Im Langen Haus in Karpfsee fanden bislang die meisten der zahlreichen Veranstaltungen statt. Unser Bild entstand bei der Einweihungsfeier im Jahr 2017. Die gemeinnützige Stiftung möchte nun einen neuen Campus auf dem Hofgut schaffen.
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Im Langen Haus in Karpfsee fanden bislang die meisten der zahlreichen Veranstaltungen statt. Unser Bild entstand bei der Einweihungsfeier im Jahr 2017. Die gemeinnützige Stiftung möchte nun einen neuen Campus auf dem Hofgut schaffen.

Aus dem Gemeinderat

Bad Heilbrunn: Neuer Campus für Nantesbuch

  • Felicitas Bogner
    VonFelicitas Bogner
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Die Stiftung „Kunst und Natur“ möchte das Hofgut Nantesbuch weiterentwickeln und einen „Campus Kunst und Natur“ erbauen. Dazu legte der Geschäftsführer dem Heilbrunner Rat erstmals öffentlich die bisherigen Überlegungen dar.

Bad Heilbrunn: Das Hofgut Nantesbuch soll einen neuen Campus bekommen. Für die Vorstellungen, die der Geschäftsführer der Stiftung Börries von Notz erläuterte, ist eine Änderung im Flächennutzungsplan grundlegend notwendig. Denn das Areal ist ein Sondergebiet, welches nur für landwirtschaftliche Zwecke vorgesehen ist. Das Gelände wird an vielen Flächen von der Stiftung intensiv renaturiert. Andere Flächen sind aktuell an Landwirte verpachtet. Im Zusammenhang mit der Campusgestaltung sollen Zugänge zur Natur für Besucher geschaffen werden. „Dies könnten zum Beispiel Erklärungsstellen, Kunstwerke oder Aussichtsplattformen sein“, erklärte von Notz. Insgesamt seien dafür sieben Stellen vorgesehen. Ziel sei es, „Naturwahrnehmung zu ermöglichen und diese mit künstlerischen und kulturellen Angeboten zu paaren.“

Nantesbuch: Kunstwerke, Aussichtsplattformen oder Erklärungsstellen geplant

Weiter würde man mit einem Gebäude für Veranstaltungen liebäugeln. Dabei betont von Notz, dass kein Be-herbergungsbetrieb geplant sei. Man überlege lediglich, Mitarbeiterwohnungen zu erschaffen. Auf Rückfrage von Konrad Specker (FW), um wie viele Wohnungen es sich handle, erklärte von Notz, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehe, ob eine oder zwei Wohnungen nötig seien. Vielmehr gehe es darum, die Möglichkeit zu haben, stets einen Ansprechpartner vor Ort haben zu können. Ein essenzieller Punkt bei der Entwicklung sei der Ausbau der Wegeführung. Geplant seien dafür Fuß- und Radwege, wie auch Erkundungsrundwege. „Ein Teil der Radwege führt an schützenswerten Stellen vorbei. Daher muss man die Wegeführung schonend ausbauen und in der Brut- und Nistzeit sperren“, sagte von Notz,

Die Stiftung „Kunst und Natur“ will um das Hofgut mehr Zugänge für Besucher schaffen

CSU-Rat Oliver Hanke hakte bezüglich der Infrastruktur und Verkehrssicherheit nach. Denn an gut frequentierten Tagen werden schätzungsweise bis zu 600 Besucher erwartet. Dabei gehe man davon aus, dass ungefähr 25 Prozent mit dem Fahrrad, 45 Prozent mit dem Auto und 30 Prozent öffentlich kommen werden. Von Notz betonte, dass man sich in einer frühen Planungsphase befinde, aber ein großes Interesse an einer „verträglichen Verkehrssituation“ habe. Auf Nachfrage des Tölzer Kurier sagte der Geschäftsführer, dass er sich beispielsweise verkehrsberuhigende Maßnahmen an Gefahrenstellen, wie etwa eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde, sowie parallel verlaufende Fahrradwege vorstellen könnte. Diese seien unter anderem entlang der Allee zum Hofgut hinauf angedacht. „Genaueres kann man heute dazu noch nicht sagen, und einige Punkte, wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung, sind auch nicht unsere Entscheidung.“

Neue Wegeführung um Hofgut herum

Ute Wellhöfer von dem beauftragten Königsdorfer Planungsbüro „U-Plan“, erklärte, dass bereits eine Bestandsauffassung, eine artenschutzrechtliche Prüfung sowie eine Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt worden seien. Zeitlich rechnet die Stiftung damit, mit der konkreten Planungsphase im Jahr 2022 beginnen zu können. Die Entwicklung sei behutsam auf mehrere Jahre ausgelegt. Sollten Pächter der landwirtschaftlichen Flächen von den Baumaßnahmen betroffen sein, würden diese zwei bis drei Jahre im Voraus informiert werden.

Hofgut Nantesbuch: Weiterentwicklung auf mehrere Jahre ausgelegt

„Bisher wurden nur Flächen zurückgenommen, die sowieso aufgegeben wurden“, betonte Konstantin Reetz, ehemaliger Geschäftsführer und jetziger Berater von „Kunst und Natur“, auf Nachfrage von Anton Krinner (Freie Wähler). Der Änderungsentwurf wurde einstimmig gebilligt. Bürgermeister Thomas Gründl (CSU) erklärte: „Der Flächennutzungsplan ist die Grundlage, auf der man nun weiter planen kann, in einem nächsten Schritt wird es eine Bauleitplanung geben.“ Ein Verfahren zur frühzeitigen Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung werde nun eingeleitet.

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