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Der Höchststand der Loisach – hier zwischen Hohenbirken (rechts unten) und Maxkron – wurde am Mittwochvormittag erreicht und blieb den Tag über konstant. 

Bilanz

200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in Bad Tölz  - doch Hochwasser wurde gebändigt

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An der Loisach war es ein Hochwasser, wie es statistisch alle zehn Jahre vorkommt. Für die Isar hingegen hielt der Sylvensteinspeicher das meiste Wasser zurück. 

Bad Tölz-Wolfratshausen– Das dürfte wohl der wichtigste Satz in der Hochwasserbilanz des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Weilheim sein: „Es wurden keine Häuser oder Ortschaften überflutet.“ Nach dem Starkregen der vergangenen Tage waren im Landkreis Isar und Loisach zwar deutlich angeschwollen. Doch auch im Fazit von Stefan Kießkalt, Sprecher der Kreisbrandinspektion Bad Tölz-Wolfratshausen, heißt es: „Die Bürger blieben von größeren Auswirkungen verschont.“ Aus Sicht der Feuerwehr könne daher von einem „normalen Starkregen-Ereignis“ gesprochen werden.

Dabei waren die Regenmengen beachtlich. „Der Schwerpunkt der Niederschläge lag in der Jachenau und im Bereich von Bad Tölz, wo es seit Montag früh rund 200 Liter pro Quadratmeter geregnet hat“, erklärt Johannes Riedl vom WWA. In den Sylvensteinspeicher seien in der Spitze bis zu 430 Kubikmeter pro Sekunde geflossen. So etwas komme statistisch etwa alle fünf Jahre einmal vor, so Riedl. Der Sylvensteinspeicher hielt jedoch das meiste davon zurück und gab nur 50 Kubikmeter pro Sekunde ab. Letztlich führte die Bewirtschaftung des Stausees aber dazu, dass es in der Isar bei Abflussmengen blieb, wie sie im Schnitt alle zwei Jahre vorkommen.

An der Loisach registrieren Experten ein zehnjährliches Hochwasser

In Bad Tölz wurden die vorsichtshalber aufgestellten mobilen Hochwassermauern an der Königsdorfer Straße und der Isarpromenade am Mittwoch wieder abgebaut. „Bereits in der Besprechung der Einsatzkräfte um 8 Uhr wurde festgestellt, dass die kritische Situation abgewendet und die Lage in Bad Tölz vollkommen sicher sei“, teilte Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach am Mittag mit.

Ein zehnjährliches Hochwasser registrierte das WWA dagegen an der Loisach. Hier war wie berichtet das Gemeindegebiet von Bad Heilbrunn ein Brennpunkt, die Feuerwehr Mürnsee hatte alle Hände voll zu tun, um für ausreichend Schutz am Reindlbach zu sorgen. Der Pegel der Loisach stieg in dem Bereich bis Mittwochvormittag an, berichtet Kommandant Thomas Girgnhuber. Die Straße zwischen Hohenbirken und Fletzen war am Mittwoch weiterhin gesperrt. Weiterer Handlungsbedarf aber bestand nicht – , außer die Lage zu beobachten.

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Die Feuerwehren im Landkreis hatten nach Kießkalts Angaben in den vergangenen Tagen knapp 30 Einsätze zu bewältigen. „Vereinzelt mussten Keller ausgepumpt werden. Auch Sandsäcke wurden zum Teil verbaut, um Gebäude zu schützen“, berichtet er. Zudem hätten die örtlichen Feuerwehren „immer wieder Erkundungen durchgeführt und erforderliche Schutzmaßnahmen eingeleitet.“ Im Feuerwehrhaus Bad Tölz wurde eine Abschnittsführungsstelle eingerichtet. „Hier wurden die Einsätze koordiniert und Lagebesprechungen mit den zuständigen Behörden abgehalten.“

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Und selbst, wenn die Pegel die deutlich höheren Marken erreicht hätten, die zwischenzeitlich prognostiziert waren: „Auch dann hätten wir die Lage gut bewältigt“, ist sich Kreisbrandrat Alfred Schmeide sicher. „Es wäre nicht in Richtung Katastrophen-Fall gegangen.“ 

Aus der Luft betrachtet: Hochwasser an der Loisach bei Hohenbirken

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