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Andacht und Zwietracht in der Kirche: Szenenbild aus dem „Sunnawind-Toni“ mit (v. li.) Barbara Bauer, Irmi Hohenreiter, Konrad Specker und Sepp Kapfhammer.

Bad Heilbrunner Theater:

Wenn der Föhn den „Sunnawind-Toni“ plagt

Bad Heilbrunn - Die Bad Heilbrunner Laienspielgruppe ist wieder aktiv. Ihre jüngste Inszenierung trägt den Titel „Da Sunnawnd-Toni“.

Wer öfters mal eine Laientheater-Aufführung besucht, der weiß: Für viele Geschichten dient eine Wirtsstube oder eine private Wohnstube als Dreh- und Angelpunkt. In dieser Stube gehen die Akteure der Handlung aus und ein und bringen die unterschiedlichsten Nachrichten über das Geschehen außerhalb der vier Wände mit ins Spiel. Ganz anders verhält es sich mit der Komödie, die die Bad Heilbrunner Laienspielgruppe unter der Regie von Thomas Spindler aktuell auf die Bühne des örtlichen Kursaales bringt. Da spielt sich nämlich alles in einer Kirche ab. Die Kulisse mit Kirchenbänken, einem kleinen Altar, Weihwasserkessel und dazu noch einigen Heiligenfiguren ist dem Ensemble gut gelungen.

So stand der Premiere am Zweiten Weihnachtsfeiertag nichts im Weg. „Da Sunnawind-Toni“ ist der Titel des Dreiakters, der aus der Feder von Thomas Kirnberger stammt und auf einer wahren Begebenheit basiert, die sich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in einem kleinen oberbayerischen Dorf so ähnlich zugetragen haben soll: Der Aushilfspfarrer der Nachbargemeinde ist immer dann besonders unerträglich und machthaberisch, wenn der Föhn das Wetter bestimmt. Die Dorfbewohner haben dem geistlichen Herrn (gespielt von Sepp Kapfhammer) deshalb den Spitznamen „Sunnawind-Toni“ verpasst. Und als er wieder einmal recht herrisch auftritt und einen Vorschlag des Dorflehrers ablehnt, plant der Mesner (Konrad Specker) zusammen mit den Dorfburschen (Michael März und Thomas Lindmair) einen nächtlichen Streich, der allerdings ein gerichtliches Nachspiel findet.

Doch was wären ein Dorf und ein Theaterstück ohne Dorfratschn? In die Geschichte um das Aufbegehren gegen den unbeliebten Pfarrer und deren Abhandlung in der Kirche passt ohne Weiteres auch das Aufeinandertreffen der hantigen Kreszenz (Barbara Bauer) mit der Ehefrau des Mesners – schließlich lassen sich auch vor und während der Messe die neuesten Neuigkeiten austauschen und die übrigen Gottesdienstbesucher abvisitieren (wofür die Heilbrunner Theaterspieler gaudihalber Leute aus dem Publikum mit einbezogen). Vortrefflich mimt Irmi Hohenreiter die gemütvolle und überaus besorgte Mesners-Gattin, die zuletzt um die berufliche Zukunft ihres Sohnes bangt. Und nicht nur dessen Beruf, sondern auch sein Liebesglück mit der aufrichtigen Vroni (Anna Schröfl) hängen sozusagen am seidenen Faden. Am Schluss wird natürlich alles gut, und das Publikum spendet dem Ensemble kräftigen Applaus.

Um die zeitaufwendige wochenlange Probenarbeit zu belohnen, wäre den Akteuren für die kommenden Aufführungen viele Zuschauer zu wünschen. Überhaupt haben es die Heilbrunner Theaterspieler nicht ganz einfach, denn in dem mitunter etwas steril wirkenden Kursaal mitreißende Stimmung aufkommen und den Funken überspringen zu lassen, muss man erst mal schaffen.

Weitere Aufführungen des Dreiakters finden statt am Freitag, 30. Dezember, am Donnerstag, 5. Januar, und am Samstag, 7. Januar. Beginn jeweils um 20 Uhr. Kartenvorverkauf und -bestellung bei der Gästeinformation unter Telefon 0 80 46/323.

Rosi Bauer

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