Auf dieser Fläche an der Einfahrt zum Bierhäuslweg könnte der Wander-Parkplatz entstehen.
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Auf dieser Fläche an der Einfahrt zum Bierhäuslweg könnte der Wander-Parkplatz entstehen.

Diskussion im Gemeinderat

Ausflügler stellen Autos am Supermarkt ab: Braucht Bad Heilbrunn neuen Wander-Parkplatz?

Auch Bad Heilbrunn zieht in der Corona-Zeit viele Ausflügler an. Das sorgte im Gemeinderat nun für eine Debatte über die Parkplatz-Situation.

Bad Heilbrunn – Das Loisachtal zieht gerade zu Zeiten der Corona-Pandemie Ausflügler magisch an. Dies ist auf der einen Seite erfreulich, führt auf der anderen Seite aber auch zu Problemen. So beklagt der Bad Heilbrunner Rewe-Marktbetreiber Alexander Wutke, dass vor seinem Supermarkt viele Wanderer parken und nur noch wenig Raum für Kunden bleibt. Ein Ausweg könnte ein Wander-Parkplatz am Bierhäuslweg sein.

Anwohner der Tölzer Straße hätten Schilder aufgestellt, auf denen sie darum bitten, dass Ausflügler ihr Auto eben nicht an ihrer schmalen Straße, sondern auf dem Rewe-Parkplatz abstellen, berichtete Gemeinderat Konrad Specker (FW) in der jüngsten Sitzung des Gremiums. „Müllautos und die Feuerwehr kommen da sonst kaum durch.“ Zugleich habe Wutke bei einer Zählung „mindestens 20 Fremdparker“ auf dem Rewe-Parkplatz festgestellt. Für beide Seiten sei die Situation „nicht zufriedenstellend“, sagte der Gemeinderat, der im Rewe-Markt eine Bäckerei-Filiale betreibt. Er bitte um eine Diskussion, wie Wutke entlastet und die Anwohner geschützt werden können: „Zugleich sind wir ja eine Tourismus-Region und sollten Ausflügler und Urlaubsgäste willkommen heißen.“

Rewe-Parkplatz in bad Heilbrunn war ursprünglich auch für Wanderer gedacht

Bürgermeister Thomas Gündl (CSU) entgegnete: „Mit diesem Thema sind wir in guter Gesellschaft mit anderen Gemeinden.“ Manche Gemeinde-Bereiche seien in der Tat „gut zugeparkt, aber ich hatte noch nie das Gefühl: Um Gottes willen, ich komme nicht mehr raus.“ Der Rewe-Parkplatz sei ganz bewusst ohne Schranke und größer als üblich gebaut worden, um Wanderern das Parken zu ermöglichen. „Als wir das geplant haben, haben wir aber noch nicht gewusst, dass eine Pandemie auf uns zukommt und die Zahl der Ausflügler in der Region stark zunimmt“, sagte Gründl.

Einen weiteren Parkplatz für Wanderer gebe es am Kursaal, der momentan von Gästen der Fachklinik stark genutzt werde. Besserung sei aber in Sicht, da die Fachklinik eine Tiefgarage mit 86 Stellplätzen plane. Etwas sarkastisch merkte Gründl an: „Das Problem wird dann sein, dass die sehr aktiven Wanderer am liebsten den Berg rauf fahren würden.“ Sprich: Der Weg vom Kursaal zum Startplatz ihrer Tour dürfte ihnen zu weit sein.

Reichen bis zum Ende der Pandemie Solidarität und Rücksichtnahme?

„Wir haben für den Rewe-Parkplatz ganz bewusst eine Doppel-Nutzung zugelassen“, bestätigte Bernd Rosenberger (Grüne). Für Wanderer sei die Situation momentan schwierig: „Normalerweise verteilt sich alles in Richtung Südtirol. Jetzt machen die Leute in der Region Urlaub, was ich auch gut finde.“ In sechs bis zehn Monaten, wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, werde sich die Situation ändern. Bis dahin empfiehlt er Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme.

Ähnlich fiel die Wortmeldung von Josef Schröfl (CSU) aus: „Eine schwierige Zeit, ich bin als Anwohner voll betroffen und muss ab und zu rangieren.“ Zugleich habe er für die Ausflügler aber auch vollstes Verständnis. „Ich möchte auch mal wo hinfahren, und dann bin ich froh, wenn es Parkplätze gibt.“

Bad Heilbrunn sei nicht nur zu Pandemie-Zeiten ein Tourismus-Ort, entgegnete Specker. Er schlug vor, an der Einfahrt zum Bierhäuslweg einen Wander-Parkplatz zu bauen. Dieses Thema stehe in der nächsten Bauausschuss-Sitzung ohnehin auf der Tagesordnung, entgegnete Gründl. Zugleich will sich der Bürgermeister mit Marktbetreiber Alexander Wutke in Verbindung setzen, um nach einer Lösung des Problems zu suchen.

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