritten Winter kümmert sich Georg Mair jun. („Schömer“) um die Langlaufloipe. Sein Traktor ist mit Loipenfräse sowie Spurplatten für Skating- und Klassikloipen ausgestattet. Die Schleife von über 6 Kilometern ist in Idealzustand. Beste Einstiegsmöglichkeiten an der Volksschule in Wetzl und am Parkplatz Sunntratn.

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