Anwohner wie Peter, Teresa und Leoni Miesen an der B472 in Bad Heilbrunn
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Durch Heilbrunn rollen täglich 15 000 Fahrzeuge. Anwohner wie Peter, Teresa und Leoni Miesen freuen sich, dass sie jetzt mit staatlicher Unterstützung Lärmschutz-Maßnahmen an ihren Häusern gefördert bekommen.

Thema im Gemeinderat

Bundesstraße 472 in Bad Heilbrunn: Gutachten stärkt lärmgeplagte Anwohner

Die Bad Heilbrunner sind geplagt vom Verkehrslärm. Tag für Tag rollen 15 000 Fahrzeuge durch die Gemeinde. Doch nun gibt es für viele Bundesstraßen-Anwohner Hoffnung.

Bad Heilbrunn – Die Lärmbelastung der Anwohner an der B472 in Bad Heilbrunn ist laut Gutachten so hoch, dass der Bund einen Zuschuss für Lärmschutz-Maßnahmen gewähren kann. Das ist die Kernaussage eines neuen Gutachtens, das Bürgermeister Thomas Gründl in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. Anwohner Peter Miesen, der die Sitzung auf der Empore im Kursaal verfolgte, hörte es mit Freude: „Noch steht die Lärmschutz-Wand nicht, aber es ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung.“

Lärmschutzwand hat eine lange Vorgeschichte

Gründl verwies in der Ratssitzung auf die lange Vorgeschichte. Bereits der alte Gemeinderat habe beim Straßenbauamt nachgefragt, ob der Lärmschutz an der B 472 verbessert werden kann. Die Antwort lautete, dass das Straßenbauamt auf freiwilliger Basis Zuschüsse gewähren kann, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Um dies nachzuweisen, sei ein Gutachten notwendig.

Das erste Gutachten des Lärmschutzberatungs-Büros Steger und Partner vom 4. Dezember 2019 zerstörte erst mal alle Hoffnungen. Doch mittlerweile hat sich die Rechtslage geändert. Seit dem 1. August 2020 gelten neue, geringere „Auslösewerte“ für die Lärmsanierung für Bundesfernstraßen. So wurde der Wert für Wohn- und Dorfgebiete um drei Dezibel auf 64 Dezibel abgesenkt.

Geringe Differenz macht jetzt einen großen Unterschied

Die vermeintlich geringe Differenz macht für viele Heilbrunner einen enormen Unterschied. Wie etliche andere Anwohner auch, müssen die Miesens laut Gutachten tagsüber eine durchschnittliche Lärmbelastung von 65 Dezibel ertragen. Neben dem Bierhäuslweg seien vor allem die Wohnhäuser an der B 472 zwischen dem Ludwig-Thoma-Ring und der Straße „Am Mutzenkreut“ betroffen. Auch an einigen Gebäuden südlich der Ostfeldstraße sei die Lärmbelastung zu hoch. Am größten sei der Verkehrslärm jedoch in Oberenzenau, heißt es in dem Gutachten. Da dort viele Gebäude sehr nahe an der Straße liegen, würden die Grenzwerte tagsüber um bis zu sieben Dezibel überschritten und nachts sogar um acht Dezibel.

In Oberenzenau können nun etwa zehn Hauseigentümer auf Lärmschutz-Zuschüsse hoffen

Steger und Partner machen in ihrem Gutachten auch etliche Verbesserungsvorschläge. In Oberenzenau wären Lärmschutzwände nicht wirksam. Das Büro schlägt deshalb „baulichen Schallschutz wie den Einbau von Schallschutzfenstern und Lüftungsanlagen für Schlafräume vor. Am Bierhäuslweg empfehlen Steger und Partner eine Lärmschutzwand mit einer Höhe von 1,5 bis zwei Metern: „Sie bewirkt insbesondere in den Erdgeschossen und Gartenbereichen der am stärksten betroffenen Bereiche eine spürbare Verbesserung. Bei einer Wandhöhe von zwei Metern werden auch die Obergeschosse besser geschützt.“

In Oberenzenau können nun etwa zehn Hauseigentümer auf Lärmschutz-Zuschüsse hoffen, am Bierhäuslweg sechs Hauseigentümer und am Ostfeld weitere 20, so Geschäftsleiter Andreas Mascher. „Es geht da um viel Geld. Ich weiß nicht, was das Staatliche Bauamt an freiwilligen Zuschüssen leistet.“

Anwohner hoffen auf Verbesserung

Peter Miesen blickt optimistisch in die Zukunft: „Ich hoffe, dass die Baukosten für die Lärmschutz-Wand an der Fußgänger-Unterführung relativ niedrig sind, weil das Fundament schon da ist.“ Er finde es „grundsätzlich gut“, dass die Gemeinde das Gutachten in Auftrag gegeben hat: „Jetzt kann jeder Anlieger sehen, wie hoch die Lärmbelastung bei ihm rechnerisch ist.“ Ebenso positiv sei, dass es nun die Möglichkeit gibt, Maßnahmen gefördert zu bekommen: „Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht. Wir müssen erst einmal mit den Nachbarn und der Gemeinde zusammenkommen.“

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