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Um die Hühner kümmern sich in der Tagesdemenzbetreuung Oberbuchen alle gemeinsam (v. li.): Geschäftsführer Falk Heineck, Alfons Lackner, Geschäftsführerin Nicole Schmidt, Charlotte Krauss, Geschäftsführerin Michaela Schmiegel und Michael Berchtold. 

Demenzbetreuung „L(i)ebenswert“ 

Mit Hühnern durch den Tag

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Bad Heilbrunn – Gemeinsam macht es mehr Spaß: In der Tagesbetreuung in Oberbuchen leben zehn Männer und Frauen ihren Alltag, wie er vor ihrer Demenzerkrankung war. Nach fast einem Jahr ist Zeit für eine Bilanz.

Auf dem Herd köchelt Lauchsuppe, im Ofen backt Quarkgriesauflauf. Jetzt hat Michaela Schmiegel einen Moment Zeit, über die besondere Einrichtung zu sprechen, die sie vor fast einem Jahr mit den Altenpflegern Falk Heineck und Nicole Schmidt aufgebaut hat.

Den Lauch, die Kartoffeln und alle weiteren Zutaten fürs Mittagessen hat sie mit den zehn Kunden oder Besuchern – Schmiegel nennt sie nicht Patienten – vorbereitet. Das ist das Besondere an der Tagesdemenzbetreuung „L(i)ebenswert“, die im September Eröffnung im alten Oberbuchener Schulhaus gefeiert hat. „Wir helfen alle zusammen, jeder ist froh, wenn er was tun kann“, sagt Schmiegel. Sie und die anderen beiden Altenpfleger erledigen mit den Demenzpatienten, was in einem Haushalt anfällt und worauf jeder Lust hat. Sie leben ihren Tag fast so, wie sie ihn vor ihrer Erkrankung verbracht haben. Beschäftigungstherapien, wie sie häufig für Menschen mit demenziellen Erkrankungen angeboten werden, gibt es nicht.

15 regelmäßige Besucher hat die Tagesdemenzbetreuung derzeit, vier weitere kommen sporadisch. Sie verteilen sich so über die Woche, dass maximal zehn zusammen den Tag in der Einrichtung verbringen. Ihre Angehörigen pflegen sie im häuslichen Bereich. „Manche von ihnen sind berufstätig, andere brauchen Entlastung, um mal einen Tag für sich zu haben.“

Der Erfolg zeigt den gleichberechtigten Geschäftsführern, dass die Einrichtung gebraucht wird: Der Donnerstag ist ausgebucht, an den anderen Tagen sind noch zwei bis drei Plätze frei.

Noch etwas anderes treibt das Dreiergespann an. „Es ist herrlich, es müsste nur solche kleinen Betreuungen geben“, sagt Schmiegel. Es sei toll zu erleben, welche Möglichkeiten die Menschen hätten, wenn ihnen nicht alles abgenommen werde.

Auch wenn die Arbeit Spaß macht, ist sie anstrengend. „Wir müssen gut konzentriert sein, damit nichts passiert“, sagt Schmiegel. Wenn die Besucher Lauch und Kartoffeln schneiden, komme es darauf an, gut aufzupassen. Und wenn alle spazieren gehen wollen, ein Besucher aber nicht mitkommen will, weil er durch seine Erkrankung geistig woanders festhängt, müsse man schnell umorganisieren. „Wir sind abends recht müde, aber glücklich.“

Ob Marmelade kochen, Brot backen oder Gemüse ziehen, für die Besucher bedeuten diese Aufgaben Selbstbestätigung. „Wir haben Küken gemeinsam großgezogen“, sagt Schmiegel. Ein Besucher habe früher Hühner gezüchtet und stand mit Rat und Tat zur Seite. „Für ihn war es ein tolles Erlebnis, Wissen weiterzugeben.“

Die große Portion Idealismus der Geschäftsführer ist für diese Form der Betreuung allerdings nötig – in finanzieller Hinsicht. Die Einrichtung kann die Kosten decken und ein bisschen bleibt für Neuanschaffungen übrig. Die Gehälter sind allerdings noch nicht auf dem normalen Stand. „Es reicht für unsere Ausgaben, das Auto sollte aber nicht kaputt gehen.“

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