Der Wirt vom Gasthaus Ramsau, Benedikt Mertens, bekommt drei Wochen länger Zeit, um sich auf die Straßensperrung einzustellen. Vom einst geplanten Sanierungsbeginn erfuhr er vier Tage vorher aus der Zeitung.
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Der Wirt vom Gasthaus Ramsau, Benedikt Mertens, bekommt drei Wochen länger Zeit, um sich auf die Straßensperrung einzustellen. Vom einst geplanten Sanierungsbeginn erfuhr er vier Tage vorher aus der Zeitung.

Damit sich die Gäste auf eine große Umleitung einstellen können

Großer Schreck fürs Gasthaus Ramsau: Jetzt verschiebt die Gemeinde Heilbrunn eine wichtige Baumaßnahme

  • Felicitas Bogner
    VonFelicitas Bogner
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Erst der Corona-Lockdown, dann eine große Straßensperrung: Benedikt Mertens, Wirt des Gasthauses Ramsau in Heilbrunn, fiel vor Schreck aus allen Wolken, als er kurzfristig von einer schon seit langem geplanten Baumaßnahme der Gemeinde erfuhr. Doch nun wird kurzfristig Abhilfe geschaffen, damit der Gastwirt seine Kunden informieren kann.

Bad Heilbrunn – Die fällige Sanierung von drei Brücken in Bad Heilbrunn steht diesen Sommer auf der To-do-Liste der Loisachtalgemeinde (wir berichteten). Am Montag haben die ersten Arbeiten dazu begonnen. Die geplanten Baumaßnahmen gehen auch mit einer erheblichen Verkehrsbehinderung einher. Unerwarteterweise wurde jetzt am eigentlichen Stichtag der Plan für die Brückensanierungen umgeworfen.

Grund dafür ist, dass das ohnehin durch Corona gebeutelte Gasthaus Ramsau mehr Zeit braucht, um sich auf die Sperrung einzustellen.

Ursprünglich sollte es vom 12. Juli bis 21. Oktober eine Vollsperrung der Straße zwischen Bad Heilbrunn und Ramsau geben. Sanierungsbeginn der Brücke am Stallauerbach ist nun aber erst der 2. August. Im Gegenzug werden die Arbeiten an der Schellenbachbrücke vorgezogen. Dass die Gemeinde das Bauvorhaben – trotz mehrfacher Ankündigung – derart kurzfristig umdisponiert hat, liege an einer Bitte des Wirts, Benedikt Mertens, um Aufschub, so Bürgermeister Thomas Gründl (CSU). Denn durch die Sperrung muss man mit dem Fahrzeug einen etwa 15 Kilometer langen Umweg fahren, um von Heilbrunn zu Mertens’ Wirtschaft zu gelangen. „Der Wirt hat um mehr Zeit gebeten, um eine Beschilderung aufzustellen“, berichtet Gründl. Das Gespräch habe am Jourfix, am 12. Juli, stattgefunden. „Manchmal wird man erst wachgerüttelt, wenn der Stichtag da ist“, begründet Gründl die spontane Änderung.

Gemeinde plant Sanierung seit über zwei Jahren

Dass die Gemeinde die Brücke sanieren muss, ist keine Neuigkeit. Seit über zwei Jahren steht das Bestreben immer wieder auf der Tagesordnung des Heilbrunner Rats. Die Umsetzung war bereits für Sommer 2020 anvisiert – wurde pandemiebedingt aber auf heuer verschoben (wir berichteten). Trotzdem erfuhr Mertens erst vier Tage vor der geplanten Sperrung vom Sanierungsbeginn, erklärte er im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. „Wir haben die Anlieger nicht per Schreiben informiert“, bestätigt Gründl auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Gespräch zwischen Bürgermeister, Planbüro, Verwaltung und Wirt hat man sich nun auf die Verschiebung der Sanierung um drei Wochen geeinigt. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt der 33-jährige Wirt. „Die Sperrung trifft uns zusätzlich in der Hauptsaison.“ Aktuell laufe das Geschäft wieder wie vor Corona, erklärt er. Jedoch ist sich der Heilbrunner auch bewusst: „Im Winter kann man halt keine Brücke sanieren und die Arbeiten müssen fraglos erledigt werden.“

Gäste müssen Umweg in Kauf nehmen

Durch die Vertagung habe er nun aber mehr Vorlauf, um seine Gäste zu informieren. Das sei sehr wichtig, denn „wenn man an der Sperrung steht, ist die Umleitung viel zu lang. 15 Kilometer fährt da keiner“. Von Tölz kommend muss man von Beginn an einen anderen Weg wählen. „Nicht über die B 472, sondern über die Buchnerstraße und Oberbuchen Richtung Ramsau“, so der Gastronom. Zusätzlich schütze der neue Termin 21 Tage seiner Hauptgeschäftszeit. „Damit ist schon einmal ein bisschen was gewonnen.“

Laut Gründl ist die Gemeinde in Gesprächen mit der beauftragten österreichischen Baufirma „Chembau“, ob man die Arbeiten an der Stallauerbach-Brücke beschleunigen und die Dauer der Umleitung somit verkürzen könne. Eine Antwort stehe noch aus. Mertens selbst werde jetzt versuchen, seine Gäste über die neuen Wege zum Gasthaus zu informieren. „Vielleicht fällt uns auch sonst noch etwas ein. Krisenerprobt sind wir ja mittlerweile.“

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