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Die Anekdoten der Ministranten

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Da werden viele Geschichten erzählt und Erinnerungen ausgetauscht werden: Am Samstag treffen sich Ministranten zwischen 9 und 80 Jahren in Bad Heilbrunn.

Bad Heilbrunn – Wurstsemmeln mit Essiggurken gehören zu den schönsten Erinnerungen, die Ludwig Bergmann an seine Zeit als Ministrant in der katholischen Pfarrei St. Kilian im Herzen trägt. Diese Brotzeit kauften sich er und die anderen Messdiener nach jeder Beerdigung beim örtlichen Kramerladen „Kleeberger“. Eine Deutsche Mark bekamen die Buben als Lohn für ihren Dienst. Und schulfrei – zumindest bis zum Ende der Beerdigung. Solche und viele andere Anekdoten werden vermutlich das große Ministranten-Treffen am Samstag in Bad Heilbrunn prägen.

45 ehemalige und 20 aktuelle Messdiener haben sich bislang angemeldet, sagt Anne Dettl, stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. „Der älteste ist 80 Jahre alt, der jüngste neun.“ Ihr Kommen zugesagt haben Dettl zufolge auch drei Geistliche: Pfarrer Karl Bopp sowie seine Vorgänger Pfarrer Christian Hartl und Pater Walter Schmitt.

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Pfarrer Kistler lebt laut Ludwig Bergmann nicht mehr. Er war 1962 der Grund, warum der damals 8-Jährige Ministrant werden wollte. „Er hat uns absolut begeistert“, erinnert sich Bergmann. Der Geistliche spielte Fußball mit den Buben, seine Fleißbildchen waren heiß begehrt. „Es war eine schöne Zeit.“ Vor allem auch wegen der eingeschworenen Gemeinschaft unter den Messdienern, sagt Bergmann.

Außerdem galt der Dienst am Altar damals noch als etwas ganz Besonderes. „Man musste wirklich etwas können, um Ministrant zu werden“, sagt Bergmann. Die Messen wurden zu dieser Zeit nämlich noch auf Latein gehalten. Bestimmte Gebete wie das Schuldbekenntnis oder das Stufengebet mussten die Buben auswendig lernen. „Man hatte sogar eine Prüfung abzulegen.“

Die Idee für das Treffen geht auf den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Josef Bachhuber zurück. Es soll Ausdruck des Dankes für diesen wertvollen Dienst sein. Aber auch die Möglichkeit für ein Wiedersehen in geselliger Runde, wie es Pfarrgemeinderatsmitglied Kilian Spindler im aktuellen „Kiliansboten“ formuliert. „Viele wohnen ja gar nicht mehr in Bad Heilbrunn“, ergänzt Bachhuber.

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Das Treffen beginnt um 14 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Pfarrkirche. Im Pfarrheim gibt es anschließend Kaffee und Kuchen. Auch ein kleines Rahmenprogramm haben die Organisatoren vorbereitet. „Die aktuellen Minis zeigen eine Powerpoint-Präsentation“, verrät Vize-Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dettl. Damit wollen sie die Ehemaligen über ihre Aktivitäten informieren. Außerdem haben sich die Kinder und Jugendlichen ein Quiz ausgedacht, in dem sie testen wollen, ob die Älteren auch nichts verlernt haben. Die Ehemaligen wiederum zeigen Fotos von früher und erzählen die passenden Anekdoten.

Unter den Teilnehmer sind auch die Kinder von Ludwig Bergmann. Beide sind in die Fußstapfen des Vaters getreten und waren in jüngeren Jahren ebenfalls Messdiener. „Für sie und mich war das eine sehr wertvolle Zeit“, sagt der ehemalige Oberministrant. „Sowohl für die Herzens- als auch die Glaubensbildung.“

Anmeldungen

Ehemalige Ministranten können sich unter Telefon 0 80 46/263 im Pfarrbüro für das Treffen anmelden.

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