1995 auf Gut Bocksberg (v. l.): Martin Bachhuber, Sixto Durán Ballén (Ecuadors Präsident), Außenminister Galo Leoro, Generalkonsul Max W. Schlereth.
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1995 auf Gut Bocksberg (v. l.): Martin Bachhuber, Sixto Durán Ballén (Ecuadors Präsident), Außenminister Galo Leoro, Generalkonsul Max W. Schlereth.

Nachruf

Bauunternehmer Max W. Schlereth ist gestorben – In Bad Heilbrunn lebte er viele Jahre

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Mit 91 Jahren ist der Unternehmer Dr. Max W. Schlereth am 14. Februar in Wien gestorben. Dort lebte der gebürtige Münchner die vergangenen Jahre mit seiner Frau Laila. Zum Loisachtal hatte er eine enge Verbindung.

Bad Heilbrunn/Wien - In Bad Heilbrunn besaß Max Schlereth viel Grund – unter anderem das Gut Bocksberg, welches er im Jahr 1962 erwarb und viele Jahre als Wohnsitz nutzte. Bis zuletzt kam er immer wieder auf sein Anwesen. Dort befindet sich auch seine berühmte Sammlung präkolumbianischer Kunst. Schlereth war des Weiteren viele Jahre Honorarkonsul von Ecuador.

Große Sammlung präkolumbianischer Kunst auf Schlereths Gut Bocksberg in Bad Heilbrunn

Bekannt wurde er jedoch einst durch seinen Geschäftssinn. Schlereth zählte zu den größten Baulöwen der Nachkriegszeit. Er war sowohl Architekt als auch Ingenieur. Zu seinen zahlreichen Großprojekten zählen auch das Olympische Dorf in München und der Dantepark in München-Gern. Schlereth war Gründer der Deba, der Deutschen Baugruppe, die später in die Derag überging. Bis zuletzt lenkte er die Geschäfte noch mit. Seit 2016 ist sein Sohn Max M. Schlereth der geschäftsführende Mehrheitsgesellschafter der „Derag Living Hotels“.

„Ein großer Förderer der Gemeinde“

Für Heilbrunn ist sein Tod „ein großer Verlust“, wie Bürgermeister Thomas Gründl (CSU) sagt. Denn Schlereth sei ein „großer Förderer der Gemeinde“ gewesen. Gründl berichtet, er habe immer „ein offenes Ohr gehabt und nach der besten Lösung für alle gesucht“. Zum Beispiel konnte die Gemeinde immer auf den Verbindungsweg zwischen den Ortsteilen Hohenbirken und Mürnsee zurückgreifen, wenn es Hochwasserprobleme gab. „Der Weg war sein Privatgrund“, sagt Gründl. „Beim Hochwasser im August 2020 habe ich das letzte Mal mit ihm am Telefon gesprochen.“

Martin Bachhuber: „Eine herausragende Persönlichkeit“

Gründls Vorgänger Martin Bachhuber (CSU) hat ebenfalls durchwegs positive Erinnerungen an den Großunternehmer. Bachhuber kannte die Familie Schlereth von klein auf, denn er wuchs am Fuße des Bocksbergs in Mürnsee auf. „Wir waren quasi Nachbarn. Später als Bürgermeister und Standesbeamter habe ich zwei seiner drei Kinder getraut“, sagt er. An dieser „freundschaftlichen Verbindung“ änderte sie nie etwas. „Wir hatten regelmäßig Kontakt. Alle zwei Jahre haben wir uns beim Jagdessen getroffen.“ Schlereth war Jagdpächter in Heilbrunn. Außerdem sei er stets ein großer Gönner der ortsansässigen Vereine gewesen, auch fernab des Vereinslebens. „Als Bürgermeister konnte ich mit allen Anliegen auf Max Schlereth zukommen“, erinnert sich Bachhuber. Ob als Geschäftsmann, Grundbesitzer oder Privatperson: „Max Schlereth war ein sehr feiner Mensch“, meint Bachhuber. „Er vereinte im Grunde genommen alles, was man heute als eine herausragende Persönlichkeit betiteln würde.“

Die älteste Bürgerin von Bad Heilbrunn ist mit 101 Jahren gestorben. Sie arbeitete lange auf Gut Bocksberg.

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