Etwa 14 Halbe hatte der 19-Jährige über den Tag verteilt getrunken. Dann setzte er sich ans Steuer eines Wagens.
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Etwa 14 Halbe hatte der 19-Jährige über den Tag verteilt getrunken. Dann setzte er sich ans Steuer eines Wagens. (Symbolfoto)

Amtsgericht

Betrunkener Autofahrer aus Bad Heilbrunn findet den Gang nicht mehr

  • vonRudi Stallein
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Ziemlich sorglos setzte ein junger Mann die Gesundheit, wenn nicht das Leben, von Menschen aufs Spiel. Jetzt musste sich der Heilbrunner (19) vor Gericht verantworten.

Bad Heilbrunn/Wolfratshausen - Als der junge Heilbrunner am 20. September vorigen Jahres gegen halb zwei in der Nacht in eine Polizeikontrolle fuhr, saß er mit 1,5 Promille Alkohol im Blut am Steuer des unbemerkt „ausgeliehenen“ Opels seiner Mutter. Außer ihm waren sein Bruder und ein flüchtiger Bekannter im Auto. Einen Führerschein konnte der Fahrer nicht vorweisen, er hat noch keinen. „Dass ich mit so viel Bier nicht hätte fahren sollen, darüber habe ich nicht nachgedacht“, ließ der junge Mann die Dolmetscherin in der Verhandlung vor dem Jugendgericht erklären.

Auf „etwa 14 Halbe über den Tag verteilt“ schätzte der Angeklagte seinen Konsum an jenem Samstag ein. Er habe seiner Mutter und seinem Stiefvater in deren Wohnung in Bad Tölz beim Weißeln geholfen. Anschließend habe man zusammen gegrillt, gegessen und getrunken. Als die Eltern sich schlafen legten, habe er den Autoschlüssel an sich genommen und sei zu einem Lokal in Tölz gefahren.

Betrunken am Steuer: Heilbrunner zu 800 Euro Strafe verurteilt

Dort traf er seinen Bruder und den Bekannten, dem man nach ein paar Bier angeboten habe, ihn nach Hause zu fahren. In der Sachsenkamer Straße endete die Fahrt. Eine Polizeistreife stoppte den Opel, der mit Tempo 30 durch die Nacht schlich, obwohl dort 50 erlaubt sind. Der Fahrer bekam den Gang nicht mehr rein. Was er selbst im Rückblick zu gleichen Teilen seiner fahrerischen Unerfahrenheit und seinem hohen Alkoholpegel zuschreibt.

Richterin Friederike Kirschstein-Freund verurteilte den Heranwachsenden zu 800 Euro Geldstrafe, was der Hälfte seines Monatseinkommens entspricht. Das Geld geht an die Caritas-Suchthilfe. Dort muss sich der Heilbrunner zudem zu drei Beratungsgesprächen einfinden.

„Ich habe den Eindruck, dass sie ihren Alkoholkonsum noch nicht richtig reflektiert haben“, begründete die Richterin die Weisung. Deshalb ordnete sie zudem ein Alkoholverbot bis zum 31. Oktober dieses Jahres in der Öffentlichkeit an. „Sie trinken nichts, wenn Sie draußen sind. Wenn Sie zu Hause etwas getrunken haben, gehen Sie nicht mehr vor die Tür – und das den ganzen Sommer über.“

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