Staatliches Bauamt

B11-Ausbau zwischen Reindlschmiede und Schönrain geplant

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Die B11 zwischen Reindlschmiede und Schönrain ist unfallträchtig. Deshalb möchte das Staatliche Bauamt das Teilstück ausbauen. Von den Gemeinden wird der Ausbau begrüßt, es gibt aber auch Bedenken.

Bad Heilbrunn/Königsdorf– Die Bundesstraße 11 zwischen Reindlschmiede (Bad Heilbrunn) und dem Königsdorfer Ortsteil Schönrain ist schmal, kurvenreich und unübersichtlich. „Sie hat sich zum Unfallhäufungspunkt entwickelt“, sagt Martin Herda, zuständiger Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Weilheim. Mit verantwortlich dafür ist die Linienführung, die angepasst werden soll. „Generell ist der Zustand der Straße sanierungsbedürftig.“

Im vergangenen Jahr wurde der Teilabschnitt südlich der Reindlschmiede neu gemacht, im nächsten Schritt soll der drei Kilometer lange Abschnitt nördlich davon angegangen werden. Vorgesehen ist, die schärfsten Kurven abzuflachen, den Verlauf so etwas zu begradigen. Die Fahrbahn würde etwas breiter. Auch die Entwässerung würde verbessert.

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Der Vorentwurf wurde in der vergangenen Woche dem Heilbrunner Bürgermeister Thomas Gründl und seinem Königsdorfer Amtskollegen Anton Demmel sowie Grundstückseigentümern vorgestellt. Mit dabei war auch Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, der versucht, den Straßenausbau im Landkreis anzuschieben. „Gerade bei Staatsstraßen hängen wir weit zurück“, sagt der CSU-Politiker. Aber auch bei Bundesstraßen gebe es Nachholbedarf. Es sei wichtig, die Planungen jetzt anzugehen, „weil momentan die Fördertöpfe gut gefüllt sind“. Mit der Sanierung des Teilstücks bis Schönrain erfolge ein Lückenschluss. „Die B11 wäre dann zukunftsfähig ausgebaut“, so Bachhuber.

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Die Stimmung beim Gespräch im Königsdorfer Rathaus beschreibt der Heilbrunner als „positiv“. Allerdings gibt es auch Bedenken. „Für mich ist wichtig, dass die Planungen so durchdacht angegangen werden, dass sich die Belastungen für Betriebe, Anlieger und Betroffene in Grenzen halten werden“, sagt Bürgermeister Gründl. Vor allem für die Landwirte, aber auch für Gewerbetreibende wie Hotels und Gaststätten dürfe es zu keiner „existenzgefährdenden Beeinträchtigung kommen“. Gründls Meinung nach gehe die Sanierung daher nur in Teilabschnitten. „Eine Sperrung wie derzeit an der B 472 zwischen Obersteinbach und der Einfahrt Bichl, ohne bauliche Tätigkeiten über Wochen hinweg, muss vermieden werden.“

Königsdorfer Bürgermeister wünscht sich Radweg

Das sieht der Königsdorfer Rathauschef Anton Demmel ähnlich. Es werde Belastungen für die Betriebe geben, da dürfe man sich nichts vormachen. „Ich hoffe aber, dass wir mit gegenseitigem Verständnis eine Lösung hinbekommen.“ Dass der Ausbau der Strecke Sinn hat, daran hegt Demmel, der selbst in Schönrain wohnt, keinen Zweifel. Immer wieder gebe es auf der Strecke tödliche Unfälle – auch, weil sie für zahlreiche Motorradfahrer der Zubringer zum Kesselberg ist.

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Im Hinterkopf hat Demmel auch noch eine Idee, die er gerne im Zuge des Ausbaus umsetzen würde: einen straßenbegleitenden Radweg. Das Problem: Auf dem Streckenabschnitt herrscht zu wenig Verkehr, um dessen Planung und Umsetzung zu rechtfertigen. Dennoch werde er sich darum bemühen, eine Lösung zu finden, sagt Demmel. „Und ich sehe da nicht ganz schwarz.“ Das Teilstück zwischen Reindlschmiede und Schönrain – beziehungsweise noch ein Stück weiter bis Höfen – sei ein wichtiger Lückenschluss und schaffe eine Verbesserung der Nord-Süd-Verbindung im Landkreis.

Bis es an die konkrete Umsetzung geht, wird es allerdings ohnehin noch dauern. Fünf Jahre seien ein realistischer Zeitrahmen, sagt Martin Herda. Nötig ist für das Projekt nämlich ein Planfeststellungsverfahren. „Wir wollten die Grundstückseigentümer aber frühzeitig informieren und hören, wo sie Probleme sehen“, so der Abteilungsleiter. Er weiß um die Bedenken, was die Erreichbarkeit während der Bauarbeiten anbelangt. „Aber viele sind auch froh, dass etwas gemacht wird.“

Rubriklistenbild: © dpa / Florian Gaertner

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