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Der neue Geschäftsführer Börries von Notz (45) – hier vor dem Langen Haus – pendelt derzeit noch zwischen Hamburg und Bad Heilbrunn.

Börries von Notz tritt im März sein Amt an

Der neue Chef hat mit Nantesbuch viel vor

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
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Börries von Notz ist der neue Geschäftsführer der Stiftung Nantesbuch. Beim Frühjahrsfest am 23. März wird er sich erstmals der Öffentlichkeit vorstellen.

Bad Heilbrunn – Noch herrscht Winterruhe im Langen Haus, doch das Programm der Stiftung Nantesbuch für die kommenden Monate ist bereits ausgearbeitet. Der Startschuss fällt am Samstag, 23. März. An diesem Tag lädt die Stiftung von Susanne Klatten von 11 bis 17 Uhr zum Frühjahrsfest ein, um die Veranstaltungen für Frühjahr und Sommer vorzustellen.

Bei dieser Gelegenheit stellt sich auch Börries von Notz der Öffentlichkeit vor. Der 45-Jährige ist ab März der neue Geschäftsführer und übernimmt die Gesamtverantwortung für die strategische, inhaltliche und kaufmännische Entwicklung. Derzeit lebt er noch mit seiner Familie in Hamburg (siehe Kasten).

Der Umzug von der Großstadt werde „kein Kulturschock“, sagt Börries von Notz schmunzelnd. „Es ist ja nicht so, dass hier in der Region nichts los ist.“ In Nantesbuch warte eine „tolle und faszinierende Aufgabe“ auf ihn. Was bedeutet das konkret? „Es geht darum, die inhaltliche Ausrichtung und die organisatorischen Strukturen weiter auszubauen und zu entwickeln“, so von Notz. Dazu zähle, das inhaltliche Profil der Stiftung voranzubringen sowie „die regionale, nationale und gegebenenfalls internationale Wahrnehmung der Stiftung zu stärken“.

Die Reihe der Erkundungen wird auch 2019 fortgesetzt.

Die Stiftung Nantesbuch wurde 2012 von Unternehmerin Susanne Klatten gegründet, und seit 2017 werden im sogenannten Langen Haus auf Gut Karpfsee verschiedenste Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt Natur und Kunst angeboten. Dazu zählen Erkundungen in der Umgebung, abendliche Vorträge und Diskussionen, Weiterbildungskurse, Angebote für Kinder und Familien sowie Konzerte. Im Rahmen des „Moosbrand“-Festivals für Literatur und Musik kamen schon zahlreiche prominente Autoren und vortragende Schauspieler nach Nantesbuch, etwa Hans Magnus Enzensberger, Esther Kinsky und Robert Stadlober. „Es wird in Zukunft nicht nur darum gehen, die Welt mit Nantesbuch zu konfrontieren, sondern auch darum, Nantesbuch in die Welt zu bringen“, sagt von Notz.

Die bisherige Arbeit der Stiftung bezeichnet er als „starken Anfang“. Es gehe aber nicht darum, an dem abgeschiedenen Ort „ein kulturelles Massenphänomen zu entwickeln“, sagt der neue Geschäftsführer. Man wolle den Ort „angemessen entwickeln“. Was bedeutet das? Hier seien auch Experimente gefragt, sagt von Notz. In der Vergangenheit seien beispielsweise Konzerte sehr gut angenommen worden. „Eine Musikveranstaltung jede Woche würde diesen Ort aber überfordern. Doch vielleicht passt ein Konzert alle sechs Wochen“, nennt er ein Beispiel. Das werde man auch nach den Kapazitäten innerhalb der Stiftung entscheiden. Eines stellt Börries von Notz jedoch klar: „Die Infrastruktur des Langen Hauses auf dem Hügel in Karpfsee ist für deutlich größere Besucherströme nicht geeignet. Gedanken machen wir uns da um das Areal rund um das Gut Nantesbuch.“

Zum Areal der Stiftung Nantesbuch gehört nicht nur das Gut Karpfsee, auf dem sich das Lange Haus und die Verwaltung befinden, sondern auch das Gut Nantesbuch selbst in unmittelbarer Nähe. 2017 ließ Susanne Klatten die Altana-Kulturstiftung in der Stiftung Nantesbuch aufgehen. Das bedeutet auch, dass das „Museum Sinclair-Haus“ in Bad Homburg zur Stiftung Nantesbuch gehört. Die Kunstsammlung umfasst rund 600 Werke, unter anderem von Anselm Kiefer und Georg Baselitz.

Mittelpunkt der Veranstaltungen ist das Lange Haus.

Mittlerweile sitzt auch die Verwaltung der Stiftung Nantesbuch größtenteils vor Ort. Mittelfristig soll aber auch mit weiten Teilen der Sammlung hier gearbeitet werden, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Konzept soll in den nächsten Monaten erarbeitet werden – einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung gibt es laut von Notz aber noch nicht.

Welches Budget für all diese Arbeiten zur Verfügung steht, dazu gibt es keine Details: „Es ist ausreichend“, sagt der 45-Jährige.

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Börries von Notz will in den kommenden Monaten mit Bürgermeistern, regionalen Politikern sowie Behördenchefs und Leitern verschiedener Institutionen in Kontakt treten. Die Stiftung sei an Kooperationen interessiert: „Man sollte zusammenarbeiten, wo es Sinn macht“, sagt der neue Geschäftsführer. Wichtig sei dabei aber eine inhaltliche Abstimmung: „Es geht nicht darum, Angebote zu wiederholen.“

Im Zuge der Weiterentwicklung der Stiftung wird regional auch immer wieder über ein neues Hotel, etwa in Heilbrunn oder Penzberg, diskutiert. Was sagt der neue Geschäftsführer dazu? „Bisher konnten wir unser Programm auch ohne Hotel entwickeln. Aber es ist für alle natürlich immer gut, wenn es attraktive Übernachtungsmöglichkeiten in der Region gibt.“

Die Stiftung Nantesbuch stellt beim Frühjahrsfest am 23. März das neue Programm vor. Das Lange Haus ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt steht das Thema Bienen. Es gibt Führungen, Kunstwerke und Wissenswertes dazu, zudem Lesungen aus der „Biene Maja“. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Es wird einen Shuttlebus von und nach Wolfratshausen, Geretsried, Königsdorf, Reindlschmiede und Penzberg geben.

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