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Hier wird der Gewerbepark erweitert: Neun Flächen hat die Gemeinde Bad Heilbrunn bereits vergeben.

Gemeinderat

Bad Heilbrunn „steht vernünftig auf den Beinen“

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Besser spät als nie: Die Gemeinde Bad Heilbrunn hat ihren Haushaltsplan für 2017 veröffentlicht.

Bad Heilbrunn – Einen Haushaltsplan für 2017 sollte eine Gemeinde eigentlich schon im Jahr 2016 veröffentlichen. Bad Heilbrunn präsentierte seine Finanzsituation erst in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Warum? Im Vorbericht des Haushaltsplans liefert man bürokratische Gründe: Über die Ausschreibungen für die Baumaßnahmen Gewerbepark und Kreisverkehr sei erst im Mai entschieden wurden. Verschiedene Fachbehörden seien eingebunden gewesen, deren Stellungnahmen hätten viel Zeit in Anspruch genommen.

Bürgermeister Thomas Gründl (CSU) möchte über die Finanzen nicht klagen: „Die Gemeinde steht einigermaßen vernünftig auf den Beinen“, sagte er in der Sitzung. Heuer wird kräftig investiert: Viel Geld kostet vor allem die Erschließung des Supermarktareals an der Birkenallee: 1,7 Millionen Euro. Hier profitiert die Gemeinde allerdings von Beteiligungen des Straßenbauamts, von Investor Vinzenzmurr und dem staatlichen Städteförderungsprogramm. Der Kreisverkehr ist bereits im Bau, außerdem wird die Parkplatzsituation an der Gärtnerei Holzmann neu geregelt.

Für die Erweiterung des Gewerbeparks nimmt die Gemeinde heuer 850 000 Euro in die Hand – alleine für den Grundstückskauf. „Die andere Hälfte wird in fünf Jahren fällig“, erklärt Gründl. An neun Firmen hat die Gemeinde laut Geschäftsleiter Andreas Mascher bereits Grundstücke vergeben. Für den Verkauf der insgesamt 17 000 Quadratmeter rechnet man mit Einnahmen von rund 2,6 Millionen Euro. Zirka 6400 Quadratmeter halte man zurück, um heimischen Firmen künftig Platz für eine Erweiterung bieten zu können. Ein Bauantrag für eine Zimmerei und Spenglerei (wie berichtet nun ohne Ferienwohnungen) wurde bereits vom Gemeinderat bewilligt.

Für die in den Sommerferien laufende energetische Sanierung der Schule sind 220 000 Euro veranschlagt, das neue Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Oberbuchen kostet die Gemeinde 280 000 Euro. Um all diese Projekte zu finanzieren, greift die Gemeinde – im Gegensatz zu den Vorjahren – in die Rücklage. Laut Haushaltsplan ist eine Entnahme von rund 759 000 Euro für dieses Jahr geplant. Der Bürgermeister ist froh, „dass wir trotz der erheblichen Investitionen nicht mehr entnehmen müssen“. Zuführen kann die Gemeinde der Rücklage heuer nichts. Für Gründl ist das bei „diesem gewaltigen Haushalt“ nur logisch. „Wir haben eine geordnete Kassenführung und genügend Rücklagen.“

Viel Bares auf der hohen Kante zu haben, kann in der aktuellen Wirtschaftslage auch zum Problem werden, wie der Bürgermeister in der Sitzung erklärte: „Wir parken Geld auf verschiedenen Banken, damit wir keine Strafzinsen zahlen. Das ist echt ein Gewürge, wenn man Geld hat.“

Eine Mammutinvestition tätigte die Gemeinde 2015, als sie das Kurfürstin-Areal erwarb, das sich von der Ortsmitte bis über die B 472 an den Zwieselhang erstreckt. Die rund zehn Millionen Euro möchte man durch den Verkauf einzelner Grundstücke abdecken. Für die Supermarktfläche habe man „eine beträchtliche Summe“ von Investor Vinzenzmurr erhalten, sagt Gründl. 750 000 Euro davon stecke man in den Kreisverkehr und die barrierefreie Unterführung.

Eine letzte Summe ist für die Gemeinde Bad Heilbrunn von großer Bedeutung: Sie muss rund 1,8 Millionen Euro Kreisumlage zahlen – knapp 70 000 Euro weniger als im Vorjahr.

 Weitere Zahlen

Einnahmen aus Gewerbesteuer: 1,2 Millionen Euro; aus Einkommensteuer: 2,5 Millionen Euro; aus Grundsteuer A und B: 360 000 Euro; Schlüsselzuweisungen: 430 000 Euro.

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